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Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 09.11.2020 um 14:34:39

Saalekreis überschreitet „rote Linie“

Die Amtsärztin und Leiterin des Gesundheitsamtes des Saalekreises, Annegret Muchow, Saalekreis-Landrat Hartmut Handschak und der Geschäftsführer des Carl-von-Basedow-Klinikums, Lutz Heimann (von links), während der Pressekonferenz. Die Amtsärztin und Leiterin des Gesundheitsamtes des Saalekreises, Annegret Muchow, Saalekreis-Landrat Hartmut Handschak und der Geschäftsführer des Carl-von-Basedow-Klinikums, Lutz Heimann (von links), während der Pressekonferenz.
Foto: Ralf Penske
Die Zahl der Covid-19-Fälle lag am Sonntag bei 64,19 Fällen pro 100 000 Einwohner. Damit wurde der Inzidenzwert von 50, die so genannte „rote Linie“, deutlich überschritten.

Von Ralf Penske


Große Teile des öffentlichen Lebens befinden sich seit dem 2. November im Lockdown 2.0 und sind damit weitgehend eingeschränkt. Die Situation spitzt sich aufgrund der steigenden Fallzahlen täglich zu. 

Grund genug, dass Saalekreis-Landrat Hartmut Handschak, Amtsärztin und Leiterin des Gesundheitsamtes des Saalekreises, Annegret Muchow, und der Geschäftsführer des Carl-von-Basedow-Klinikums Saalekreis, Lutz Heimann, in der Kreisverwaltung zur  Pressekonferenz eingeladen haben. Hartmut Handschak erläuterte die Situation im Landkreis: „Wir hatten im Saalekreis seit Beginn der Pandemie im März eine relativ geringe Infektionslage. Diese Lage hat sich in der jüngsten Vergangenheit gravierend verändert.“

Am Donnerstag waren die Zahlen ernst, aber noch nicht dramatisch.  Zum Wochenende schnellten sie noch einmal in die Höhe. Im Saalekreis gab es am 8. November  um 11 Uhr 245 aktive Corona-Fälle in Betreuung des Gesundheitsamtes und 750 Personen in häuslicher Quarantäne. 

Die Zahl der Covid-19-Fälle der letzten sieben Tage je 100 000 Einwohner liegt jetzt bei 64,19 Fällen. Bisher gab es im Saalekreis 486 bestätigte positive Fälle. Insgesamt sind im Gesundheitsamt bisher 12 009 Kontaktpersonen und Verdachtsfälle registriert.  Im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion stehen neun Todesfälle. 

Mit Überschreitung der Inzidenz von 50 schaltete die Ampel auf dunkelrot. Das bedeutet, dass der Landrat eine neue Allgemeinverfügung erlassen muss.  Die soll zwar schon unterschriftsreif in der Schublade liegen, deren Inhalt wollte der Landrat aber noch nicht bekanntgeben. Geplant sind weitere Einschränkungen. Eine Maskenpflicht in Schulen und Einkaufszentren ist angedacht. „Wir wollen aber nur so weit eingreifen, wie unbedingt notwendig ist. Das öffentliche Leben ist schon eingeschränkt, da darf die Akzeptanz der Bürger gegenüber den Maßnahmen nicht aufs Spiel gesetzt werden“, so der Landrat. 

Die größten Sorgen bereitet dem Landrat jedoch das Basedow-Klinikum, das in dieser Situation selbst zum Patient werden könnte. Durch den Wegfall der Ausfallpauschale für Betten, die für Covid-Patienten frei gehalten werden, drohen dem Klinikum massive finanzielle Verluste. Die Zahlung der Pauschale wurde im Oktober eingestellt. Derzeit werden im Klinikum 15 Covid-19-Patienten behandelt, zwei davon intensivmedizinisch. „Diese relativ hohe Zahl kommt auch dadurch zustande, weil andere Krankenhäuser, die nicht in kommunaler Trägerschaft sind, Covid-19-Patienten ablehnen. Wir haben Patienten aus anderen Kreisen und aus Sachsen aufgenommen“, berichtet Lutz Heimann, Geschäftsführer des Basedow-Klinikums. 

„Wir tragen als alleiniger Versorger im Saalekreis die gleiche Last wie die fünf Krankenhäuser der Stadt Halle. Je mehr Corona-Patienten wir haben, umso mehr müssen wir die anderen Klinikbereiche einschränken. Das führt zur Verschiebung geplanter Operationen und zur Verlagerung intensivmedizinischer Patienten ohne Corona-Symptome. So kostet ein frei gehaltenes Bett auf der Intensivstation das Klinikum täglich 1 500 Euro. Das führt auf Dauer zu einer schwierigen finanziellen Lage des Klinikums“, erläuterte Lutz Heimann die Situation. 

Deshalb hat sich Landrat Hartmut Handschak mit einem Brief an die Sozialministerin des Landes, Petra Grimm-Benne, und an Ministerpräsident Reiner Haseloff gewandt. Darin fordert er, die Liquidität der Kliniken abzusichern und eine Weiterführung der Ausfallpauschale. Außerdem muss zwingend ein regionaler Verteilungsplan für Covid-19-Patienten erarbeitet werden.

Ärzte und Pflegepersonal sind eine große Stütze

Dennoch bleibt Lutz Heimann optimistisch, auch dank des Engagements seiner Mitarbeiter: „Die Ärzte, die Schwestern, das Pflegepersonal. Sie sind eine riesige Stütze. Die Mitarbeiter sind sich ihrer Pflicht und Verantwortung bewusst“, lobte der Klinikchef. „Wir haben einen klaren Versorgungsauftrag und dem kommen wir zu 100 Prozent nach. Aufgrund der Infektionslage mussten wir wieder das Besuchsverbot einsetzen. Die Maßnahmen ergreifen wir, um unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen. Alle Patienten, die in das Klinikum kommen, werden auf Corona getestet. Das sind 600 bis 800 Tests pro Woche.“ 

Die Amtsärztin und Leiterin des Gesundheitsamtes des Saalekreises, Annegret Muchow, bezeichnete die derzeitige Situation als dynamsich. Bei circa 20 positiven Fälle pro Tag hat die Ermittlungstätigkeit und Kontaktverfolgung stark zugenommen. „Noch gelingt uns das, die Kontakte zu verfolgen, auch dank der Unterstützung durch die Bundeswehr“, sagte sie. 300 bis 400 Anrufe gehen jeden Tag im Gesundheitsamt ein. In der stationären Fieberambulanz am Klinikum werden täglich rund 40, im Gesundheitsamt zwischen 50 bis 60 Abstriche durchgeführt. 

An eine Verbesserung der Situation durch die neuen Schnelltest glaubt die Amtsärztin nicht: „Wir haben in dieser Woche die ersten 500 Schnelltests bekommen. Das Ergebnis liegt zwar nach 20 Minuten vor, erfordert jedoch einen großen Aufwand und medizinische Kenntnisse. Es ist eher gedacht für Besucher in Kliniken oder Pflegeheimen. Der Goldstandard bleibt der klassische Abstrich, wie er bisher angewendet wird.“

(Stand: Sonntag, 8. November, 11 Uhr) 

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