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Wochenspiegel > Merseburg > Heute beginnt die Restaurierung der Zeltdecke des Goethe-Theaters in Bad Lauchstädt >
Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 18.11.2020 um 14:54:21

Heute beginnt die Restaurierung der Zeltdecke des Goethe-Theaters in Bad Lauchstädt

Der Zuschauerraum des Goethe-Theaters ist eingerüstet. Der Zuschauerraum des Goethe-Theaters ist eingerüstet.
Foto: Ralf Penske Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder) Galerie (4 Bilder)
Die den Zuschauerraum überspannende Zeltdecke sorgt für die legendäre Akustik.

Bad Lauchstädt (red).
Dort, wo noch vor vier Wochen Mozart-Arien erklangen und Schiller-Verse rezitiert wurden, füllt jetzt ein mächtiges Raumgerüst den Zuschauerraum des Goethe-Theaters in Bad Lauchstädt.
Die Einrüstung des Zuschauerraumes ist die Voraussetzung für den Beginn des anspruchsvollsten Teils der Sanierung des Goethe-Theaters - die Restaurierung der Zeltdecke, die sich über dem Zuschauerraum wölbt und unter anderem für dessen legendäre Akustik verantwortlich ist. 

Farbschichten von 1907 werden abgetragen

Seit heute werden die Restauratoren Uta Matauschek aus Dresden und Dietrich Richter aus Potsdam damit beginnen, die vier übereinander liegenden Farbschichten der einhundertdreizehn Jahre alten Decke zu lösen, um am Ende eine neue, am Erscheinungsbild der Goethezeit orientierte Fassung, aufbringen zu können. 

Die Restauratorin Uta Matauschek dürfte seit Mitte der 1990er Jahre in der Region zumindest kunstinteressierten Leuten gut bekannt sein. Sie begleitete gemeinsam mit Sybille Kreft hinwendungsvoll die Restaurierung der Deckengemälde der Dorfkirche Schmirma bei Mücheln. Diese von Karl Völker geschaffenen vierzehn Deckengemälde sind Teil der bildnerischen Ausgestaltung des Kircheninnenraums von 1921/22. Auch im Theaterinnenraum in Bad Lauchstädt hat Karl Völker (1889 bis 1962) zwei Gemälde hinterlassen. Erst im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden die beiden  Wandgemälde  aus dem Jahr 1953 („Apoll und Kassandra“ und „Dionysos und Ariadne“) wiederentdeckt.

1907 war im Zuge der durchgreifenden Erneuerung des Theaters auch die Zeltdecke erneuert wurden. Damals ersetzte man die Zeltleinwand der Goethezeit durch ein kräftiges Jutegewebe, welches in der Nähe von Berlin produziert wurde und sowohl haltbar, wie auch kostengünstig, war. Immerhin hat die Decke mehr als einhundert Jahre lang ihren Zweck erfüllt und sogar die Schadstoffreinigung im Herbst 2018 ohne Risse überstanden. Nun beginnt mit der neuen Farbfassung der schwierigste Teil der Erneuerung des historischen Gewebes. 

 Die Kosten für diese Erneuerungskur der Zeltdecke trägt die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Saalesparkasse. „Die Restaurierung ist ein Meilenstein im Rahmen der Gesamtrestaurierung des historischen Goethe-Theaters, die wir gerne unterstützen“, betonte Patricia Werner von der Geschäftsführung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Die Stiftung unterstützte bereits die Restaurierung des Douche-Pavillons und fördert regelmäßig Aufführungen der Händel-Festspiele im Goethe-Theater.   

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates des Goethe-Theaters, Staatssekretär Dr. Gunnar Schellenberger, freut sich über den Fortgang der Sanierungsarbeiten während des allgemeinen Lockdowns: „Ich wünsche allen am Projekt Beteiligten, insbesondere aber den Restauratoren, eine ruhige und sichere Hand bei diesen komplizierten Arbeiten, die in der Geschichte des Theaters einzigartig sind. Sobald es möglich ist, werde ich mich persönlich vor Ort über den Stand der Arbeiten informieren und freue mich darauf“. 

Zurück zur  Farbgebung der Goethe-Zeit

Geplant ist, die Restaurierung der Zeltdecke bis Ende April abschließen zu können. Dann wird sich die Decke etwa so präsentieren, wie sie der preußische Baurat Briesen im Jahre 1816 farbig gezeichnet hat. Die einzige überlieferte Innendarstellung des Theaters wurde noch zu Lebzeiten Goethes angefertigt, als das Theater aus dem Besitz des Großherzogs von Sachsen-Weimar an Preußen überging. 

Theaterchef René Schmidt ergänzt: „Besucher können die Zeichnung, die im Landeshauptarchiv Merseburg gehütet wird, stark vergrößert auf der Bautafel vor dem Theater in Augenschein nehmen. Führungen durch die Baustelle wird es geben, sobald das Infektionsgeschehen die Wiederaufnahme des Museumsbetriebes in Bad Lauchstädt zulässt.“ 

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