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Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 05.02.2020 um 17:32:12

Kurz erklärt die Geschichte der Sixtistraße in Merseburg auf Straßenzusatzschild

Hendrik Seeburg bringt das Zusatzschild für die Sixtistraße an. Der Merseburger und seine Familie engagieren sich für sinnvolle Projekte in der Stadt.  Hendrik Seeburg bringt das Zusatzschild für die Sixtistraße an. Der Merseburger und seine Familie engagieren sich für sinnvolle Projekte in der Stadt.
Foto: Susanne Haslbeck Galerie (1 Bild)
Das 39. Straßen-Zusatzschild wurde in Merseburg  angebracht. Es erläutert Geschichtliches zur Sixtistraße. St. Sixtus II., Bischof von Rom, war der Schutzheilige der Kirche, er gab dem Stadtviertel und einem Wehrtor in der alten Stadtmauer seinen Namen.

Von Susanne Haslbeck

Die Förderung der Heimatverbundenheit hatte der  Merseburger Altstadtverein e.V. im Jahr 2013 in den Blickpunkt rücken wollen, als er sein Projekt „Aha-Effekt am Straßeneck“ aus der Taufe hob. Seitdem können für Straßen, deren Namen auf Persönlichkeiten zurückgehen, die Bezug auf die Region und die Geschichte der Stadt Merseburg haben, Bürger die Zusatzschilder stiften.

 Im Januar wurde das 39. Zusatzschild in der Merseburger Innenstadt angebracht. Schilderpate ist Hendrik Seeburg. Er brachte am 15. Januar  persönlich das Zusatzschild für die Merseburger Sixtistraße  an - im Beisein einiger Mitglieder des Merseburger Altstadtvereins. Diese umrahmten die kleine Zusammenkunft durch einen von Angela Biemann recherchierten und von Katja Finger verlesenen,historischen Abriss über die heutige Sixti-Straße und das einstige Sixti-Viertel, welches der „sozialistischen Rekonstruktion“ (kurz genannt „Reko“) in den 1970er Jahren zum Opfer fiel. So, wie die ehemalige Altstadt von Merseburg, wurde auch dieses Quartier mit seinen Häusern und Gassen, Winkeln und dem Bach „Geisel“ im Zentrum der Stadt abgerissen  bzw. der Bach verlegt, zum Teil unter die Erde. Plattenbauten wurden errichtet, um den Wohnungsbau voran zu treiben.

Über die Sixti-Straße und das Sixti-Viertel

1606 als Sixtigasse ersterwähnt, war diese sicherlich viel älter. Schon frühzeitig bot sich der strategisch günstig gelegene Hügel zur Besiedelung an. Bischof Hunold (1036 bis 1050) ließ auf ihm 1045 eine Kirche bauen. 
Zum Schutzheiligen bestimmte er St. Sixtus II. Dieser war 257 bis 258 Papst und stellte den Frieden im Ketzerstreit wieder her. Zu Beginn der valerianischen Verfolgung wurde er am 6. August 258 während der Messe, auf dem Bischofsstuhl sitzend, enthauptet. Er hatte im Vorfeld seinen Diakon Laurentius das Kirchengut, das Valerian für sich beanspruchte, anvertraut. Dieser verteilte es an die Armen und wurde daraufhin ebenfalls getötet. Der Maler Raffael verherrlichte Sixtus auf dem berühmten Gemälde der „Sixtinischen Madonna“. 

1250 wurde die ehemals wohl hölzerne Kirche neu und wesentlich größer erbaut. 1326 siedelten die Stiftsherren von St. Thomae hierher über. 1501 begann eine umfassende Erneuerung und Vergrößerung durch Bischof Thilo von Trotha. 

Im Zuge der Reformation kam es dann aber zur Abwanderung der Gläubigen und damit zur Verödung der Kirche auf dem Sixti-Hügel. Ab 1580 war die Kirche dem Verfall preisgegeben. Einzig das wohl 1566 gegründete Pesthaus überlebte als Armen- und Krankenhaus die Wirren der Zeit, bekam 1803 sogar noch ein neues Gebäude dazu. Als Hospital St. Marien war es bis 1970 belegt und verschwand mit der „Reko“ der Innenstadt, genau wie die alten Häuser, die sich an den Berg schmiegten.

Durch Planierung und Aufschüttung veränderten sich nun auch die Höhenunterschiede. Im Zuge der sozialistischen Rekonstruktion wurde fast das gesamte Sixti-Viertel weggebaggert und die Straßen neu angelegt. Nur die alte Kirchenruine hoch oben auf dem Hügel überdauerte die Zeit.

Versuche, sie wieder zu beleben, scheiterten mehrfach, wie z. B. die Eindachung des Langhauses unter Herzog Christian II.  und später unter Stadtbaurat Friedrich Zollinger. Einzig der 1845 durch Blitzschlag zerstörte Turm wurde 1888 zu einem Wasserspeicher umgebaut. Der Architekt Hugo Wrede wurde mit der architektonischen Umgestaltung beauftragt. Maurermeister Karl Günther aus Merseburg hatte die Maurerarbeiten am zukünftigen Wasserturm übernommen. Neben den vorgenannten Arbeiten wurde der Turm auch neu eingedeckt. 

Der Tod des deutschen Kaisers Friedrich III. im Dreikaiserjahr 1888 veranlasste die Stadt, dem Verstorbenen ein Andenken zu setzen. Der Wasserturm erhielt den Namen „Kaiser-Friedrich-Turm“ und die Westseite sollte mit dem Reliefporträt des Kaisers versehen werden. Ein Reiterstandbild Friedrichs III., das zwei Jahrzehnte im „Innenhof“ stand, wurde Ende der 1990er Jahre in den Merseburger Schlossgarten umgesetzt.

In den 1920er Jahren gab es wohl Pläne, am Platz der Sixti-Ruine das Merseburger Stadttheater zu errichten. Die ernsthaft betriebenen Planungen wurden aber 1925 aus finanziellen Gründen eingestellt.

Die Ruine wurde in den Folgejahren von den Kindern des städtischen Kindergartens und den Kindern der Pestalozzischule genutzt, die dort einen Schulgarten angelegten.

1981 wurde in Anlehnung an die ehemaligen Große- und Obere Sixti-Straße sowie den Sixtiberg eine neue Straßenführung als Sixti-Straße benannt und kündet auch heute noch vom Namensgeber der alten Kirchenruine.

Übrigens: Noch bis 1985 befand sich im Turm der Sixti-Ruine, die man im oberen Foto im Hintergrund sieht, das Wasserreservoir der Stadt Merseburg.

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