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Wochenspiegel > Naumburg > Der Deutschen liebstes Obst: „An apple a day keeps the doctor away“ >
Martin Schumann Martin Schumann
aktualisiert am 09.01.2020 um 16:23:44

Der Deutschen liebstes Obst: „An apple a day keeps the doctor away“

Trotz maschineller Unterstützung, hier bei der Ernte, ist die Produktion von Äpfeln zum großen Teil Handarbeit. Aktuell wird in den Plantagen mit dem Verschneiden der Bäume der Grundstein für die diesjährige Ernte gelegt. Trotz maschineller Unterstützung, hier bei der Ernte, ist die Produktion von Äpfeln zum großen Teil Handarbeit. Aktuell wird in den Plantagen mit dem Verschneiden der Bäume der Grundstein für die diesjährige Ernte gelegt.
Foto: Martin Schumann
Am 11. Januar ist der Tag des deutschen Apfels. Wir sprachen mit einem Fachmann.

BLK (ms).
„Ein Apfel pro Tag hält den Arzt fern“ - das reimt sich nicht, ist aber eine ziemlich genaue Übersetzung des auch hierzulande bekannten englischen Sprichworts. Zwar vermag der Apfel keine Wunder zu bewirken, gesund ist er aber auf alle Fälle. Er enthält viele Mineralstoffe und Spurenelemente, Vitamine, Ballaststoffe, Fruchtzucker, Fruchtsäure und hochwirksame sekundäre Pflanzenstoffe. Der Apfel ist reich an Nährstoffen und arm an Kalorien, er sättigt und stillt den Durst. Das Zusammenspiel seiner wertvollen Inhaltsstoffe schützt vor Herzinfarkt und Krebs, senkt den Cholesterinspiegel und regt die Verdauung an. Neueste Studien deuten sogar darauf hin, dass der Apfel das Risiko für Demenz und Alzheimer verringert. Kurz: Der Apfel war schon „Superfood“, lange bevor man diesen Begriff überhaupt kannte.

Wenig verwunderlich ist es daher, dass der Apfel  das beliebteste Obst der Deutschen ist. Etwas mehr als 20 Kilo davon aß jeder Deutsche in der Apfel-Saison 2017/18. Die Banane liegt seit vielen Jahren auf Platz zwei, und das mit deutlichem Abstand: 12,4 Kilo waren es im genannten Zeitraum.

Deswegen hat der Apfel auch seinen eigenen „Feiertag“: Am 11. Januar wird der Tag des deutschen Apfels begangen. Ins Leben gerufen wurde dieser Tag vor zehn  Jahren von der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) e.V.

950.000 Tonnen Äpfel ernteten die deutschen Erzeuger im Jahr 2019. Einen kleinen Teil davon pflückten die Mitarbeiter der Agrar- und Absatzgenossenschaft Naumburg. Daniel Keller ist im Unternehmen verantwortlich für den Obstbau und ein echter Apfel-Fan. Die letzte Ernte sei mit rund 300 Tonnen unterdurchschnittlich gewesen. „In guten Jahren sind es 400 Tonnen“, sagt er. Doch der zweite trockene Sommer in Folge mache sich eben bemerkbar. Um weiteren Trockenperioden zuvorzukommen, investiert das Unternehmen daher in Tröpfchenbewässerung auf seinen Plantagen.

Sonnenbrand macht Äpfel unverkäuflich

Ein zweites großes Problem im letzten Sommer war der Sonnenbrand, der auf vielen Früchten zu braunen und schwarzen Flecken führte. „Die kann man zwar ausschneiden, aber der Apfel ist damit weder lagerfähig noch verkäuflich“, so Keller. Knapp ein Drittel der Ernte endete so als „Industrieware“ und wurde von Unternehmen der Region zu Saft weiterverarbeitet. Zum Vergleich: In guten Jahren strebt die Genossenschaft einen Industrie-Anteil von fünf bis maximal zehn Prozent an.

Ihre komplette Ernte - auch mit knapp 15.000 Liter einen Großteil des verarbeiteten Saftes - vertreibt die Agrar- und Absatzgenossenschaft als Direktvermarkter im Apfelmarkt in der Halleschen Straße. Deswegen hat Daniel Keller auch einen recht genauen Überblick über die Vorlieben der Kundschaft. „Der Elstar ist die beliebteste Sorte in Deutschland, bei uns spielt sie aber nicht die ganz große Rolle“, sagt er. In Naumburg weiß die Kundschaft besonders den Shampion zu schätzen. „Er hat eine weiche Schale und ein weiches Fruchtfleisch, das mögen vor allem ältere Menschen“, sagt Keller.

Bei Kindern beliebt sei vor allem der Gala: Mittlere Größe, sehr süß. Eine große Rolle spielen auch Jonagold und seine Mutanten Jonagored und Red Jonaprince. „Das sind die Sorten, die man auch aus dem Supermarkt kennt“, so Keller.

30 verschiedene Sorten im Anbau

Rund 30 Sorten baut die Agrar- und Absatzgenossenschaft an. Eine wachsende Rolle spielen dabei allergikergeeignete Sorten wie der Santana, der jedoch leider nicht lagerfähig ist und nur saisonal angeboten werden kann. Auch Gräfin Goldach, eine noch junge Züchtung aus Bayern, der zeitige und nicht lagerfähige Piros und der zuckerarme und daher für Diabetiker geeignete Idared sind im Sortiment.

Selbstverständlich werden auch alte Sorten gepflegt. „Cox Orange, Grafensteiner, Boskoop“, zählt Daniel Keller auf. „Die haben im Vergleich niedrigere Erträge, werden aber von der Kundschaft noch nachgefragt.“ Vor allem im Winter sei der Boskoop als Kuchen- oder Bratapfel sehr beliebt.

Damit Äpfel überhaupt das ganze Jahr über und nicht nur in der Erntezeit von Ende Juli bis Oktober angeboten werden können, ist eine ausgeklügelte Logistik erforderlich. Die hauseigene Kühlzelle der Genossenschaft reicht nicht für die komplette Ernte, deswegen bedient man sich eines externen Dienstleisters, der die Äpfel einlagert und nach Bedarf wieder an den Apfelmarkt ausliefert. Langfristig ist der Ausbau der eigenen Kapazitäten vor Ort geplant.

Alles hat Vor- und Nachteile

Natürlich stellt sich in der heutigen Zeit auch immer die Frage nach der CO2- beziehungsweise Klimabilanz. Immerhin brauchen Kühlzellen Strom. Ob es ökologisch sinnvoller wäre, beispielsweise im Mai und Juni Äpfel aus Neuseeland zu importieren statt heimische Lagerware zu nutzen, daran scheiden sich die Geister. „Die CO2-Bilanz von beiden Varianten habe ich noch nicht ausgerechnet“, meint Daniel Keller. „Und ich möchte das auch nicht. Ich bin mir sicher, das kann man sich sowohl auf die eine, als auch auf die andere Weise schönrechnen.“

Am liebsten frisch

Frisch ist für Daniel Keller sowieso die liebste Variante, einen Apfel zu essen. Welche Sorte er dabei bevorzugt, ist von der Jahreszeit abhängig: „Ende Juli einen Grafensteiner, im September einen Rubinola“, sagt er. „Während der Saison gibt es nichts besseres als einen Apfel direkt vom Baum.“ Doch auch zu Apfelstreuselkuchen nach Omas Rezept, einem Schokoapfel aus Golden Delicious zur Weihnachtszeit oder den hausgemachten Apfelchips sagt Daniel Keller nicht nein. Ein echter Apfelfan eben.

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