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Ralf Penske Ralf Penske
aktualisiert am 27.03.2020 um 11:48:29

Spargelernte in Gefahr?

Die Spargelernte beginnt bald. Normalerweise kommen hier Saisonarbeitskräfte, die oft aus Osteuropa  kommen, zum Einsatz. Seit diesen Mittwoch dürfen sie auf Anordnung der Bundesregierung jedoch nicht mehr einreisen. In Langeneichstädt hofft man trotzdem, wenigstens einen Teil der Ernte einbringen zu können. Die Spargelernte beginnt bald. Normalerweise kommen hier Saisonarbeitskräfte, die oft aus Osteuropa kommen, zum Einsatz. Seit diesen Mittwoch dürfen sie auf Anordnung der Bundesregierung jedoch nicht mehr einreisen. In Langeneichstädt hofft man trotzdem, wenigstens einen Teil der Ernte einbringen zu können.
Foto: Ralf Penske
Das Corona-Virus trifft auch die Landwirtschaft in Sachen-Anhalt. Aktuell rechnen die Spargelbauern mit erheblichen Einbußen. Die Lage ist zum Teil Existenz bedrohend.

Langeneichstädt (sha). Der Frühling steht vor der Tür, die Temperaturen werden in den kommenden Tagen wieder steigen, das Osterfest ist nicht mehr weit…
In „normalen“ Jahren sind das die besten Vorzeichen für eine bald beginnende Spargelernte im Land, denn kaum ein anderes Gemüse wird im Frühjahr so sehnsüchtig erwartet, wie der Spargel.

Doch leider plagen die heimischen Spargelbauern - nach den Mega-Hitzesommern in den beiden letzten Jahren - nun schon wieder Sorgen und Existenznöte: Das Corona-Virus bringt für uns alle nicht nur den „Totalausfall“ in Bezug auf einen eingespielten und selbstbestimmten Alltag, es legt unter anderem auch Teile der Landwirtschaft lahm. Und zwar den Teil der „grünen Branche“, die auf saisonale Erntehelfer angewiesen ist, so wie die Spargelbauern im Land.

Man spricht von rund 300.000 Erntehelfern aus dem Ausland, die in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise nicht nach Deutschland einreisen dürfen.
Auch auf dem Geiseltaler Spargelhof Hindorf & Söhne in Langeneichstädt fehlen derzeit rund 50 polnische bzw. rumänische Saisonarbeitskräfte, die zum Teil schon jahrelang bei Ingo und Antje Hindorf „anheuern“ und dementsprechend versiert sind. Ihrer Hände Arbeit fehlt nun auf den rund 50 Hektar Ackerflächen, auf denen Bleich- und Grünspargel - ein Teil davon unter Folientunneln - angebaut wird.

Mehrere Tonnen Spargel haben die Erntehelfer im Schnitt sonst täglich gestochen. Die frischen Stangen kamen direkt in den Langeichstädter Hofladen, in die Verkaufsbuden in der Region, in den Handel und die Gastronomie. 
Gastronomie und Hotellerie sind Abnehmer, die 2020 mit Sicherheit wegfallen. Wegfallen werden aber höchstwahrscheinlich auch die Einnahmen aus der saisonal betriebenen Hofschänke, in der die eigenen Erzeugnisse an Wochenenden und Feiertagen direktvermarktet werden.

„Wir hatten schon bessere Jahre und weniger schlaflose Nächte“, versucht Ingo Hindorf die Lage noch mit Fassung zu tragen. Fakt ist aber, dass die Verbindlichkeiten für Investitionen, wie neue Maschinen, Geräte oder den gerade erst neu gestalteten Hofladen und einiges mehr, weiter bedient werden wollen. Doch wenn die Ernte nicht eingebracht werden kann, fehlen auch die Einnahmen. 
Der Handel hat zwar Interesse signalisiert, den Spargel aus der Region gerne wieder listen zu wollen - und auch der Hofladen in Langeneichstädt soll möglichst bestückt werden - doch ohne eine entsprechende Anzahl zuverlässiger, und vor allem körperlich fitter Erntehelfer werden die Mengen eher gering bleiben.
Hoffnungen setzen Hindorfs derzeit auf Mitarbeiter z. B. aus Gastronomiebetrieben, mit denen man viele Jahre bereits zusammenarbeitet und die derzeit geschlossen bleiben müssen. „Viele dieser Mitarbeiter möchten jetzt etwas dazuverdienen und könnten bei uns vielleicht die Sortierung, Verpackung und Auslieferung stemmen“, so die Überlegungen. Auch zahlreiche Anfragen von Studenten seien bereits eingegangen. 
Doch die Arbeit auf den Feldern sei körperlich anstrengend und müsse bei jedem Wetter getan werden - findet man dafür die richtigen Personen? 
Vieles ist derzeit noch in der Schwebe und man möchte mit Entscheidungen einfach noch abwarten, so Ingo und Antje Hindorf. Dass das traditionelle „Anspargeln“ auf dem Acker, im Kreise regionaler Weinmajestäten und begleitet von Presse, Rundfunk und Fernsehen, in diesem Jahr vermutlich zum ersten Mal ausfällt, ist dabei ihre geringste Sorge…

„Gemeinsam für die Landwirtschaft“

Um den deutschen Landwirten zu helfen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zusammen mit dem Bundesverband der Maschinenringe e.V. unter dem Motto „Mit ausreichend Kräften die Ernten sichern“ eine Vermittlungsplattform für dringend benötigte Erntehelfer ins Leben gerufen. 
Ziel ist eine schnelle, kostenlose sowie vor allem zuverlässige Vermittlung von Menschen, die Hilfe brauchen und die Hilfe bieten. Unter www.daslandhilft.de findet man dazu alle weiteren Informationen.

Die Kontaktdaten vom Spargelhof Hindorf & Söhne, Langeneichstädt, Brauhausgasse 3, findet man im Internet unter www.geiseltaler.de.
 

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