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Martin Schumann Martin Schumann
aktualisiert am 29.04.2019 um 12:57:46

Älteste Sektflasche kehrt „nach Hause“ zurück

Die Stadt Nebra übergibt ein besonderes Fundstück an die Rotkäppchen Sektkellerei. Die mehr als 130 Jahre alte Sektflasche wurde bei Abrissarbeiten an der alten Unstrutbrücke gefunden. Der Inhalt ist leider nicht mehr genießbar.

von Martin Schumann

Mehr als 130 Jahre in völliger Dunkelheit hat sie hinter sich: Die neueste Errungenschaft, die nun einen Weg ins Archiv der Rotkäppchen Sektkellerei gefunden hat, ist eine Sektflasche. „Monopole“ steht auf der damals schon roten Kappe der Flasche, die vermutlich im Jahr 1886 die Keller des Rotkäppchen-Vorgängers Kloss & Foerster verlassen hat und anlässlich der Grundsteinlegung der ersten Nebraer Unstrutbrücke aus Stein am 11. September 1886 eingemauert wurde.

Gefunden wurde sie im August 2018 bei Abrissarbeiten im Zuge des Brückenneubaus, eingelötet in eine kupferne Zeitkapsel, zusammen mit Briefen und Dokumenten.

Flasche als symbolischer Staffelstab

„Diese Flasche ist wirklich etwas besonderes“, stellt auch Ulrich Wiegel, technischer Geschäftsführer der Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei, fest, als er gemeinsam mit Mike Eberlein die Flasche von Nebras Bürgermeisterin Antje Scheschinski überreicht bekommt. Die Flasche ist nicht nur die älteste noch erhaltene des Unternehmens, sondern sie wird damit zugleich zu einem ganz besonderen symbolischen Staffelstab. Ende April geht Wiegel in den Ruhestand und übergibt an seinen Nachfolger Mike Eberle, der die Flasche ebenfalls mit großem Interesse in Augenschein nimmt.

Trinkbar ist der Inhalt der Flasche allerdings nicht mehr. Durch die Baggerarbeiten wurde die Kapsel beschädigt, ebenso der Verschluss der Flasche, so dass durch den Überdruck ein wenig Sekt austrat - wenn man das denn überhaupt noch Sekt nennen mag. Von einem „penetranten Geruch“ spricht Antje Scheschinski und rümpft die Nase. „Definitv kein Genuss“, bestätigen auch Wiegel und Eberle. Sekt genießt man, im Gegensatz zu manchem Wein, am besten frisch. Über längere Zeit baue sich der Geschmack ab, die Komponenten bauen sich ab, er werde sehr fade, heißt es.

Dennoch wolle man versuchen, den den Sekt im Rotkäppchen-Labor zu analysieren. Möglicherweise komme man mit einer Spritze an den Inhalt, spekuliert Wiegel. Komplett öffnen sei hingegen keine Option.

Rote Kappe wurde zum Namensgeber

Mehrere Besonderheiten weist die alte Flasche auf. So fällt Ulrich Wiegel vor allem der sehr tief gewölbte Boden auf. Ein Etikett fehlt leider und es deuten auch keine Spuren darauf hin, dass mal eines vorhanden war - warum auch immer. Die rote Kapsel, die den Korken umschließt, hat einen etwas anderen Rot-Ton, als er heute verwendet wird. Erhaben eingestanzt ist auf der einen Seite die Herstellerbezeichnung „Kloss & Foerster“ sowie eine Prägung, die das Unternehmen als „Inhaber der großen Staatsmedaille in Gold“ ausweist. Auf der anderen Seite ist die Verkaufsbezeichnung „Monopole“ eingestanzt, unter der die Firma Kloss & Foerster ihren Sekt vertrieb. Ein Streit um die Rechte an dieser Bezeichnung führte dazu, dass das Unternehmen 1894 den Namen „Monopole“ aufgeben musste. Die rote Kappe wurde ab diesem Zeitpunkt zum Namensgeber und Markenzeichen.

Ausstellung

Zu sehen war die Flasche bisher in einer Sonderschau im Rahmen der Trias-Ausstelung in Nebra, Promenade 13. Dort sind auch zahlreiche Dokumente aus der Zeitkapsel, „Briefe an die Finder“, handgeschrieben in Sütterlin und übertragen in heute lesbare Schrift, ausgestellt. Noch sind dort nicht alle alten Dokumente aufgearbeitet, weitere sollen perspektivisch hinzu kommen.

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