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Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 31.01.2020 um 15:03:15

6,5 Kilometer Fußmarsch und jeden Menge Heimatgeschichte

Winterwanderung bei strahlendem Wetter von Leuna nach Wölkau. Je Strecke waren die Wanderer 6,5 Kilometer durch die Saaleauen-Landschaft unterwegs. Winterwanderung bei strahlendem Wetter von Leuna nach Wölkau. Je Strecke waren die Wanderer 6,5 Kilometer durch die Saaleauen-Landschaft unterwegs.
Foto: privat Galerie (1 Bild)
Leuna (red). Bei strahlendem Sonnenschein und leichten Frostgraden folgten am letzten Sonntag des Jahres 2019 35 Wanderfreunde aus Bad Dürrenberg, Leuna, Merseburg, Wölkau, Kreypau und Wüsteneutzsch der Einladung des Heimat- und Kulturvereins Kreypau e.V. zur Winterwanderung von Leuna nach Wölkau zur dortigen Dorfkirche. 

Die Wölkauer Dorfkirche wird derzeit saniert und gewinnt Stück für Stück ihren alten Glanz zurück. Aufgrund der Ausmalung des Kirchengewölbes im Inneren in Form eines Sternenhimmels, hat sich die Kirche inzwischen bei denen, die sie schon besuchten, als „Sternenkirche“ einen Namen gemacht.

Die erste Station der Wanderung am 29. Dezember war allerdings eine andere Kirche - die Nikolaikirche in Leuna-Rössen mit ihrer Bilderausstellung über die Gartenstadt Leuna. „Danach überquerte die Wandergruppe die Saale auf der kombinierten Fußgänger-/Eisenbahnbrücke. Vielen ist die Eisenbahnbrücke noch bekannt durch die Zugverbindung zwischen Leuna und Leipzig, die umgangssprachliche der ’Aueschreck’ genannt wurde“, berichtet Steffi Berger vom Heimat- und Kulturverein Kreypau e.V.

 Auf der Kreypauer Flur ging es an der Saale entlang bis zum ehemaligen Fähranleger, wo eifrig debattiert wurde, wann diese Fährverbindung eingestellt wurde. Leider konnte keine eindeutige Antwort gefunden werden, was die Wanderer bedauerten.

1870 wurde die Saale bei Kreypau begradigt. Die ehemalige Flussschleife umschließt einen kleinen Auenwald. Steffi Berger berichtet weiter: „Im Ortszentrum wurde der Bauernstein von 1816 besichtigt. Als Friedensdenkmal erinnert er, wie auch das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, an die Kriege, bei denen Europa von der Vorherrschaft Napoleons befreit wurde. 2016 fand zum Zweihundertsten Jahrestag eine große Gedenkfeier in Kreypau mit Einweihung einer neuen Gedenktafel statt.“

Weiter ging es für die Wanderer in die Kreypauer Kirche, die Dank der Initiative vor allem durch Wilfried Forst aus Wüsteneutzsch in den vergangenen Jahren saniert wurde. Wilfried Forst  ist Mitglied der Kirchengemeinde Kreypau.  Die Sanierung der Kreypauer Kirche hat er aus eigenem Antrieb vor Jahren vorangetrieben und ist auch heute noch dabei, weil es ihm als Christ ein Herzensbedürfniss ist, die Kirche zu erhalten. Alle kirchlichen Veranstaltungen für Kreypau mit seinen Dörfern finden dort statt. Die Kirche gehört zum Pfarrbereich Wallendorf.

„Unsere Kirche in Wölkau befand sich dagegen im Dornröschenschlaf.  Sie gehört zur Kirchengemeinde Bad Dürrenberg. Seit Ende der 1990er Jahre fanden keine kirchlichen Veranstaltungen mehr statt. Erst Dank der Initiative der Kirchgemeinde Bad Dürrenberg zur  baulichen Sanierung der schweren Schäden durch das Hochwasser von 2013 wird die Wölkauer Kirche wieder zum Leben erweckt“, konnten die Teilnehmer der Wanderung außerdem erfahren.

„Der Heimat- und Kulturverein Kreypau e.V. hat mit der Kirchenverwaltung einen entsprechenden Nutzungsvertrag geschlossen, um die Kirche nach der Sanierung in das dörfliche Leben wieder einzubeziehen.

Doch erst einmal musste die Wandergruppe am Saaledamm entlang, wo auf Höhe des Schöpfwerkes noch Wissenswertes zum 1943 eingestellten Bau des Saale-Elster-Kanals und der gegenwärtigen Ansätze zur Wiederbelebung des Kanals zu erfahren waren.

Weiter am Saaledamm entlang, der derzeit im Rahmen des Hochwasserschutzes saniert wird, erreichten die Wanderlustigen unter der Führung von Wanderleiter Gerald Hartmann die Wölkauer Kirche. Gerald Hartmann,  Malermeister im Ruhestand, gab einen interessanten Überblick über die bereits erfolgten Sanierungsarbeiten im Kircheninneren. Alle Arbeiten wurden von ihm selbst mit zeitweiser Unterstützung von engagierten Einwohnern aus Wölkau, Kreypau und Wüsteneutzsch unentgeltlich und ehrenamtlich ausgeführt. 

Die bisher benötigten Gelder für die Materialkosten konnten aus Spendensammlungen für die Wölkauer Kirche beglichen werden. Als nächste Schritte sollen der hölzerne Altar, der Fußboden und weitere Innenausbauarbeiten vorgenommen werden.

Günter Reinhardt, der seit 45 Jahren in Wölkau wohnt und sich mit seiner Familie ebenfalls für den Erhalt der Kirche einsetzt,  gab noch einen geschichtlichen Abriss zur Wölkauer Kirche, die wohl eine der ältesten Kirchen im ehemaligen Kreis Merseburg ist. Für seinen kleinen Vortrag konnte Günter Reinhardt aus dem „Fundus“ seines Schwiegervaters, Günter Reuter, schöpfen, der als gebürtiger Wölkauer die Dorfchronik geschrieben hatte.

Am Ende der Veranstaltung gab es zur Stärkung  für alle Fett- und Leberwurstschnitten, Honigbrote, Kaffee, Kakao, Glühwein und Kinderpunsch. Zum Verweilen bei strahlendem Sonnenschein luden im Außenbereich der Kirche um eine Feuerschale gruppierte Bänke ein. „Der Heimat- und Kulturverein Kreypau e.V. bedankt sich ganz herzlich bei den Teilnehmern für ihre Spenden.  Das hilft uns sehr, schrittweise die Aufwendung für die nächsten Materialkosten zu begleichen,“ bedankte sich Steffi Berger abschließend.

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