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Jacqueline Dallmann Jacqueline Dallmann
aktualisiert am 23.09.2019 um 14:31:49

Theater Eisleben: Am kürzeren Ende der Sonnenallee


Foto: Jens Schlüter.
Das Theater Eisleben erlebte am vergangenen Samstag die Premiere der  DDR-Komödie "Am kürzeren Ende der Sonnenallee". Nach der erfolgreichen Premiere findet die nächste Vorstellung am Samstag, 28. September, 19.30 Uhr auf der Großen Bühne statt.

Ulrich Fischers Inszenierung von Peter Dehlers Bühnenfassung nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Brussig und seiner erfolgreichen Verfilmung macht die 1970er Jahre in Ostberlin auf der Eisleber Bühne lebendig. Die originalgetreue Ausstattung von Sven Hansen und zahlreiche Ohrwürmer aus der Zeit - live gespielt von der jungen Eisleber Band „The Strong Peaks“ und gesungen vom neunköpfigen Ensemble - versetzen das Publikum zurück in den DDR-Alltag.
Micha Kuppisch und seine Clique verbringen ihre Jugend mit Musik von Led Zeppelin, der exzessiven Suche nach einem Rolling-Stones-Album und der ersten Liebe. Und all das im Schatten der Mauer. Pointenreich erzählt „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ wie im Osten Berlins die Post abging. Micha und seine Clique waren jung, sie liebten Musik von den Stones, sie waren aufmüpfig, lustig, besoffen, hoffnungslos verknallt und sie gaben sich als brave Schüler, wenn es denn erforderlich war. Sie feierten Partys und nahmen Vertreter der staatlichen Autorität und Opportunisten auf den Arm. „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ ist ein komödiantischer Sprung in einen DDR-Alltag, den es so konzentriert, überspitzt und humorvoll nur auf der Bühne geben kann.

Das Theater Eisleben sieht sich mit seiner Arbeit dem Anspruch nach gesellschaftlicher Relevanz verpflichtet. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit der noch jungen Geschichte der ehemaligen DDR. So gab es in den vergangenen Spielzeiten die erfolgreich gespielte Inszenierung „Das Leben der Anderen“ nach dem gleichnamigen Film von Florian Henckel von Donnersmarck, in der Spielzeit 2018 | 19 kam Ann-Kathrin Hanss‘ Bühnenfassung von Christa Wolfs Erzählung „Der geteilte Himmel“ heraus und in dieser Saison, im 30. Jubiläumsjahr des Mauerfalls, steht nun „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ auf dem Spielplan. Rund um den 3. Oktober und vorausschauend auf den 9. November 2019 als Jahrestag des Falls der Mauer würdigt das Theater beide Ereignisse zusätzlich mit einer Reihe thematischer Veranstaltungen. Dazu gehören: ein bewegender Erlebnisbericht zum letzten Ballonfluchtversuch aus der DDR von und mit Jan Hübler (2. Oktober, 19.30 Uhr), das Festkonzert zum Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober, 17.00 Uhr) sowie Vorstellungen der hauseigenen Inszenierungen wie „Der geteilte Himmel“ (4. Oktober und 8. November, jeweils 19.30 Uhr) sowie als Zugabe die szenische Lesung aus Einar Schleefs Erzählungen zur Berliner Mauer „Ich habe kein Deutschland gefunden“ (Premiere 18. Oktober, 19.30 Uhr).

Theaterkarten gibt es an der Theaterkasse, Bucherstraße 14, Tel. (03475) 60 20 70, kartenservice@theater-eisleben.de oder online unter www.theater-eisleben.de. Die Theaterkasse öffnet Montag und Mittwoch 12 bis 17 Uhr, Dienstag und Donnerstag 10 bis 17 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr.
 

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