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Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 15.01.2020 um 12:37:13

Tierschutzverein SOS Tierhof aus Bad Dürrenberg: 20 Jahre im Ehrenamt für herrenlose Samtpfoten

 „BuFDi“ Antje Plitschuweit mit „Cody“, Ilona Zocher, Ein-Euro-Jobberin Jennifer Hippe mit „Nala“ und Jacqueline Kramp mit „Pina“ gehören zur „Stammbesetzung“ im SOS Tierhof (v.li.). „BuFDi“ Antje Plitschuweit mit „Cody“, Ilona Zocher, Ein-Euro-Jobberin Jennifer Hippe mit „Nala“ und Jacqueline Kramp mit „Pina“ gehören zur „Stammbesetzung“ im SOS Tierhof (v.li.).
Foto: Susanne Haslbeck Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Mehr als 1 000 Tier wurden in zwei Jahrzehnten vermittelt - Appell an das Verantwortungsbewusstsein jedes einzelnen Tierhalters.

Von Susanne Haslbeck

Sie sind allesamt Menschen mit Katzenverstand, sie haben Biss und Durchhaltewillen und sind zuverlässig, einfühlsam und geduldig in ihrem Handeln, das sie ehrenamtlich ganz in den Dienst von herrenlosen, verlassenen oder wild lebenden Katzen gestellt haben - die Mitglieder des Tierschutzvereins SOS Tierhof e.V. aus Bad Dürrenberg und ihre Helfer. Die meisten von ihnen sind Frauen, die in der Auffangstation im Windmühlenweg 46 in Bad Dürrenberg Dienst „schieben“ - übrigens an allen Tagen des Jahres.

Jüngst haben sie ihr 20-jähriges Bestehen feiern können. Das war Ende Dezember und bis dahin haben mehr als 1 300 Katzen bei ihnen Versorgung, Pflege und Betreuung erhalten. Eingerechnet sind hier auch rund 300 „Streuner“, die über die Jahre hin an Futterstellen eingefangen, kastriert, tätowiert und wieder ausgewildert wurden. 1 027 Fundtiere konnte bis zum Stichtag 20. Dezember an neue Besitzer vermittelt werden. Ein Erfolg, auf den die Frauen um Gründungsmitglied Ilona Zocher stolz sind.

Der TSV „SOS Tierhof“ e.V. Bad Dürrenberg wurde am 16. Dezember 1999 gegründet und die Station selbst wurde im Frühjahr 2001 eröffnet. Der Tierhof am Ende der Windmühlen-Straße befindet sich in einer Wohnsiedlung. Er besteht aus einem Büro, zwei Quarantäne-Bereichen, die 2017 umfassend erneuert wurden, sowie aus vier weiteren Räumen für die Fundkatzen mit entsprechenden Freigehegen.
Aufgenommen werden ausschließlich ausgesetzte und herrenlose Katzen, keine Hunde und anderen Tiere, da die Anlage schon allein von ihrer geringen Größe her nicht dafür ausgelegt ist.

„Zurzeit besteht unser Verein aus rund 35 Mitgliedern. Davon sind etwa 20 Mitglieder aktiv tätig, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich um unsere Katzen und den Tierhof kümmern. Der Zweck unseres Vereines ist es, selbstlose, uneigennützige Hilfe gegenüber ausgesetzten und herrenlosen Katzen im Stadtgebiet von  Bad Dürrenberg und der Umgebung zu leisten. Unser Ziel ist es, den Katzen eine artgerechte Unterbringung und Versorgung zukommen zu lassen. Zusätzlich unterstützt unser Verein etliche Futterstellen für freilebende, herrenlose Katzen und sorgt für deren Kastration, um eine Überpopulation zu vermeiden“, erläutert die Vereinsvorsitzende Jacqueline Kramp.

Der Tierschutzverein finanziert sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Fördermittel, zum Beispiel vom Deutschen Tierschutzbund. „Viele Tierfreunde unterstützen uns auch durch Sachspenden und Hilfeleistungen. Die Kosten für Futter, Ausstattung, Pflegeutensilien sowie die medizinische Versorgung tragen wir hauptsächlich selbst. Als anerkannter und gemeinnütziger Tierschutzverein sind wir im Landestierschutzbund Sachsen-Anhalt und im Deutschen Tierschutzbund Bonn organisiert“, so Ilona Zocher.

Auf Spenden tierlieber Menschen angewiesen

„365 Tage im Jahr versorgt unser Tierhof die Katzen und Kater im Tierheim und freilebende Tiere, unter anderem an mehreren Futterstellen im Leuna-Werk, alles in Absprache mit der Standortgesellschaft des Chemiestandortes. Die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Mitglieder kümmern sich zudem um freilebende Katzen. Anliegen ist es, allen Katzen soweit es geht, zu helfen, sie aufzupeppeln und kastrieren zu lassen. Dabei ist der Tierhof selbst auf die Unterstützung von Tierfreunden angewiesen.

„Immer wieder haben wir damit zu kämpfen, dass das Geld knapp wird. Hohe Tierarztkosten, Kosten für Futter und andere Dinge, führen dazu, dass das fehlende Geld aus Spenden ausgleichen werden muss. Immer mehr Tiere werden zudem aus finanziellen Gründen bei uns abgegeben, ebenso alte und kranke Tiere, die oft schwer in ein neues Zuhause zu vermitteln sind. Wer helfen möchte, kann unseren Tierhof mit Geld oder auch mit Sach- sowie Futterspenden unterstützen. Wir und die Tiere freuen uns über jede Form von Spenden“, sagt die Vereinschefin.

Gleichzeitig appelliert sie an das Gewissen und Verantwortungsbewusstsein der Bürger, speziell der Bad Dürrenberger Katzenhalter, der in der Stadt geltenden Kastrationspflicht nachzukommen. 
Eine wichtige Angelegenheit, in der die Stadt Bad Dürrenberg bereits seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle in Sachsen-Anhalt einnimmt, denn in unserem Bundesland wurde die Kastrationspflicht von freilaufenden Katzen erst Anfang Dezember 2019 allgemein, gesetzlich gültig.

Hintergrund:
Allein in Deutschland leben laut dem Deutschen Tierschutzbund e.V. rund zwei Millionen Katzen auf der Straße, in Hinterhöfen oder in stillgelegten Industriegebäuden. Diese Katzen sind meist sehr scheu und führen tagein, tagaus einen harten Kampf ums Überleben - im Verborgenen. Alle Straßenkatzen und freilebenden Katzen stammen ursprünglich von Hauskatzen ab die nicht kastriert wurden. Es ist wichtig, dass jeder seine eigene Katze kastrieren lässt - vor allem wenn diese Zugang ins Freie hat. Denn nur so kann die dramatische Anzahl der Katzen ohne Zuhause langfristig reduziert werden. Diesen Appell richten auch die Mitglieder des SOS Tierhof e.V. immer wieder an Katzenhalter und natürlich werden alle Fundtiere, die hier „aufgefangen“ werden, ordnungsgemäß geimpft, kastriert und gechipt, denn mit der Kastrationspflicht verbunden ist auch eine Registrierungspflicht.

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