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Wochenspiegel > Merseburg > Der letzte Pinselstrich - vorfristig >
Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 19.10.2020 um 17:45:30

Der letzte Pinselstrich - vorfristig

Peter Gehre signiert das letzte Bild - Motiv ist Argentinien -am 12. Oktober in seiner Galerie in Spergau. Peter Gehre signiert das letzte Bild - Motiv ist Argentinien -am 12. Oktober in seiner Galerie in Spergau.
Foto: Susanne Haslbeck Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Nach 19 Jahren hat der Spergauer Maler Peter Gehre seinen monumentalen Weltbilder-Zyklus fertig gestellt. 192 anerkannte Staaten  dieser Erde, auf 192 Ölgemälden dargestellt, reihen sich aneinander. In fast 10.000 Arbeitsstunden hat Peter Gehre an seiner „World Union Vision“ gemalt. Der letzte Pinselstrich - das Land Argentinien war das Abschluss- Motiv  - war am 22.2. 2022 vorgesehen, doch „Corona“ hat die Fertigstellung  unvorhergesehener Maßen beschleunigt.

Spergau (Susanne Haslbeck). 
„Künstler zu sein bedeutet, an das Leben zu glauben.“ Dieser schöne Satz wird Henry Moore, einem englischen Bildhauer und Zeichner, zugeschrieben, der von 1898 bis 1986 lebte. Und auch, wenn Moore wohl eher ein „Abstrakter“ war, so spricht sein Zitat  dem farbenfroh, bildlich  und durchaus naturalistisch arbeitenden Peter Gehre ganz aus dem Herzen. Der Maler, der im Leunaer Ortsteil Spergau zu Hause ist, hat derzeit in seiner Galerie alle Hände voll zu tun. Die Ereignisse überschlagen sich in diesen Tagen und zum sprichwörtlichen Luft holen, kommt der 64-Jährige kaum - vielmehr muss er sich im Organisieren von Terminen bewähren und vollbringt damit zurzeit logistische Meisterleistungen. Doch das macht er gern, denn gerade ist sein Mega-Projekt, der „Weltbilder-Zyklus“ fertig geworden und das hat inzwischen so einige Kreise gezogen.

Nachdem sich im vorigen Monat die lokale und Landes-Politprominenz in der Galerie die Klinke in die Hand gab, ist nun das Fernsehen „am Drücker“. Auch die  Nachrichtenagenturen klopfen an und sind am Thema interessiert, die hiesigen Medienvertreter sowieso.Der Grund dafür ist ein Monumentalwerk, das Peter Gehre vor 19 Jahren begonnen hatte. Damals schwebte ihm die Vision  einer friedvollen Welt, ganz im gegenseitigen, respektvollen Nebeneinander der einzelnen, existierenden Staaten dieser Erde, vor Augen. Das war im Jahr 2001. 192 Staaten waren damals offiziell anerkannt durch die Vereinten Nationen. Jedes Land sollte mit einem gleich großen Bild (im Format 70x100 Zentimeter) „verewigt“ werden und am Ende sollten alle Länder nahtlos ineinander übergehen, so dass ein 192 Meter langes Panorama entsteht. Peter Gehre entschied sich  für die Ausführung in Öl, eine seiner Lieblingstechniken. „Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich das Mega-Projekt wagen sollte, oder nicht“, erzählte der Maler am 12. Oktober, als er vorzeitig seinen letzten Pinselstrich auf Bild Nummer 192 setzte - Argentinien. „Doch nachdem es für mich entschieden war, gab es kein zurück. Für mich war klar, dass ich den Zyklus fertigstelle und auch, dass es viele Jahre dauern würde. Es würde schon so etwas, wie ein Lebenswerk werden.“ Zum Inhalt erläutert der Künstler: „Ich habe die Reihenfolge der Länder rein nach künstlerisch-optischen Aspekten ausgewählt. Wichtig ist für mich dabei, den nahtlosen Übergang von einem Bild zum anderen, von einem Land zum anderen, von einer Leinwand zur anderen dargestellt zu haben. Die Verbindung und die Verbundenheit ist meine Vision von einer friedlichen Zukunft. Wir haben alle nur diese eine Erde. Wir sollten sie nicht kaputt machen.“

50 Arbeitsstunden mindestens hat Peter Gehre pro Bild eingeplant und da er anfänglich noch seinem Beruf in der Chemie nachging und nur in der Freizeit malen konnte, freundete sich der Künstler mit dem Abschlussdatum 22.2.2022 an. „Das war ein markantes Datum und ich fand, es passt gut zu meinem ungewöhnlichen Projekt“, so Peter Gehre, für den diese „Zahl“ über viele Jahre zu einem echten Meilenstein wurde. Und dann kam es doch ein bisschen anderes.

Zuerst wurde Peter Gehre Rentner (Anm. d. Red.: Sie wissen schon, das sind die, die niemals Zeit haben!). Dazu sagt der Maler heute und lacht: „Ich habe immer so viel zu tun, ich weiß gar nicht mehr, wie ich früher alles schaffen konnte, obwohl ich noch arbeiten musste!“ (Stimmt also!) Und dann kam „Corona“. Gemeint ist der Ausbruch der Pandemie in Deutschland und alle damit verbundenen Maßnahmen, Einschränkungen und Vorschriften. Und überhaupt: „Ich hatte und habe wenig Lust, mir im Alltag den Stress mit der Geschichtsmaske anzutun. Das ist nichts für mich. Also schränke ich meinen „Radius“ ein, bleibe  lieber zu Hause, sprich im Atelier, und greife zum Pinsel...“

Als Ergebnis dessen ist sein „Weltbilder-Zyklus“ bereits 2020 anstatt 2022 abgeschlossen. In der freien Wirtschaft hätte man dafür wahrscheinlich einen Orden (oder besser gesagt, einen dicken Bonus) angeheftet bekommen, doch ob der Zeitpunkt jetzt günstig ist, um auf ein solches Kunstwerk und vor allem dessen Botschaft einer friedlichen Welt aufmerksam zu machen? „Das weiß man leider nie!“, so der Künstler. „Doch ich werde auf keinen Fall  nachlassen, die Werbetrommel für das Mega-Panorama und seine Botschaft zu rühren. Mein großer Wunsch ist es, das Gesamtbild  einmal in seiner ganzen Größe von 192 Metern ausstellen zu können. Ich glaube fest daran.“

Leserkommentare:


Peter Gehre, Leuna:
"Ein wunderschöner Artikel mit super Fotos von Susanne Haslbeck."


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