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Kerstin Eschke Kerstin Eschke
aktualisiert am 21.01.2020 um 11:34:09

Bauern protestieren gegen Agrarpaket

Grün war die beherrschende Farbe am Freitag. Dicht an dicht standen Traktoren auf dem Hallmarkt. Auch Bauern aus Raßnitz machten auf den Wert ihrer Arbeit aufmerksam.	Grün war die beherrschende Farbe am Freitag. Dicht an dicht standen Traktoren auf dem Hallmarkt. Auch Bauern aus Raßnitz machten auf den Wert ihrer Arbeit aufmerksam.
Foto: Kerstin Eschke Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder) Galerie (11 Bilder)
Auf dem Hallmarkt demonstrierten am Freitag Landwirte aus der Region für eine bessere Wertschätzung der Lebensmittel  und für die regionale Lebensmittelproduktion. Über 250 Traktoren fuhren später durch Halle.

Von Kerstin Eschke

Am  Freitagvormittag waren geschätzt 250 Trecker die Platzhirsche auf dem Hallmarkt. Kein Pflasterstein war mehr zu sehen. Dicht an dicht standen Traktoren und Landmaschinen auf dem Hallmarkt und in den Nebenstraßen. Denn Landwirte  aus dem südlichen Sachsen-Anhalt protestierten gegen das Agrarpaket der Bundesregierung, neue Umweltauflagen, für eine regionale Landwirtschaft und für eine bessere Wertschätzung von Lebensmitteln. Um 11 Uhr setzten sich die Traktoren laut hupend in Bewegung zu einer Demonstrationsfahrt durch Halle. In ganz Deutschland fanden am 17. Januar Bauernproteste statt. Aufgerufen hatte das Bündnis „Land schafft Verbindung“.

Mit selbst gestalteten Plakaten machten die Landwirte auf sich und ihre Probleme aufmerksam. „Landwirt − Der wichtigste Beruf der Erde“, so steht es auf so mancher Schirmmütze oder Kaffeetasse. Doch was nützt dieser stolze Ausspruch den Männern und Frauen in den grünen Berufen, wenn Lebensmittel nur an ihrem Preis und nicht an ihrem Wert gemessen werden, wenn immer neue Umweltauflagen und EU-Richtlinien die tägliche Arbeit immer mehr erschweren?

Im Agrarpaket sieht die  Bundesregierung Gesetzesvorschläge für mehr Tierschutz, Insektenschutz und Umweltschutz vor.    Das Bündnis „Land schafft Verbindung“ steht nicht gegen die Maßnahmen, es befürchtet jedoch eine  Verlagerung der Nahrungsmittelproduktion ins Ausland und damit eine Schwächung der regionalen Lebensmittelerzeugung. Mit immer neuen Umweltauflagen steigen die Kosten. Und gleichzeitig drücken Großhandel und Verbraucher die Preise. Die Landwirte des Bündnisses wollen die Zukunft der Landwirtschaft mitgestalten.

Auf dem Markt protestierten bereits ab 9 Uhr die Biobauern, die sich in der Arbeitsgemeinschaft „Bäuerliche Landwirtschaft“ zusammengeschlossen haben. Sie treten für eine nachhaltige statt einer industriellen  Landwirtschaft ein. 

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