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Xaver Lichtenberg Xaver Lichtenberg
aktualisiert am 27.05.2020 um 16:07:39

Die Merseburger Kloster-Bienen | Pollensammler

Die Peterskirche in der Merseburger Altenburg wird zum ersten MaI in einer Urkunde aus dem Jahre 1012 erwähnt und blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Der hier ansässige gemeinnützige „Förderkreis Klosterbauhütte Merseburg e.V.“ hat sich seit einigen Jahren das Ziel gesetzt, dieses Kloster wiederzubeleben. „Unser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur die bauliche Substanz des Klostergebäudes zu erhalten, sondern auch das kulturelle Leben in Merseburg zu bereichern. Ein großer Bereich ist für uns dabei in Umweltbildung und Nachhaltigkeit zu sehen“, fasst die Vorsitzende des Vereins, Katrin Dippert, zusammen.

Für sein Wirken erhielt der Förderkreis 2015 den Umweltpreis des Landes Sachsen-Anhalt, der mit 3.000 Euro dotiert war. Das Geld war der Grundstock für den Kauf erster Bienenvölker. Inzwischen summt und brummt es in den Frühlings- und Sommermonaten im Kräutergarten des Petersklosters eifrig.

Im Garten des Klosters steht auch eine so genannte „Klotzbeute“, die ein Holzbildhauer mit dem Gesicht eines Bienengottes versehen hat – ganz so wie es im Mittelalter Tradition war. Man glaubte, dadurch die Bienen am Ausschwärmen zu hindern und sie vor dem Bösen zu schützen. Klotzbeuten gehören zu den ältesten künstlichen und transportablen Bienenwohnungen. Sie stellen eine Entwicklungsstufe in der Zeidlerei dar, das gewerbsmäßige Sammeln von Honig wilder oder halbwilder Bienenvölker im Mittelalter, und markieren den Übergang zur planmäßigen Bienenhaltung: der Imkerei. 

Die Imkerei ist ein altes Kulturgut. Ihre lange Tradition in Klöstern ist schon auf Karl den Großen zurückzuführen, der in seinem „Capitulare de villis“ die Zucht von Bienen auch den Mönchen zuschrieb. Damit leisteten die Klosterbrüder nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung, sondern auch zur Erhaltung von Natur und Umwelt. „Wir führen diesen Brauch weiter. Darüber hinaus wirken wir dem fortschreitenden Rückgang der Zahl an Bienenvölkern in Sachsen-Anhalt entgegen und fördern zugleich die Fruchtbarkeit der Saale-Aue am Fuße des Klosters“, ergänzt Annabelle Grothe. 

Als „Kräuterfrau“ der Klosterbauhütte beschäftigt sie sich natürlich auch mit den vereinseigenen Bienen und der Fülle von Naturprodukten, die die fleißigen Insekten herstellen. Besucher können von ihr bei der Entdeckung des Klosters und seines Außengeländes erfahren, welche Auswirkungen das eigene Handeln auf unsere Umwelt und das Leben der Bienen hat. „Wir möchten nicht nur für die zunehmende Bedrohung der Bienen sensibilisieren, sondern auch ein allgemeines Umweltbewusstsein fördern“, so Annabelle Grothe.

Wer das Petrikloster im Internet besuchen möchte, findet viele Infos und Veranstaltungshinweise unter www.kloster-merseburg.de.

Text: Ralf Penske

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