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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 31.07.2014 um 18:52:55

Das war wohl nix!

Laura Hebecker hätte es bei diesem Spiel noch mal geben müssen. Dann hätten Spiel und Ergebnis für die Lions (viel) besser ausgesehen. Laura Hebecker hätte es bei diesem Spiel noch mal geben müssen. Dann hätten Spiel und Ergebnis für die Lions (viel) besser ausgesehen.
Foto: SV Lions
Halle (S. Rosenbaum). Noch Minuten nach dem Spiel stand die Führung der LIONS zusammen und analysierte die erste Niederlage der SV Halle LIONS seit sechs Spielen. Eine Niederlage die „vermeidbar“ war, wie es LIONS Coach Patrick Bär formulierte.
52:54 stand es am Ende im Spiel gegen evo New Basket Oberhausen. Die Gäste aus Nordrhein-Westfalen feiern damit ihren dritten Sieg in der Rückrunde. Die Halle LIONS bleiben trotz der Niederlage auf Platz zwei der Liga.

An Tagen wie diesen, sollte man vielleicht im Bett bleiben oder das sonnige Winterwetter genießen. Um es vorweg zu nehmen: Die Halle war voll, es gab viele Rebounds und doch war es kein großer Basketball-Tag auf beiden Seiten. Oberhausen profitierte von einer halleschen Mannschaft, die sich teilweise selbst im Weg stand und dann auch noch Pech im Abschluss hatte. Gleich im ersten Viertel hätte der 0:7 Lauf der Gäste aus Oberhausen zu Stirnfalten führen müssen. Starke Einzelleistungen von Daph Kennedy oder Laura Hebecker führten die Mannschaft von der Saale wieder zurück ins Spiel und zur Viertelführung von 16:14. Im zweiten Viertel ging lange Zeit auf beiden Seiten nix. Beim Stand von 17:17 verharrten beide Teams für geschlagene dreieinhalb Minuten bei diesem Ergebnis. In der Zwischenzeit leisteten sie sich einige ihrer 18 Ballverluste oder stahlen sich die Bälle. Wurfversuche gab es auch, jedoch kein Ball wollte durch den Ring mit Netz. Symptomatisch für das Spiel stand diesmal Tamara Tatham. 8 Punkte erzielte sie in Durchgang Eins (am Ende 12 Punkte). Oberhausen verstand es die Centerin der LIONS immer wieder geschickt aus dem Spiel zu nehmen und die MVP der Vorsaison lähmte sich durch den eigenen Frust, verursacht durch diese Situation, spürbar selbst. Als im zweiten Viertel endlich Laura Hebecker den Knoten löste und mit weiteren Punkten von Daph Kennedy der Vorsprung auf zehn Punkte zum 34:24 anwuchs, waren sich viele sicher: Es läuft, wie in den letzten Wochen. Wir spielen nicht unbedingt schön, aber die LIONS schaukeln das Ding schon.
Knackpunkt 3. Viertel
Wer aufmerksamer LIONS-Beobachter ist, weiß, in einem Viertel läuft es nicht. Es war mal wieder das Dritte. Headcoach Patrick Bär fasste es knapp zusammen: „Das 3. Viertel war nix!“ Aus einem zehn Punkte Vorsprung wurde ein Rückstand und die „Fehlersumme aus Kleinigkeiten“ wuchs beständig. Oberhausens neue Trainerin Katsiaryna Zberch war mit ihrer Truppe hingegen zufrieden: „Wir haben stark verteidigt und Tatham hat alles allein versucht, das hat uns geholfen.“ Zufrieden kann die Trainerin des Tabellenzehnten auch sein, denn unter ihrer Regie haben die evo New Baskets bisher kein Spiel verloren. Weder in der Liga noch im Pokal.

Zuerst begann der letzte Abschnitt wie das zweite Viertel. Ein paar Pünktchen und dann lange nichts aus Punktesicht. Das Spiel schaukelte sich auf seinem niedrigen Niveau bis zum Stand von 46:50. Dann war nur noch eine Minute zu spielen und es begann das „Teamfoul-Freiwurflinie-Auszeit-Spiel“. Kurz die Regeln: Halle braucht den Ball, um Oberhausen doch noch zu besiegen. Der Gegner gibt den Ball so schnell nicht her. Was macht man also? Man provoziert Fouls, damit man irgendwann 5 Teamfouls hat und der Gegner endlich an die Freiwurflinie darf, um im Idealfall daneben zu werfen. Schnell Auszeit nehmen und im Anschluss haben die LIONS den Ball. Gesagt getan. Aus einem Teamfoul der Halle LIONS wurden fünf. Oberhausen mit der im zweiten Abschnitt stark spielenden Valerie Nainima geht an die Linie. Sie trifft und verwirft einen Ball und Halle zieht die Auszeit und hat den Ball. Noch 8 Sekunden auf der Uhr. 49:53. Kennedy hat den Ball, wirft einen Dreier, die Fans der Burgstraße jubeln und sind unsicher. 52:53. Noch 6 Sekunden. Oberhausen Auszeit. Foul Halle. Freiwurflinie Nainima. Einen rein, einen daneben. 52:54. Auszeit Halle. 6 Sekunden noch. Kennedy bekommt den Ball. Der Ball macht nicht mehr mit. Kennedy wirft daneben. Aus. Spiel verloren. Manchmal kann man dieses Spiel auch für sich entscheiden, nur an Tagen wie diesen, ist es vielleicht manchmal besser, dass es anders läuft.

LIONS Coach Patrick Bär zog nach dem Spiel eine gemischte Bilanz. Auch er wusste, dass es der ganz große Basketball an diesem 14.Spieltag nicht war. Er wusste auch den Gegner einzuschätzen: „Sie haben sehr physisch verteidigt. Waren sehr gut im Eins gegen Eins und haben uns früh attackiert. Sie haben ihre Chance gesehen und genutzt. Das Spiel an sich haben wir im dritten Viertel verloren. Das darf nicht passieren“ Er fügt aber noch an, dass so eine „Niederlage auch eine Chance“ sein kann. Denn nach den Siegen der Wochen zuvor, haben die LIONS laut Headcoach Bär „endlich wieder die Möglichkeit mit einer Niederlagen an unserem Spiel zu arbeiten
und wir können dadurch einen Schritt nach vorn machen. Anders herum ist zwar schöner, aber so geht es auch“.

Katsiaryna Zberch, evo New Baskets Oberhausen:
„Wir haben gut verteidigt und Tamara Tatham sehr gut aus dem Spiel genommen. Tatham hat dann alles allein versucht und das hat uns geholfen. Wir haben uns nach der Hinserie gesagt, dass wir von Spiel zu Spiel schauen. Das machen wir und fahren damit ganz gut.“
Patrick Bär, SV Halle LIONS: „Es ist hoffentlich nach der Niederlage gegen Saarlouis (Niederlage Pokal-Viertelfinale; Anm.d.Red.) der zweite „Hallo-Wach-Ruf“. Das Spiel an sich haben wir im dritten Viertel verloren. Das war nix. Dort haben wir das Spiel einfach weggeworfen. Oberhausen ist ins Spiel zurückgekommen und wir haben halbherzig mitgespielt. Es war am Ende die Fehlersumme aus Kleinigkeiten. Laura Hebecker hat mir heute gut gefallen, sie hat mit dem „Löwenherz“ gespielt. (Laura wurde zum Player of the Day, ein Preis der Fans, gewählt; Anm.d.Red.) Hätten wir heute vielleicht zwei Lauras gehabt, hätte es anders aussehen können. Sie (Oberhausen; Anm.d.Red.) haben sehr physisch verteidigt. Waren sehr gut im Eins gegen Eins und haben uns früh attackiert. Sie haben ihre Chance gesehen und genutzt. Aber so eine Niederlage kann auch eine Chance sein. Endlich wieder die Möglichkeit mit einer Niederlage an unserem Spiel zu arbeiten und wir können dadurch einen Schritt nach vorn machen. Anders herum ist zwar schöner, aber so geht es auch.“

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