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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 17.11.2020 um 11:03:47

Flößerpfad errichtet - Die Region mit anderen Augen entdecken

Frank Jacob (li.), Bürgermeister Wetterzeube, erklärt Staatssekretär Torsten Weil (Thüringer Infrastrukturministerium) den Inhalt der Tafeln des Flößerpfades. Frank Jacob (li.), Bürgermeister Wetterzeube, erklärt Staatssekretär Torsten Weil (Thüringer Infrastrukturministerium) den Inhalt der Tafeln des Flößerpfades.
Foto: S. Lenk
Der Förderverein Elsterfloßgraben richtet künftig mehr Denkmalorte ein.
Crossen (red).
Mehr als ein Vierteljahrtausendlang wurden Millionen von Holzscheiten als Brennstoff über das Gewässersystem der „Weißelsterflöße“ - beginnend im vogtländischen Muldenberg- auf der längsten Energiepipeline der Vergangenheit bis in die Städte Halle und Leipzig transportiert. Der Vereinsvorsitzende Frank Thiel betonte: „Wir als Förderverein Elsterfloßgraben e.V. halten die Erinnerung an die Scheitholzflößerei, die auch Bestandteil des Immateriellen Kulturerbes „Flößerei“ ist, in der Region wach und setzen uns für eine Revitalisierung und nachhaltige Nutzung dieses einzigartigen Technischen Denkmals ein. Der Elsterfloßgraben ist das weltweit längste, noch erhaltene Kunstgrabensystem aus dem 16. Jahrhundert. In der heutigen Zeit spielt er auch eine wichtige Rolle als Ökosystemdienstleister in Zeiten des Klimawandels. Die Weiße Elster bei Crossen ist die einzige wesentliche Wasserzuführung für dieses Biotop. Mit der Einstellung des Bergbaus droht die Beendigung der Wasserzuführung im Unterlauf und damit der Verfall als ökologischer Lebensraum. Auch deshalb drängt der Förderverein Elsterfloßgraben auf eine durchgängige Wiederherstellung der trocken gefallenen Abschnitte bzw. der devastierten Strecke im Bereich des Tagebaus Profen als Projekt im Strukturwandel der Braunkohleregion.“

Der Förderverein ist erfreut, dass mit Fördermitteln in Höhe von 3.750 Euro des Freistaates Thüringen dieser Denkmalpfad eingerichtet werden konnte. Dazu kommen noch die erbrachten Eigenleistungen der Vereinsmitglieder für Gestaltung und Aufsetzen der Tafeln. Der Dank gilt dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und der Regionalen Aktionsgruppe Saale-Holzland e.V. für die Bereitstellung der Mittel aus dem ELER-Programm der Europäischen Union. Herzlichen Dank sagte Dr. Frank Thiel besonders den Gemeinden Crossen und Wetterzeube, die in länderübergreifender Zusammenarbeit mit ihren Gemeindearbeitern die Aufstellung vornahmen, um für Wanderer und Radfahrer einen touristischen Anziehungspunkt entlang des Elsterradweges und seinen Querverbindungen zu schaffen.

Die sieben Tafeln vermitteln Informationen über Crossen und sein Schloss sowie über den Elsterfloßgraben. Erinnert wird an die Notwendigkeit des Baus des Floßgrabens und seine Einbindung in die gesamte Weißelster-Flöße, die von 1580 bis 1864 auf einer Strecke von mehr als 200 Kilometer die Energieader in unserer Region war. Gewürdigt wird die herausgehobene Bedeutung für die frühe Wirtschaftsgeschichte Mitteldeutschlands, das System war eine wesentliche Voraussetzung für die Industrialisierung dieser Region.

Anfang und Ende der Scheit-holzflößerei werden ebenso erläutert wie die Bedeutung der Flößerei als immaterielles Kulturerbe und die Aufarbeitung ihrer Geschichte. Besonders wird erinnert an den Leipziger Arzt und Heimatforscher Dr. Helmut Hartmann (1944-2010). Er hatte unermüdlich für die Anerkennung als Technisches Denkmal geworben, die 1988 auch erfolgte und mit der Denkmalschutzgesetzgebung in den Ländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen seine Fortsetzung fand. Dr. Hartmann hat zahlreiche Publikationen über den Elsterfloßgraben verfasst.

Hintergrund
Der Förderverein Elsterfloßgraben e.V. hat sich das Ziel gestellt, im Rahmen des UNESCO-Nominierungsverfahrens der Anerkennung der Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit in den Jahren 2020/2022 die Anzahl der touristischen und bildungspolitischen Akteurs-Orte am Elsterfloßgraben zu erhöhen. Dazu zählt die Einrichtung von „Flößerpfaden“ entlang des Floßgrabenverlaufs, um über die Pflege des Immateriellen Erbes in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu informieren. In weitere Ortschaften, insbesondere in Sachsen-Anhalt und auch Sachsen sollen ähnliche Einrichtungen entstehen. In Thüringen und Sachsen ist Position der Länderbehörden und Kommunen zum Erhalt des Floßgrabens eindeutig positiv. In Sachsen-Anhalt haben sich bisher vor allem die Anrainerkommunen zum Erhalt und zur durchgängigen Bespannung bekannt, die Position der Landesbehörden ist nicht eindeutig, zumal ein klares Bekenntnis des Landes zu einem Projekt im Strukturwandel fehlt. Hier gilt es die Akzeptanz des Vorhabens, auch durch entsprechende Aktionen, weiter zu erhöhen. Wenn bis zum Ende der Braunkohleförderung die durchgängige Bespannung nicht gelingt, dann sterben das weltweit einzigartige technische Denkmal und ein wichtiger Ökosystemdienstleister in der Region.

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