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Wochenspiegel > Naumburg > Rund um den Burgenlandkreis: Folge 39 - Marienroda >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 14.11.2019 um 11:38:21

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 39 - Marienroda

Bremsen, Blinken, Abbiegen - wer das verpasst hat Marienroda bereits wieder verlassen. Bremsen, Blinken, Abbiegen - wer das verpasst hat Marienroda bereits wieder verlassen.
Foto: Cord Gebert Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Wer nicht bremst, fährt durch

Rund 200 Meter liegen zwischen Ortsein- und Ortsausgangsschild.
Marienroda (cg).
Unauffällig steht das Ortsschild an einem Waldrand an der L211 zwischen Braunsroda und Tauhardt. Es folgen drei Häuser auf der linken Seite - Ortsausgang.

Wer die volle Pracht des Örtchens Marienroda erleben will, muss also rechtzeitig bremsen und in die Dorfstraße (welches gleichzeitig die einzige Straße ist) abbiegen. Der Blinker wird gesetzt, es wird abgebogen und nach weiteren sechs Häusern endet der Weg in einer Sackgasse. Umdrehen. An einem kleinen Abzweig, bevor die Dorfstraße wieder auf die L211 führt, schlängelt sich ein Weg an drei weiteren Häusern vorbei. Insgesamt sind es in Marienroda 12 an der Zahl. Dort treffen wir auf Peter Sammet. Nach kurzem Geplänkel auf der Straße kommt Erika, die Ehefrau des Zugezogenen  und quasi Ureinwohnerin aus Marienroda, hinzu.

Dort wohnen die Beiden seit zirka 21 Jahren im 1953 erbauten Elternhaus von Erika. Ihren Mann, der gebürtiger Magdeburger ist, lernte sie in Wetzendorf kennen. Dort verbrachte sie 20 Jahre ihres Lebens, während Peter kennen als Ofenbauer im Zementwerk Karsdorf auf Montage war.

„Als ich das Dörfchen vor 41 Jahren verlassen habe, war mir nicht klar, dass sich in den nächsten Jahren so viel ändert“, erklärt Erika Sammet. Rund einhundert Einwohner, so schätzt die Rentnerin lebten zu der Zeit im Ort. Die Häuser waren mit zahlreichen Kindern gesegnet, die Dorfgemeinschaft funktionierte, es wurde nie langweilig. „Heute hat Marienroda 27 Einwohner, davon zwei Kinder“, fügt Peter hinzu. „Man kennt sich, man grüßt sich, aber mehr gibt es hier leider nicht.“

Die Beiden sind selbst Eltern und Großeltern. Die drei eigenen Töchter sind lange aus dem Haus, wohnen in der näheren Umgebung. Aber in Marienroda hielt es keinen davon. „In 40 Jahren,“ so lautet die Prognose der beiden, „könnte der idyllische Ort Geschichte sein. Schließlich gibt es hier nichts, was junge Familien locken könnte und investiert wird in die kleine Siedlung am Rande des Burgenlandkreises schon lang nicht mehr.“

In einem kleinen Waldstückchen nahe dem Wohnhaus der Beiden stehen große Tannen gefährlich schief. Bei jedem Sturm bangen beide um das eigenhändig renovierte Haus. Ob Treuhand oder Gemeinde zuständig sind scheint nicht klar. Getan hat sich bisher jedenfalls nichts am Zustand der Wald- und Grünfläche.

Selbst die Telekom hat augenscheinlich mit Marienroda abgeschlossen. „Vor einigen Jahren, als die Oberleitungen durch Erdkabel ersetzt wurden, hielt es die Telekom nicht für nötig ihre Leitungen gleich mit unterirdisch zu verlegen.“ ärgern sich Peter und Erika. In Marienroda schlängeln sich also auch im Jahr 2019 noch die Kabel von Hausgiebel zu Hausgiebel.

Und doch: Die Beiden Rentner fühlen sich wohl in „ihrem“ Marienroda. „Es ist ruhig, stressfrei und lässt sich bisher ganz gut und friedlich hier leben.“ Und vielleicht erwacht das unscheinbare Dörfchen ja doch wieder zum Leben wenn junge Familien nicht nur durchfahren, sondern auf die Bremse treten, abbiegen und sich eventuell leerstehende Immobilien etwas genauer anschauen.

Aus der Historie
Der jetzige Ort Marienroda entstand aus dem Vorwerk des Rittergutes Steinburg. Der Name wurde von der Wüstung (aufgegebene Siedlung) übernommen, welche schon in einem Lehnbrief von 1486 als Zubehör zur Herrschaft Steinburg erscheint.

Der alte Gasthof ist ein ehemaliger Ausspanngasthof an der bekannten Kupfer- und Weinstraße, die von Nürnberg über die Finne nach Eisleben führte.

In einer Notiz von 1800 ist zu lesen, dass in Marienroda der Gasthof stand, die Ziegelscheune, ein Schafstall, eine kleine Scheune und sonst nichts. Die neuen Häuser entstanden im Zuge der Bodenreform als Neubauernhöfe.

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