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Wochenspiegel > Naumburg > Der Ort zum Sonntag: Folge 12 - Mehrgenerationenhaus in Karsdorf >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 26.03.2020 um 08:56:07

Der Ort zum Sonntag: Folge 12 - Mehrgenerationenhaus in Karsdorf

Sonst mit Leben erfüllt, derzeit geschlossen: Das Mehrgenerationenhaus Karsdorf. Sonst mit Leben erfüllt, derzeit geschlossen: Das Mehrgenerationenhaus Karsdorf.
Foto: Martin Schumann Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
Mehrgenerationenhaus ist für Hilfebedürftige stets zu Diensten.
Ehrenamtler bereiten sich vor, für alte und kranke Menschen einzukaufen oder anderweitig zu helfen.
Karsdorf (ms).
Im letzten Jahr, als wir die Kreisgrenze abfuhren, waren wir schon einmal zu Gast in Karsdorf und besuchten das Mehrgenerationenhaus (MGH) als Dreh- und Angelpunkt des sozialen Lebens im Ort. Inzwischen hat die Corona-Krise auch das MGH fest im Griff.

Bei unserem erneuten Besuch liegt eine beunruhigende Stille in der Luft. Kein Kinderlachen, kein Geschrei vom Spielplatz, kein Klappern von Kaffeetassen - das MGH hat für den Besucherverkehr geschlossen. Alle geplanten Veranstaltungen, die Kreativkurse, Sport, die Osterferienangebote sind abgesagt. Die Kleiderkammer und die Fundgrube sind geschlossen.

Hausleiterin Angela Reininger hält gemeinsam mit Susanne Dessau dennoch die Stellung. Für Notfälle stehen sie bereit, haben auch einige ehrenamtliche Helfer in der Hinterhand, die schnell aktiviert werden können. Die beiden Frauen sind sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst, erst recht in Zeiten wie diesen.

„Das Telefon ist besetzt, wenn Menschen Sorgen, Nöte oder Fragen haben und Hilfe brauchen“, sagt Angela Reininger. Sie berichtet beispielsweise von einer 80-jährigen Frau, die nachfragte, ob sie denn die Gartenbaufirma auf ihrem Grundstück weiterarbeiten lassen könne oder wegschicken müsse. Sie berichtet über den örtlichen Baustoffhandel, der vorsorglich freiwillig geschlossen hat, aber der eigentlich die einzige Postannahmestelle im Ort betreibt. „Wir haben auch schon eine Briefmarke aus unserem Bestand verkauft“, sagt sie.

Gerade ältere Menschen sind oft nicht mobil, können nicht zur nächsten Postfiliale nach Nebra. Viele wissen mit der Situation nicht umzugehen, sind verunsichert. Ihnen möchte Angela Reininger Sicherheit bieten. „Jeder kann sich an uns wenden. Im Notfall kaufen wir auch für die Leute ein, die krank sind, sich nicht raus trauen oder nicht raus dürfen“, bietet sie an. Wie würde das konkret ablaufen? „Die Leute geben die Einkaufsliste per Telefon durch, wir kaufen ein und hängen den Leuten dann den Beutel an die Tür. Die müssen dann einen Umschlag mit dem Geld vorbereitet haben.“ Natürlich wird dabei darauf geachtet, sich selbst und andere möglichst wenig zu gefährden. Handschuhe und Desinfektionsmittel stehen bereit. Im Moment ist diese Dienstleistung noch nicht so gefragt. „Aber wer weiß, was kommt“, sagt Angela Reininger. „Vielleicht wird ja doch noch eine Ausgangssperre verhängt.“ Am Donnerstagvormittag ist die freilich noch Spekulation. Wie es bei Erscheinen dieser Zeitung aussieht, weiß da noch niemand. Die Lage ändert sich fast täglich.

Eigentlich hatte sich das MGH auf das Frühjahr vorbereitet. Eierbetteln und Ostermarkt wären die ersten Höhepunkte gewesen. Auch im Inneren ist viel passiert. Die wenig nachgefragte Bibliothek wurde zum Kreativraum umgestaltet, samt Lager für Bastelmaterial aller Art. Die Bücher wurden teils ausgesondert, teils neu sortiert und auf die Räume aufgeteilt. Im „Multiraum“, der sowohl von Senioren als auch von Jugendlichen genutzt wird, finden sich zwei Regale. Eines mit jugendgerechter Sach- und Fachliteratur und eines mit Unterhaltungsliteratur für die ältere Generation. Die Cafeteria erstrahlt ebenfalls in neuem Glanz, hier haben weitere Bücher einen neuen Platz gefunden. Allein, die Menschen, die das Mehrgenerationenhaus mit Leben erfüllen sollen, fehlen derzeit.

Kontakt: 034461 / 56247
info@mgh-karsdorf.de

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