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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 07.05.2020 um 11:33:23

Der Ort zum Sonntag: Folge 18 - Die Bibliothek

Gundel Spaar ist in ihrem „Glaskasten“ gut geschützt. Die Bücher passen durch einen Schlitz. Gundel Spaar ist in ihrem „Glaskasten“ gut geschützt. Die Bücher passen durch einen Schlitz.
Foto: Martin Schumann Galerie (1 Bild)
Ein Ort des Wissens, der Begegnung und der Freude. Bibliotheken können seit Montag wieder öffnen. Doch die Träger machen davon unterschiedlich Gebrauch.

Bad Bibra (ms).
Gundel Spaar scharrt mit den Füßen - im übertragenen Sinne natürlich. Nach rund sechs Wochen will sie gerne wieder für ihre Leserinnen und Leser da sein, will die Stadtbücherei Bad Bibra wieder öffnen. Theoretisch wäre das ab Montag möglich, denn die Lockerungen der Corona-Beschränkungen, die es beispielsweise Friseuren erlauben, unter Sicherheitsvorkehrungen wieder zu öffnen, erlauben grundsätzlich auch wieder die Öffnung von Bibliotheken und Museen.

Verantwortlich dafür und vor allem für die Einhaltung bestimmter Mindeststandards in puncto Hygiene sind jedoch die jeweiligen Träger der Bibliotheken, also die Städte und Gemeinden. Und die halten sich im Moment zum Teil noch zurück. Aus Naumburg und der Verbandsgemeinde Unstruttal konnten uns bis zum Redaktionsschluss am Mittwoch 12 Uhr noch keine konkreten Planungen oder Termine für Wiedereröffnungen genannt werden. In Zeitz wird ebenso noch beratschlagt, alle ausgeliehenen Medien wurden vorsorglich automatisch bis 26. Mai verlängert.  In Weißenfels und Hohenmölsen sind die Stadtbibliotheken ab Montag hingegen wieder mit ihren bekannten Öffnungszeiten am Start.

Gundel Spaar, seit 34 Jahren für die Stadtbücherei in Bad Bibra verantwortlich, fühlt sich auch gewappnet und wird ab dem kommenden Donnerstag wieder öffnen. Die gewohnten Öffnungszeiten sind dann wieder Dienstag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr. Ihre Pläne für den Schutz der Besucher umreißt sie deutlich: „Maximal fünf Besucher gleichzeitig. Abstand halten. Mundschutz. Jeder, der reinkommt, muss sich zuerst die Hände waschen“, zählt sie auf. Ein Spuckschutz ist in ihrem Fall unnötig, sitzt sie doch sowieso in einer Art „Glaskasten“ und kann Bücher durch einen schmalen Schlitz annehmen und ausgeben.

Um die Attraktivität der Bücherei zu erhöhen, hat sie die Schließzeit genutzt um einzukaufen. Eine Reihe Neuzugänge sind im Angebot. Neben der jeweils aktuellen Mitteldeutschen Zeitung ist vor allem die Bandbreite an Büchern groß. „Romane, Krimis, besonders viel für kleine und jüngere Leser“, gibt Gundel Spaar Auskunft. Neu sind beispielsweise Bücher der Reihen „Woodwalker“ und „Seawalker“. Auch einige Bücher der Reihe „Leserabe“ für Leseanfänger komplettieren das Angebot. Diese und andere Neuheiten liegen auf einem separaten Tisch bereit und sind so für Lesebegeisterte schnell griffbereit, ohne viel Zeit zu vertrödeln. Auch das soll die Ansteckungsgefahr minimieren.

Im Normalfall sollte es jedoch anders sein. Da sind Bibliotheken Orte der Begegnung, zum Ausruhen, zum Entspannen und natürlich auch für die Bildung. Da kann man schon mal eine oder mehrere Stunden Zeit verbringen. „Ich möchte das Lesen fördern“, sagt Gundel Spaar. „Bücher sollten Freunde sein. Bücher sind lehrreich und informativ, sie bringen Freude und Spannung und regen die Fantasie an“, zählt sie auf. Deswegen kooperiert sie im Normalfall auch eng mit Grundschulen und Kitas. So stellt sie beispielsweise Bücherkisten für die Nutzung in den Einrichtungen zusammen und bietet Lesungen an.

Daneben beteiligt sie sich an verschiedenen bundes- oder landesweiten Aktionen. So wird auch in diesem Jahr - trotz Corona - der Lesesommer XXL stattfinden, wenn auch voraussichtlich ohne große Abschlussveranstaltung. Im Plan steht ebenfalls der Deutsche Vorlesetag am 20. November. In welcher Form er stattfinden soll, ist noch offen.

Als eher kleine Einrichtung sind die Möglichkeiten der Stadtbücherei Bad Bibra aber auch sehr begrenzt. Mit einem Budget von 200 Euro im Jahr kann man keine großen Einkäufe tätigen. „Ich bin aber ohnehin der Meinung, dass nicht jede Bibliothek alles haben kann und muss“, sagt Gundel Spaar. Nachgefragte Medien, die sie selbst nicht verfügbar hat, leiht sie aus der Stadtbibliothek Naumburg aus. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut“, lobt sie.

Und auch auf einen weiteren Stützpfeiler kann sie sich verlassen: Der Kultur- und Literaturverein BKLF unterstützt die Arbeit der Bücherei nach Kräften. So ist es beispielsweise möglich, dass Eltern aus bedürftigen Familien die Jahresgebühr für ihre Kinder, aktuell sechs Euro, vom BKLF e.V. gesponsert bekommen. Neben der Förderung der Bibliothek engagiert sich der Verein, der am 6. Juni 20 Jahre alt wird, auch kulturell, bietet beispielsweise Theaterfahrten an.  

Weitere Unterstützer sind beispielsweise die Melioration Laucha, die Sparkasse und der Erlebnistierpark Memleben. Auch auf zahlreiche Privatpersonen, die zum Teil großzügige Buchspenden beisteuern, kann sich Gundel Spaar verlassen. Das einzige, was ihr im Moment noch fehlt, sind die treuen Leserinnen und Leser. Aber die dürfen ja ab Donnerstag wieder kommen.

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