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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 19.02.2019 um 14:26:18

Auf die Schönheit kommt es nicht an

Ehrenamtliche Helfer wie Gassigeherin Anja Haschberger sind daher jederzeit willkommen. Ehrenamtliche Helfer wie Gassigeherin Anja Haschberger sind daher jederzeit willkommen.
Foto: Tierheim Freyburg
Wenn Minka abhaut und Waldi an der Bushaltestelle angeleint wird, trifft beide oft das gleiche Schicksal: sie kommen ins Tierheim. Wir haben uns vor Ort für Sie in Zeitz und Freyburg umgeschaut.  

von Margit Herrmann und Martin Schumann


Jakob schmiegt sanft sein schwarzbefelltes Köpfchen an die Schulter von Geena-Marie Bliedtner. Um die Füße der 18-Jährigen schleicht schnurrend die schwarz-weiße Katze Claudi. Gemeinsam mit Madlen Soffa leistet die Droyßigerin ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Tierheim Zeitz. „Ich habe meine Ausbildung zur Medientechnologin abgebrochen“, erzählt Geena-Marie. „Demnächst möchte ich eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau beginnen. Zur Überbrückung arbeite ich im Tierheim.“

Die junge Frau hat selbst zu Hause ein Meerschweinchen namens Rosi; außerdem besucht sie regelmäßig einen Reiterhof. Sie findet es schön, wenn Hund, Katze oder Nager ein neues Zuhause findet.

Auch Madlen liebt Tiere, vor allem ihre Foxterrier Dori und Marley. Im September hat die Könderitzerin ihr FÖJ begonnen und mag das Schmusen mit den Katzen. Zu ihren täglichen Arbeiten gehören aber auch das Säubern der Katzentoiletten und das Wischen der Flure und der Futterküchen. Neugierig werden die beiden Mädchen beim Putzen der Behausungen von mehreren Katzenaugenpaaren beobachtet. Einige verkriechen sich in die hinterste Ecke, andere stupsen mit ihren Pfötchen gegen den Wischmopp.

Alle beteiligten Mitarbeiter und Helfer kümmern sich mit viel Liebe um die Stubentiger und Hunde im Zeitzer Tierheim. Für sie alle steht fest: „Bei der Wahl eines Haustieres kommt es nicht auf die Schönheit an. Auch Tiere haben unterschiedliche Charaktere. Vierbeiner und Mensch müssen sich verstehen.“

Es ist zurzeit etwas ruhiger im Tierheim, was nicht jedes Jahr zu der Zeit der Fall ist, erklärt Tierheimmitarbeiterin Jaqueline Just. „Jetzt sammeln wir Kraft für die anstrengenden Monate ab April, wenn wieder viele Tiere unsere Fürsorge brauchen. Die FÖJler haben Zeit, unsere ‚scheuen‘ Katzen an den Menschen zu gewöhnen.“ Geena-Marie und Madlen haben es bei einem getigerten Kätzchen schon fast geschafft. Es haut nicht mehr ab, wenn sie das Gehege betreten, und lässt sich mit etwas Glück auch streicheln.

Die beiden Mädels genießen ihre Zeit im Zeitzer Tierheim. Neben der Arbeit in den Einsatzstellen finden für die 16- bis 26-jährigen FÖJler fünf praxisbezogene Bildungsseminare statt. Monatlich erhalten die Jugendlichen 170 Euro, dazu kommen noch Zuschüsse für Verpflegung und Unterkunft. Zur Bewerbung ist ein schriftlicher Antrag an die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt, Steubenallee 2 in 39104 Magdeburg zu richten. Infos unter www.foej-lsa.de

Für das Zeitzer Tierheim können sich nicht nur junge Menschen im FÖJ einsetzen, auch Hundeausführer sind gern gesehen. Zur Stammbesetzung gehören mehr als ein Dutzend Frauen und Männer, die Fiffi und Co. bei Wind und Wetter ausführen. „Bei Sonnenschein haben wir oft mehr Anfragen als Hunde zur Verfügung“, berichtet die Mitarbeiterin. Deshalb sollten sich Freiwillige frühzeitig anmelden. Mit der Erlaubnis der Eltern können sogar schon 14-Jährige mit ausgewählten Hunden Gassi gehen (Gassigehzeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch sowie am Wochenende und an Feiertagen 12.30 bis 14.30 Uhr, Donnerstag 12.30 bis 15.30 Uhr, Freitag 12.30 bis 14 Uhr).

Karsten Dittmann, Verantwortlicher im Hundebereich, weist darauf hin: „Außerhalb des Tierheimgeländes sind die Tiere nur an der Leine zu führen und wenn Passanten kommen, kurz zu halten.“

Verliebt sich bei den Spaziergängen ein Mensch in einen Vierbeiner, ist das natürlich kein Problem. Gegen eine Schutzgebühr sind Hund und Katze gern an ein liebevolles Zuhause abzugeben. Hunde und Katzen sind geimpft, gegen Parasiten behandelt und gechipt. Die Katzen werden zudem noch kastriert.  Die kostenlose Registrierung der Katzen in einem Haustiersuchregister übernimmt das Tierheim. So kommt es häufiger vor, dass Ausreißer ihrem Besitzer wieder zugeordnet werden können, weil der Chip in jeder Tierarztpraxis und jedem Tierheim ausgelesen werden kann.“

Dafür wichtig ist aber eben die Registrierung, ohne die der Chip praktisch wertlos ist. „Hier sind auch die Tierärzte in der Pflicht, die Halter aufzuklären“, sagt Claudia Müller, die Leiterin des Freyburger Tierheims. Vier Hunde und 30 Katzen hat sie derzeit in ihrer Obhut - zur „Hochsaison“ im Frühjahr kann diese Zahl locker auf das Doppelte ansteigen.

Die Kastration von Katzen, insbesondere Freigängern, ist daher auch eines der Hauptanliegen des Freyburger Tierheims. „Viele Tierfreunde füttern regelmäßig Streuner und kommen erst zu uns, wenn diese dann plötzlich Junge haben“, weiß Claudia Müller aus Erfahrung. „Dabei haben wir die Möglichkeit, Fallen auszuleihen, die Tiere einzufangen, zu kastrieren und wieder freizulassen, um einer ungehemmten Vermehrung vorzubeugen.“

Wer ein vermeintlich entlaufenes oder ein wild lebendes Tier findet, sollte sich zunächst ans Tierheim wenden, rät Claudia Müller. Nicht immer ist eine Aufnahme im Heim notwendig. Falls es doch dazu kommt, kriegen die Vierbeiner in der Regel ein „Komplettprogramm“: Impfung, Wurmkur, Kastration. Hunde werden auch gechipt. Die Kosten dafür bekommt das Tierheim bei Abgabe eines Tieres nicht zurück. Impfung 30 Euro, Wurmkur 7 Euro, Zeckenschutz 8 Euro. Hinzu kommen Futter und Wasser, Unterhaltung und Reinigung der Gehege und nicht zuletzt sind viele Tiere krank - was weitere Kosten verursacht. Abgegeben werden Katzen für 65 Euro, Kater für 60 Euro, Jungtiere (ungeimpft und unkastriert) für 25 Euro. „Viele geben aber freiwillig mehr“, sagt Claudia Müller. Auch Futterspenden kann das Freyburger Tierheim regelmäßig entgegennehmen, viele Spender sind „Stammkunden“.

Anders sieht es bei der finanziellen Ausstattung aus. Zwar ist das Tierheim eine Aufgabe der Kommune, doch die Kassen sind leer. Bezahlt werden die Stelle von Claudia Müller sowie 5.000 Euro Sachkosten pro Jahr. Denen stehen allein 10.000 Euro Tierarztkosten gegenüber, hinzu kommen Strom, Wasser, Müll und mehr.

Große Sprünge sind mit der knappen Finanzdecke nicht drin. Doch Fördermittel machen hin und wieder einiges möglich. So wurden in der Vergangenheit die Katzenquarantäne neu gestaltet und zwei Vordächer erneuert. Für 2019 steht die Erneuerung eines Podestes im Katzengehege an.

Personell ist das Tierheim ebenso knapp bestückt. Zwei Mitarbeiter sind über eine GESA-Maßnahme beschäftigt, drei weitere als Bufdis, zwei Geringverdiener. Geeignete Bewerber sind Mangelware - und die guten werden durch Bürokratie ausgebremst. Ehrenamtliche Helfer wie Gassigeherin Anja Haschberger sind daher jederzeit willkommen. Infos: 0152 / 24496948.

Wer kümmert sich sonst noch?

Tierschutzverein Saale-Rippachtal Hohenmölsen e.V., Rita Wagner, 0151 / 61904­­758 (nur über Whats App erreichbar), Finne oder 0174 / 76208­92, Silvia Eisner, Hohenmölsen, 0152 / 31752525

Katzen- und Kleintierschutzverein Weißenfels e.V., Thomas Gilow, 03443 / ­343207; 0151 / 14840041, Heidi Kronenberg, 016­0 / ­­91­­811787

Tierheim Eulau
Im Naumburger Ortsteil Eulau, Schellsitzer Weg 3, befindet sich das Tierheim Eulau. Hier können neun Hunde und 30 Katzen vorübergehend ein Zuhause finden. Gegenwärtig müssen allerdings elf Hunde und 24 Katzen betreut werden. Der Tierschutzverein Saale-Unstrut e.V. verfügt über rund 100 Mitglieder.
In dem modern eingerichteten Tierheim sind auch wenige Plätze für Pensionsgäste vorgesehen. Allerdings ist dafür eine rechtzeitige Anmeldung erforderlich.
Für Besucher ist das Tierheim täglich (außer sonntags) von 10 bis 16 Uhr geöffnett. Zu erreichen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter 03445 / 702999 oder info@tierschutz-naumburg.de. Fundtiere sind unter www.tierschutz-naumburg.de zu sehen.
Das Tierfreunde möchten in den nächsten Monaten einen Anbau mit Arztzimmer und Qua­­rantänestation beginnen. Wer dafür Baumaterial - auch kleine Mengen - zur Verfügung stellen kann, sollte sich telefonisch melden. Spenden, z.B. Putzmittel, Handtücher, Futter für ältere Hunde, werden gern angenommen.

Hilfe für Samtpfoten
Den Tierschutzverein „Hilfe für Samtpfoten“ e. V. aus Naumburg gibt es seit rund vier Jahren. Die derzeit 51 Mitglieder kümmern sich vor allem um ausgesetzte und verletzte Tiere, schwerpunktmäßig  Katzen und Hunde. In Pflege- und Futterstellen betreut der Verein derzeit rund 60 Tiere.
Die Finanzierung von Futter und Tierarztkosten bestreiten die „Samtpfoten“ ausschließlich aus Spenden und Eigenmitteln, öffentliche Gelder fließen - im Gegensatz zum Tierheim - aber nicht. Größtes Ziel ist die Eröffnung eines eigenen Gnadenhofes, doch dazu müssen noch einige dicke Bretter gebohrt werden, vor allem finanziell.
Der Verein freut sich immer über Spenden, IBAN: DE66 8004 0000 0520 5638 00.

Auffangstation für Reptilien
In Weißenfels befindet sich in der Langendorfer Straße 33 eine Reptilienauffangstation. Der  Tierschutzverein Weißenfels und Umgebung 2006 e.V. hat sie aufgebaut.
Die Vereinsmitglieder kümmern sich um die Notaufnahme von Reptilien und anderer Tiere.
Sie beraten Züchter und Halter von Reptilien, vermitteln Tiere, übernehmen nach Voranmeldung Ur­­laubsbetreuung von Reptilien und organisieren Informationsveranstaltungen.

Tierschutzverein Weißenfels und Umgebung 2006 e.V. 03443 / 802071 oder 0179 / 1076775, E-Mail: rolf-schumann@web.de.

Leserkommentare:


Gerti Lucke, 06667 Weißenfels:
"So geht es aber NICHT! Zu dem Absatz über Kastration und Einfangen von KATZEN: Klar und deutlich: Das wären STRAFTATEN. Und dafür auch noch zu werben und Bürger aufzufordern ist hochgradig kriminell. Wieso? Die KATZE ist generell ein HAUSTIER und KEIN WILD. Somit darf sie nicht gejagt werden (Fallen aufstellen sind unzulässig!) Bei jeder freilaufenden Katze ist zunächst anzunehmen, dass sie einem konkreten EIGENTÜMER gehört, somit PRIVATEIGENTUM darstellt. Ein Einfangen und sogar widerrechtliches (weil ohne Zustimmung des Eigentümers) Kastrieren wäre somit eine schwere Straftat (Diebstahl und missbräuchliche Körperverletzung fremden Eigentums). Die Tierschutzvereine oder Tierheime sind i.d.R. e.V´s und KEINE staatlichen, selbst keine gesetzgebenden Organe. Somit unterliegen deren Handlungen dem BGB sowie dem StGB. Um meine Einstellung klar zu sagen: Ich habe ein liebes Kätzchen, die "Freigängerin" ist. Das liegt in der "Natur der Katze" und ist nicht beanstandungsfähig. Freigang darf folglich auch NICHT verfolgt werden. Meine Katze hat beim Freigang ein Halsband mit Eigentümeradresse um. Sollte jemals sich Irgendjemand (ob Privatperson oder Tierverein) an ihr vergreifen, sie einfangen, wegnehmen oder kastrieren, stelle ich STRAFANZEIGE und erhebe KLAGE auf SCHADENERSATZ und SCHMERZENSGELD. Gleichzeitig würde ich gerichtlich die Schließung des entspr. Vereins betreiben. NUR, wenn der entspr. Verein hinreichend und sicher geklärt hat, dass die entspr. Katze Niemandem (privat) gehört, kann sie von selbst handeln. Andererseits (sollte die Katze irgendwelchen Schaden verursachen) haben sie an den jeweiligen EIGENTÜMER heran zu treten und eine GEMEINSAME, EINVERNEHMLICHE Lösung zu suchen. Da solche Ansichten, die gesetzlich nicht gedeckt sind (wie Kastrationspflicht) öfter von Tierorganisationen behauptet werden, bitte ich höflich um Veröffentlichung dieses Kommentars in der nächsten Druckausgabe des Wochenspiegels. Danke. P:S:: Und nicht vergessen: Das Jagen und Töten von Katzen hat im Mittelalter maßgeblich zur Verbreitung der "PEST" geführt, da sich Ratten ungebremst vermehren konnten."


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