Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die vorhergehende Ausgabe

E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Damen und Herren,


zur Zeit bereiten wir eine neue Anzeigenannahme vor.

Schicken Sie Ihre Anzeige bitte vorübergehend an folgende E-Mail-Adresse:
info@wochenspiegel-halle.de

Telefon: (0345) 130 10 0
Fax: (0345) 130 10 61
Wochenspiegel > Naumburg > Ein Jahr, das wie im Flug verging - Abschied von Saale-Unstrut-Weinkönigin Gina Marie Gräfe >
Martin Schumann Martin Schumann
aktualisiert am 04.09.2019 um 11:42:51

Ein Jahr, das wie im Flug verging - Abschied von Saale-Unstrut-Weinkönigin Gina Marie Gräfe

Vor einem Jahr bekam Gina Maria Gräfe die Krone von ihrer Vorgängerin Juliana Beer. Vor einem Jahr bekam Gina Maria Gräfe die Krone von ihrer Vorgängerin Juliana Beer.
Foto: Martin Schumann
Gemeinsam mit der scheidenden Weinkönigin Gina Maria Gräfe, die am Sonntag die Krone an ihre Nachfolgerin weitergibt, blicken wir auf ihr Amtsjahr zurück.

Von Martin Schumann


Wenn Gina Maria Gräfe am Sonntag die Krone der Gebietsweinkönigin an ihre Nachfolgerin übergibt, dann geht für sie ein abwechslungsreiches Jahr zu Ende. Um die 250 Termine hat sie in dieser Zeit im Dienst des Saale-Unstrut-Weins absolviert.

„Das Jahr verging wirklich rasend schnell“, sagt sie. „Man plant von Woche zu Woche und realisiert gar nicht, wie schnell die Wochen vergehen.“ Die Erlebnisse als Weinkönigin waren zahlreich und vielfältig. Besondere Höhepunkte zu benennen, fällt Gina Marie Gräfe daher schwer: „Jeder Termin hat das Jahr zu dem gemacht, was es war. Ich würde keinen missen wollen.“ Im Gedächtnis geblieben sind ihr nicht nur die großen Events, sondern auch die kleinen Weinfeste und Verkostungen. „Die waren toll, je weniger Leute da waren, umso intensiver konnte man sich austauschen.“

Auf einen besonderen Höhepunkt legt sich die 49. Gebietsweinkönigin dann aber doch fest: Die Welterbe-Übergabe im Dom. „Ich konnte miterleben, wie die Urkunde ihr Ziel erreicht hat, das war ein bewegender Moment“, blickt sie zurück. Auch das Abendessen der Botschafter durfte Gina Maria Gräfe miterleben und begleiten - auf englisch, wohlgemerkt. „Das war eine Herausforderung“, räumt sie ein. „Aber die habe ich zum Glück gut gemeistert.“ Das trifft auch auf ihre Amtszeit insgesamt zu. Von Pech und Pannen blieb die Majestät verschont. „Mein Auto war immer zuverlässig, ich war immer pünktlich, ein Glas ist mir nie runtergefallen“, zählt sie auf. Auch Ersatzkleid und Ersatzstrumpfhose, die von Anbeginn ihrer Amtszeit an für Notfälle im Kofferraum lagen, mussten nie zum Einsatz kommen.

Natürlich ist so ein umfangreiches Ehrenamt auch immer mit gewissen Einschränkungen verbunden. Das bekamen vor allem Familie und Freund zu spüren.

„Mit meinem Freund habe ich schon zwei Jahre in Brandenburg gewohnt. Aber ich konnte ja nicht immer von dort anreisen, also bin ich wieder bei Mutti eingezogen und er war allein. Das war schon ein wenig komisch“, blickt Gina Maria Gräfe zurück. „Aber wir hatten das ja vorher alles abgesprochen.“ Zur besseren Planung für alle gab es neben dem klassischen Buch-Kalender auch einen elektronischen im Handy, auf den auch Freund und Mutter zugreifen konnten. „Aber jetzt haben sie es ja fast geschafft“, sagt sie lachend. „Die Mutti freut sich schon, dass der Wäschekorb bald nicht mehr so voll ist.“

Zwar stand das Amt als Gebietsweinkönigin bei ihr immer an erster Stelle, doch weitergekommen ist sie beruflich trotzdem. Das Studium als Medizin-Informatikerin konnte sie, nicht zuletzt Dank dem Entgegenkommen ihrer Professoren, fortsetzen, die Bachelor-Arbeit ist fertig und eine Woche vor dem Winzerfest abgegeben.

Auch Gina Marias liebstes Hobby neben dem Wein, das Backen, kam nicht zu kurz - im Gegenteil. „Selbst in den letzten zwei Wochen, als es sehr stressig war, habe ich mir zwischendurch gesagt, ach komm, jetzt machste dir paar Muffins, einfach weil ich Bock drauf hatte und weil es entspannt“, sagt sie und lacht. „Außerdem liefert Zucker Energie und Motivation.“  

Demnach sollte Gina Maria Gräfe in den nächsten Tagen noch die eine oder andere Portion Muffins backen. Zwar mangelt es ihr nicht an Motivation, etwas Energie für die anstehenden Aufgaben kann dennoch nicht schaden. Schon seit einigen Wochen läuft die Vorbereitung zur Wahl der Deutschen Weinkönigin, der sie sich am 21. (Vorentscheid) und 27. September (Endrunde, live im SWR) gemeinsam mit den Bewerberinnen aus den anderen zwölf deutschen Weinanbaugebieten stellen wird.

Und auch wenn sie - zumindest auf der Hinfahrt - nicht mit im großen Saale-Unstrut-Bus sitzen wird, kommt bei Gina Maria Gräfe doch ein bisschen so etwas wie Klassenfahrtstimmung auf. „Im Vorbereitungsseminar habe ich alle anderen Kandidatinnen kennengelernt. Wir haben uns super verstanden und wollen die Zeit zusammen genießen“, sagt sie. Auf ein genaues Ergebnis oder Ziel will sie sich aber nicht festlegen. „Alle haben eine super Ausstrahlung und ein super Wissen. Ich will mein Bestes geben und am Ende mit mir zufrieden sein. Alles andere hängt von der Tagesform ab. Ich mache mich da nicht verrückt.“

Doch vor der großen Aufregung um die große Wahl kommt zunächst die „kleinere“ Aufregung bei ihrer Abkrönung. „Meine Abschiedsrede habe ich noch nicht geschrieben, aber im Kopf habe ich schon ein paar Gedanken, was ich sagen und wem ich danken möchte. Das bringe ich dann ein paar Tage vorher zu Papier“, sagt Gina Maria Gräfe, die nicht garantieren kann, dass nicht doch ein paar Tränchen kullern. „Das ist nicht unwahrscheinlich, ich bin schon ein emotionaler Mensch.“

Und was gibt sie, als letzte Amtshandlung gewissermaßen, ihrer Nachfolgerin auf den Weg? „Genieß, das Jahr es geht schneller vorbei, als man denkt. Nimm alle Termine wahr, es gibt sie nur einmal. Und verstelle dich nicht, bleib immer du selbst!“

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Rund um den Burgenlandkreis: Folge 45 - Nebra  Rund um den Burgenlandkreis: Folge 45 - Nebra Es ist ruhig geworden um die einst „kleinste Kreisstadt der DDR“ ...
Anzeige
Trauerportal
Rund um den Burgenlandkreis: Folge 44 - Wangen  Rund um den Burgenlandkreis: Folge 44 - Wangen Die „Liebchen“ auf der einen Seite, die „Hunde“ auf der anderen ...
Anzeige
Rund um den Burgenlandkreis: Folge 43 - Wendelstein  Rund um den Burgenlandkreis: Folge 43 - Wendelstein Ein (fast) verlassener, aber malerischer Fleck Erde ...
Anzeige
Unser Land