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Wochenspiegel > Naumburg > Ein Jahr Welterbe - Naumburger Dom >
Ronny Kratz Ronny Kratz
aktualisiert am 01.07.2019 um 12:15:22

Ein Jahr Welterbe - Naumburger Dom

Die Freude und die Erleichterung, aber auch die Anspannung waren der Dechantin der Vereinigten Domstifter Prof. Dr. Karin von Welck und dem Stiftsdirektor Dr. Holger Kunde bei der Entscheidung des UNESCO-Welterbe- Komitees in Bahrain vor einem Jahr deutlich anzusehen. Nach 20 Jahren und drei Anläufen wurde der Naumburger Dom endlich aufgenommen in das UNESCO-Welterbe. Die Arbeiten des Naumburger Meisters sind nun anerkannte Meisterwerke von Weltrang, die es zu bewahren und zu erhalten gilt. Rückblickend sagt Dr. Holger Kunde: „Wir haben immer an die Einzigartigkeit, an das Herausragende, an das Besondere des Naumburger Doms geglaubt und bei allen Steinen, die im Weg lagen, nicht aufgegeben. Das hat sich ausgezahlt. Es überwiegt immer noch die pure Freude über diese Anerkennung. Dass wir nun noch mehr Menschen tagtäglich mit dem Dom und seinen Schätzen begeistern können, ist ein Privileg.“
Tatsächlich sind die Besucherzahlen um über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im ersten halben Jahr kamen mehr als 60.000 Gäste in den Naumburger Dom.  Auch die Anzahl der Reisegruppen, die eine Führung durch den Dom im ersten Halbjahr erlebt haben, hat sich mit über 240 Führungen fast verdoppelt. Um dem Anspruch, dem Besucher einen außergewöhnlichen und unvergesslichen Aufenthalt zu ermöglichen, weiter gerecht zu werden, wurde zusätzliches Personal an der Domkasse eingestellt, das auch mehrsprachig ausgebildet ist.
Außerdem wurde der Service für den Gast weiter ausgebaut: Der Audioguide, der dem Besucher eine tiefgründige und spannende Erläuterung zum Dom liefert, ist überarbeitet und auf die aktuellen Ereignisse mit dem Welterbetitel angepasst. Passend dazu entstand ein neuer Wegweiser, der übersichtlich durch den Dom und den Domgarten führt.  Im Domschatzgewölbe gibt es ebenfalls Neuerungen: Dort bieten digitale mehrsprachige Anzeigen dem Besucher Informationen zu den herausragenden Schätzen. Natürlich wurden darüber hinaus die Führungen für Reisegruppen und die öffentlichen Führungen weiterentwickelt. Die Domführer nehmen in ihren Rundgängen Bezug auf die Kriterien, die maßgeblich für den Welterbetitel waren.
Doch nicht nur vor Ort - unmittelbar im Naumburger Dom - wird der Service für den Besucher verbessert. Um sich auf den Aufenthalt vorzubereiten oder ganz allgemein über den Dom zu informieren, haben die Vereinigten Domstifter eine neue, werbewirksame Internetseite geschaffen: visituta.com. Hier finden sich kompakt und anschaulich alle wichtigen Informationen und Geschichten rund um die Welt der Uta. Momentan wird die Seite ins Englische übersetzt und ab dem 1. August für internationale Besucher nutzbar sein. Die Internetseiten vereinigte-domstifter.de und naumburger-dom.de bleiben weiterhin bestehen und werden im Hintergrund überarbeitet und modernisiert.
Es gilt jedoch nicht nur den Welterbegedanken zu leben und weiterzutragen, sondern den Naumburger Dom mit seinen Schätzen zu bewahren. Dazu zählen die herausragenden Meisterwerke der Glaskunst aus dem 13., 14., und 15. Jahrhundert: Die 11 Glasfenster in den beiden Chören des Naumburger Doms gehören zu den qualitätvollsten erhaltenen Glasmalereizyklen des Mittelalters. Damit das wunderbare Glas und die einmaligen Glasmalereien  für die Nachwelt erhalten bleiben und wieder zum Strahlen kommen,  werden die Fenster in einer eigens dafür gegründeten, temporären Glasrestaurierungswerkstatt am Dom von internationalen Experten restauriert.
Während die Arbeiten der Fenster im Westchor bald abgeschlossen sind und dieser bis zum Jahresende wieder vollkommen ohne Einschränkungen zu sehen sein wird, beginnen ab September 2019 die umfangreichen Arbeiten an den Glasfenstern im Ostchor. Um die Restaurierungsarbeiten so effizient und sicher wie möglich zu gestalten, werden alle Fenster des Ostchores zeitgleich eingerüstet. Die Arbeiten sollen ein Jahr dauern. Die Sehenswürdigkeiten, die sich momentan dort befinden, werden für den Gast weiter sichtbar bleiben, denn Kunstwerke wie der Marienaltar und der einmalige Diakon, ebenfalls ein Werk des Naumburger Meisters, erhalten für eine Übergangszeit einen neuen Platz im Dom.
Auch außerhalb des Naumburger Doms wird es in Zukunft Veränderungen geben. So soll gegenüber dem Dom ein Welterbe-Informationszentrum entstehen, in dem eine Ausstellung zum Welterbe-Antrag und zur Saale-Unstrut Region zu sehen sein sollen und in das der Ticketverkauf einen Platz findet.  Aktuell finden gemeinsam mit der Stadt Naumburg und dem Burgenlandkreis Gespräche über eine geeignete Form der Zusammenarbeit statt, wobei die Vereinigten Domstifter der Hauptbetreiber sein werden. Ziel ist es, den Dombesuch noch komfortabler, informativer und attraktiver für den Gast zu gestalten, sowie die touristischen Schätze der Stadt Naumburg und der Saale-Unstrut Region hervorzuheben und zu einem Besuch dieser anzuregen.
Durch die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe entstehen neue nationale und internationale Netzwerke, mit denen es gelingt, über den Naumburger Dom und seine Meisterwerke von Weltrang zu informieren und eine größere Aufmerksamkeit zu generieren. So sind die Vereinigten Domstifter vor kurzem in den UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. eingetreten. Eine Premiere war die Beteiligung mit Aktionen und Sonderführungen beim UNESCO-Welterbetag am 2. Juni. In Zukunft soll der UNESCO-Welterbetag eine feste Größe im Veranstaltungskalender des Naumburger Doms werden, um den Welterbetitel zu feiern und um spannende und einzigartige Angebote für den Gast zu bieten.
Die Vereinigten Domstifter möchten das Welterbe nicht nur leben und bewahren, sondern vor allem auch über Generationen hinweg vermitteln. Das gelingt der KinderDomBauhütte mit ihren Projektangeboten für Kinder und für Erwachsene sehr erfolgreich. Mit den abwechslungsreichen Kreativ-Angeboten haben die Teilnehmer die Möglichkeit, den Facettenreichtum des Naumburger Doms kennenzulernen. So wurde speziell für den Welterbetitel ein neues Projekt für Kinder entwickelt: "Uta von Naumburg. Gut betucht". In dem Projekt wird die "schönste Frau des Mittelalters", Markgräfin Uta, in den Fokus gerückt und die Mode des 13. Jahrhunderts unter die Lupe genommen. In der Werkstatt der KinderDomBauhütte fertigen die Kinder eine bewegliche Utafigur aus Papp-masché, die wie eine Anziehpuppe Schicht für Schicht eingekleidet werden kann.
 
Außerdem wurden in diesem Jahr die Angebote für Erwachsene erweitert und in einer eigenen Broschüre festgehalten. In den vergangenen Jahren besuchten immer mehr Menschen im Rahmen ihrer Familien-, Vereins- oder Weihnachtsfeier die KinderDomBauhütte, tauchten in die faszinierende Welt der Bauhütten des 13. Jahrhunderts ein und fertigten persönliche Werkstücke. Die Vereinigten Domstifter freuen sich, wenn in den kommenden Jahren noch mehr Menschen die kreative und informative Welt der KinderDomBauhütte kennenlernen und so das Welterbe weitergetragen werden kann.
 

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