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Ralf Penske Ralf Penske
aktualisiert am 16.08.2013 um 16:56:22

Ein Esel „gafft“ vom Rathaus

Bei der Sanierung der Ostfassade werden die stark verwitterten so genannten Gaffköpfe (ein Löwen- und ein Eselkopf) entdeckt, die aufwändig rekonstruiert wurden. Im Bild: Steinbildhauer-Meister Hannes Geipel von der Bauhütte Naumburg.  Bei der Sanierung der Ostfassade werden die stark verwitterten so genannten Gaffköpfe (ein Löwen- und ein Eselkopf) entdeckt, die aufwändig rekonstruiert wurden. Im Bild: Steinbildhauer-Meister Hannes Geipel von der Bauhütte Naumburg.
Foto: R. Penske Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Querfurt (red). Nach mehr als 20-jähriger Sanierung wurde das Rathaus der Stadt Querfurt in dieser Woche offiziell fertig gestellt. In einer kleinen Feierstunde im Ratssaal dankte Querfurts Bürgermeister Peter Kunert allen an der Sanierung beteiligten Unternehmen. Die Arbeiten standen von Beginn an unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten. 

Das Rathaus ist das dominierende Gebäude der Querfurter Altstadt. Seine Errichtung geht noch auf die Herrschaft der Edlen Herren von Querfurt zurück. Erstmals erwähnt wird es im Jahr 1455 als Dingebank, dem Sitz des Gerichts. Der Zugang befand sich auf der Ostseite. Das Verzeichnis der Gaststätten und Herbergen Querfurts erwähnt 1539 einen Weinkeller (und späteren Ratskeller).

Die beiden großen Stadtbrände des 17. Jahrhunderts (1655 und 1678) zogen umfassende Reparaturarbeiten sowie schließlich die Errichtung des 30 Meter hohen Archivturmes mit Bläserloge von 1699 bis 1701 nach sich. Der Turmkopf wurde am 23. Juni 1701 aufgesetzt.
Zur gleichen Zeit passte man die gotischen Fenster dem Stil des Barocks an oder mauerte sie zu. Im Jahr 1710 erfolgte auf Weisung Herzogs Johann Georgs der Bau des nördlichen Treppenturmes. Als Zierelement des Rathausturmes kam 1727 eine Kartusche mit Sonnenuhr hinzu. Im Untergeschoss befanden sich zwei Gefängniszellen, eine Wärterstube, die Stadtwaage und eine Trinkstube.
Das gesamte Obergeschoss wurde vom Ratssaal ausgefüllt.

Infolge des erhöhten Verwaltungsaufwandes entstand 1890 im Norden ein Erweiterungsbau. dem der Abriss von Vorgängerbauten voraus ging. Umfassende Modernisierungsarbeiten erfolgten ab dem Jahr 1936. So wurde das Foyer umgestaltet und der Ratssaal im Obergeschoss in Folge von Umbauten für Büroräume verkleinert.
In den 1980er Jahren wurde im Zuge der bevorstehenden Feierlichkeiten zum 1100. Stadtjubiläum Arbeiten insbesondere am Dach und den drei Uhren des Rathauses durchgeführt.

Seit mehr als 20 Jahren wird saniert

1991 fand die Riss- und Fassadensanierung an der Ost- und Westsseite des Rathausturmes statt. In den folgenden Jahren wurde die Fassade des nördlichen Treppenturmes, die Eingangshalle, die Fenster, die sanitären Anlagen im Erdgeschoss sowie die elektrischen Anlagen erneuert. Außerdem erfolgte die Umstellung der Heizung von Kohle auf Gas. Das Dach des gründerzeitlichen Anbaus sowie des Turmes, einschließlich der Zwiebel und der Holzkonstruktion, konnten 1996 zusammen mit der Blitzschutzanlage saniert werden.

Im Zuge der Entrümpelung der Keller wurde ein Brunnen entdeckt und von der Fachgruppe Ur- und Frühgeschichte ausgegraben. Die Fundstücke stammen im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert und stehen im Zusammenhang mit der Nutzung der Räume als Ratskeller.
Die starke Verwitterung der Fenstergewände, Stufengiebel und Eckquaderung veranlasste die Notsicherung der beschädigten Bereiche im Herbst 2010. Die Fensteröffnungen wurden mit Sprießen verspannt. Eine Mauerwerkssanierung (durch Vernadelung) sicherte Gewände- und Stufengiebelteile, da bereits Bauteile abstürzten. Ende September 2011 begann die eigentliche Sanierung. Nach dem Ausarbeiten der Fugen und dem Austausch des beschädigten Mauerwerks unter Verwendung regionaler Gesteine wurden die Fassadenflächen gereinigt. Die Werkstücke des Stufengiebels wurden komplett zurückgebaut und in die Restaurierungswerkstatt nach Schulpforte gebracht, wo sie repariert oder neu angefertigt worden. Parallel zu den Mauer- und Steinmetzarbeiten fand die Instandsetzung des Daches und Dachstuhls statt.

Fassade brachte Gaffköpfe zutage

„Im Spätherbst 2012 erfolgte die Fortführung der Sanierungsarbeiten auf der Ost- und Nordseite. Auch hier wurden Fenstergewände und Giebelsteine restauriert oder neu angefertigt. Am auf der Ostseite erhaltenen gotischen Fenster konnten Brandspuren und Steinmetzzeichen nachgewiesen werden. Weitere im Barock zugesetzte Fenster bzw. der ursprüngliche Eingang wurden durch zurückgesetztes Mauerwerk als Spiegel markiert. Die Fassadeninstandsetzung des gründerzeitlichen Anbaus im Norden beschloss die Sanierungsarbeiten am Querfurter Rathaus“, erläuterte Gunther Geipel, Betriebsleiter der Bauhütte Naumburg. Das Unternehmen war federführend bei den Sanierungsarbeiten. Gunther Geipel überreichte Peter Kunert zum Sanierungsabschluss symbolisch den Rathausschlüssel.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden die Schmuckelemente des Rathauses ausgebessert oder neu angefertigt. Die 1993 abgenommene und eingelagerte Hauptfiale des Ostgiebels fertigte Marcus Sandner als Meisterstück neu an.

„Zur Überraschung aller Beteiligten wurden hier die Fragmente zweier Gaffköpfe entdeckt. Oliver Matz rekonstruierte nach durchgeführten Studien und Anfertigung von Gipsmodellen mittels Punktiergerät einen Esel und einen Löwen. Derartige Figuren, meist Fabelwesen, treten bereits seit der Romanik an Gebäuden auf und gehen auf heidnische Traditionen zur Fernhaltung von Geistern zurück“, berichtete Bürgermeister Peter Kunert. Bemerkenswert ist der Esel, der innerhalb der Sagen um den Heiligen Brun immer wieder eine Rolle spielt. Die beiden Tafeln mit Wappenschild und Flügelhelm der Edlen Herren verbleiben als Originalstücke am Ostgiebel.

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