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Wochenspiegel > Merseburg > Eine „Bootsfahrt“ im Wasserbehälter >
Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 05.10.2020 um 16:02:25

Eine „Bootsfahrt“ im Wasserbehälter

Der Wasserturm zwischen den Gemeinden Steigra und Kalzendorf. Der Wasserturm zwischen den Gemeinden Steigra und Kalzendorf.
Foto: Ralf Penske Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Heimatgeschichtliches über den Steigraer Wasserturm, der vor 133 Jahren errichtet wurde. Die Wassertürme auf der Querfurter Platte sind eindrucksvolle, historische Zeugnisse architektonischer Baukunst.

Steigra (red).
Davon zeugen bis heute die Bauwerke in den Orten  Albersroda, Schnellroda, Jüdendorf und Steigra (Saalekreis) sowie in Baumersroda und Gleina (Burgenlandkreis). 

Der 15 Meter hohe Steigraer Wasserturm aus dem Jahr 1887 wird noch lange als weithin sichtbares Baudenkmal erhalten bleiben. Da sind sich die beiden Heimatinteressierten Klaus Bohndorf aus Barnstädt und Hartmut Augustin aus Schnellroda einig. Sie haben über den Turm einiges zusammengetragen.

Der konisch gemauerte Turmschaft aus Sandstein und Klinkern hebt noch die optische Ausstrahlung, wobei das Doppelgesims vom zweigeschossigen Schaft getrennt ist. Darauf wurde ein stark ausladendes Behältergeschoss mit großer Hohlkehle und abschließendem Kegeldach und Laterne gesetzt. Der 100 Kubikmeter fassende Behälter des Wasserturms ist über eine eingespannte Treppe erreichbar, welche durch 65 auskrakende Sandsteinstufen aus dem Mauerwerk hoch wendelt. Unter dem Behälter befindet sich ein sehr schmaler raumbeengter Ausstieg mit Leitersprossen, um zum Rundgang des sechs Meter im Durchmesser und vier Meter hohen Stahlbehälters zu gelangen.

Ebenfalls eine damalige Meisterleistung des Stahlbaus, denn der Behälter wurde an Ort und Stelle aus Einzelteilen feuervernietet.Seine Nutzungsfunktion als Hochbehälter wurde 1995 nach 108 Dienstjahren eingestellt. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Wasserversorgung vom Hochbehälter „Barnstädter Hutberg“ übernommen.

„Boot ahoi“ im Steigraer Wasserturm

Der zunehmende Staubaustoß durch das Zementwerk Karsdorf führte Ende der 1960er Jahre zu Problemen hinsichtlich der Sauberhaltung der ursprünglich offenen Wasserbehälter der Wassertürme auf der Querfurter Platte.

Die Behälter mussten eine Abdeckung erhalten. Dazu wurden in der Schnellrodaer Sattlerei Nossing maßgeschneiderte Abdeckplanen für jeden Behälter angefertigt. Da der Arbeitsraum der kleinen Sattlerwerkstatt zu eng war, wurden die Planen im Tanzsaal der Gastwirtschaft „Zum Schäfchen“ fertiggestellt.

Für Albersroda, Schnellroda und Jüdendorf war es nicht das größte Problem, diese über die Behälter zu ziehen und zu befestigen. Der Wasserturm Steigra bescherte in dieser Hinsicht etwas mehr Kopfzerbrechen.

War doch der Behälter hier sechs Meter im Durchmesser, und ein Befestigen in der Mitte am Dachgebälk notwendig. Es blieb nichts anderes übrig, als bis zur Mitte des Wasserbehälters zu rudern. Ein Schlauchboot wurde vom Stützpunkt der Zivilverteidigung organisiert und mit Mühe und Not durch die engen Einstiege hochgehievt.

An Ort und Stelle wurde das Schlauchboot aufgepumpt und das „Schiff vor Anker“ gebracht. Dabei war es nicht einfach, die Balance zu halten und die schwierige Arbeit erfolgreich zum Abschluss zu bringen.
Immerhin erfolgte dieser ungewöhnlich Arbeitseinsatz in rund 15 Metern Höhe in einer „Wanne“ mit sechs Metern Durchmesser und vier Metern Tiefe. Mutigen Männern aus Weißenschirmbach war es zu verdanken, dass die Arbeiten sachlich und mit Verstand erfolgreich durchgeführt wurden. Für diese Arbeiten gab es damals nicht einmal eine Arbeitsschutzbelehrung.  

(Mitgeteilt von Klaus Bohndorf aus Barnstädt und Hartmut Augustin aus Schnellroda)

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