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Ralf Penske Ralf Penske
aktualisiert am 01.10.2015 um 15:57:31

90 000 Schilfpflanzen sorgen für gereingtes Wasser ohne Chemie

„Arbeiten im Akkord.“ Die ersten Schilfpflanzen wurden symbolisch in das ersten Becken der Klärschlammvererdung der ZWAG Braunsbedra gesetzt.    „Arbeiten im Akkord.“ Die ersten Schilfpflanzen wurden symbolisch in das ersten Becken der Klärschlammvererdung der ZWAG Braunsbedra gesetzt.
Foto: Ralf Penske Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Das Verfahren verzichtet größtenteils auf Maschinen und Energie und nutzt die Kraft der Natur

Braunsbedra (rp).
„Das Projekt ist wirtschaftlich, zukunftssicher und steht im Einklang mit der Natur“, so Marko Agthe, Bereichsleiter Abwasser, in der Zentralkläranlage Braunsbedra des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Geiseltal (ZWAG). Am Dienstag wurden symbolisch 50 Schilfpflanzen in das ersten von sechs Becken für die Klärschlammvererdung in der Kläranlage gesetzt.

Damit wurde der Auftakt für den Wechsel der maschinellen Klärschlammentwässerung hin zur naturnahen Entwässerung eingeläutet.

Klärschlamm entsteht bei der Abwasserreinigung, weil sich unter anderem die Bakterien im Schlamm vermehren. Täglich müssen aus dem Reinigungsprozess ca. 180 Kubikmeter dieses Schlammes entfernt werden.

„Da der Schlamm überwiegend aus Wasser besteht, muss dieser entwässert werden. Bislang haben wir eine Zentrifuge genutzt, die Elektroenergie und Chemikalien benötigte. Zukünftig erledigen das 90 000 Schilfpflanzen auf einer Fläche von ca. 20 000 Quadratmetern. Das Wasser kann in den Becken versickern und wird dem Reinigungsprozess wieder zugeführt. Der Feststoff bleibt in den Becken und wird von den Schilfpflanzen zu Humus umgebaut“, erläutert Marko Agthe den technologischen Ablauf.
Die Becken können bis zu zehn Jahren gefüllt werden, dann müssen sie beräumt werden. Da der Schlamm überwiegend aus häuslichen Abwässern stammt (wenig Gewerbe, keine Industrie) sind die Schadstoffgehalte sehr gering, jedoch sind große Menge Nährstoffe (Phosphor) vorhanden.

Zentrale Kläranlagen müssen sowieso aktiv werden, denn ab dem Jahr 2025 ist laut Gesetzgeber eine Ausbringung von Klärschlämmen nicht mehr möglich. Es gibt dann nur die Alternativen der Klärschlammvererdung oder der -vergasung.
„Wir haben uns aus Kostengründen für die erste Variante entschieden, auch um die Kosten für unsere Kunden stabil zu halten“, sagte Marko Agthe.  

Die Anlage in Braunsbedra geht, unmittelbar nach der Bepflanzung  der ersten Beete, Mitte Oktober in den Betrieb über. Im Jahr 2024 erfolgt dann die erste Beetschlamm-Entsorgung.

Für die Anlage wurde Erdmassen auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern bewegt. Die sechs Beete haben eine Gesamtfläche von 20 000 Quadratmetern, die mit 29 000 Quadratmetern Abdichtfläche ausgelegt und mit 10 000 Kubikmetern Filterkies und Sand verfüllt wurden. Vier Kilometer Rohrleitungen wurden verlegt und  90 000 Schilfpflanzen werden gesetzt.

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