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Wochenspiegel > Sangerhausen > Erinnerungen an Friedrich Gängel – der Dorfchronist Sierslebens >
Jacqueline Dallmann Jacqueline Dallmann
aktualisiert am 09.01.2020 um 10:44:16

Erinnerungen an Friedrich Gängel – der Dorfchronist Sierslebens

Die Interessengemeinschaft Ortschronik Siersleben hat gerade die Arbeit am ersten Band der Chronik beendet und kann ihn nun veröffentlichen. Die Interessengemeinschaft Ortschronik Siersleben hat gerade die Arbeit am ersten Band der Chronik beendet und kann ihn nun veröffentlichen.
Foto: privat
Die Interessengemeinschaft Chronik Siersleben erinnert an den 128. Geburtstag des  früheren Ortschronisten Friedrich Gängel.
Siersleben (red). „Ja, ich kann mich noch sehr gut an Friedrich Gängel erinnern“, erzählt Hansi Mann, der in Siersleben aufgewachsen ist. „Er war ein gemütlicher, älterer Herr, der jeden freundlich grüßte. In seinem grünen Lodenmantel gehörte er einfach zum Dorfbild. Viel war er im Ort unterwegs, sprach mit Einwohnern, sammelte unermüdlich Gegenstände und Zeugnisse vergangener Zeiten für seine Heimatstube, für die er in seinem Wohnhaus in der Hettstedter Straße einen Raum frei geräumt hatte.“  Gängel fühlte sich seinem Heimatort tief verbunden, deshalb wollte er dessen Geschichte bewahren. Erhalten geblieben ist sein umfangreiches Werk: Chronik der Gemeinde Siersleben Buch I und Buch II. 

Fast wäre die großartige Arbeit Gängels, der am 10. Januar 1892 in Gerbstedt geboren wurde und  von 1917 bis zu seinem Tode 1982 in Siersleben lebte, in Vergessenheit geraten. Doch die Interessengemeinschaft Ortschronik Siersleben, die sich seit ihrer Gründung mit der Geschichte des Dorfes sowie der umliegenden Orte beschäftigt, wollte diesem verdienstvollen Mann ein Denkmal setzen. 

So wagten sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft, die anlässlich der 1025. Jahrfeier des Ortes 2017 eine kurze, selbst recherchierte Ortschronik herausgegeben hatten, an das Werk von Friedrich Gängel. „Das war für uns eine Riesenherausforderung, manchmal war ich am Verzweifeln“, denkt Edda Bäcker heute zurück. „Denn dessen Arbeit ist mit Tinte und Feder in Sütterlin-Schrift zu Papier gebracht.“ 

So mussten die 800 Seiten des ersten Buches in die moderne Schrift übersetzt werden. Von der außerordentlichen Fleißarbeit des Chronisten waren die Mitglieder der Interessengemeinschaft  wirklich beeindruckt. So tiefgründig und umfangreich stellt er die Lokalgeschichte dar.

Nach etwa zweijähriger intensiver Arbeit am Buch I der Chronik liegt nun das Ergebnis vor: Vier Bände mit Original-Gängel-Text anspruchsvoll gestaltet, wobei Horst Schneemann  für Layout und Satz verantwortlich ist, und thematisch geordnet von der Entstehung des Kupfers über die Entwicklung einer Hüttensiedlung am Ristebach bis zum Einmarsch der Amerikaner 1945 am Ende des Zweiten Weltkrieges.

„Durch Erzählungen von Dutzenden kleiner Begebenheiten und Anekdoten ist der Text lebendig und spannend, lesenswert auch durch seine klare Sprache. Und durch die Nennung vieler Familiennamen findet sich der eine oder andere Siersleber hier wieder“, so schmunzelnd Wolfgang Priese. „Ja, Buch I ist geschafft. Es kann erworben werden bei Carmen Siedel in der Siersleber Gaststätte „Die Mühle“.“ 

Auch Reiner Ehrenberg und Günter Steinbrecher sind sichtlich zufrieden: „Nun nehmen wir Buch II der Chronik in Angriff, das auf 600 Seiten die Zeit nach 1945 bis Anfang der 1980er Jahre beschreibt.“ 

Gängel hat ein großartiges, lesenswertes Werk hinterlassen, nicht nur für Siersleber sowie die nach Kriegsende zugeströmten Vertriebenen, sondern auch für die Menschen der Mansfelder Region.

Beigetragen zum Gelingen des großen Projektes hat auch die Enkelin des Chronisten Ingrid Hoffmann. Henning Rost, ebenfalls Mitglied der Interessengemeinschaft, traf sie mehrfach. Vieles erzählte sie ihm aus dem Leben des Großvaters, was zu Beginn der vier Bände nachzulesen ist. „Ja, es waren interessante Gespräche“, sagt der Senior. „Natürlich kannte ich Friedrich Gängel gut, da er unmittelbar neben mir wohnte, ich habe aber auch Neues über ihn erfahren. Geschätzt habe ich, mit welcher Leidenschaft er sich nach seiner Pensionierung der Geschichte unserer Heimat gewidmet hat.“ 
Und Günther Dehnhardt, der wie Henning Rost in unmittelbarer Nachbarschaft des Ortschronisten lebte, kann nur zustimmen: „Ich habe ihn sehr geschätzt, seine Aufgeschlossenheit, seine Freundlichkeit, seine Klugheit.“

Gern denkt auch der pensionierte Siersleber Musiklehrer Wolfgang Schuchert an seinen Onkel Fritz zurück, wie er Friedrich Gängel immer noch liebevoll nennt. „Gesellig war er und liebenswert, für mich  fast wie ein Vater, immer hatte ich seine Unterstützung, so habe ich meinen Weg gemacht. Bewundert habe ich sein großes Allgemeinwissen, auch zeichnen konnte er gut.“  An seinen Onkel erinnern den Senior besonders die zehn Lexikon-Bände aus dem Jahre 1910/1920, die er geschenkt bekam und die einen Ehrenplatz in seinem Haus gefunden haben. „Und seine uns hinterlassene Chronik ist einfach großartig und einmalig, nächtelang hat er daran gesessen. Ja, mein Onkel liebte seine Heimat, diese Liebe wollte er bei den Mansfeldern wecken.“ 
Und ganz im Sinne Gängels bewahren Mathias Wanka und Reiner Ehrenberg, ebenfalls Mitglieder der Interessengruppe, einen Teil der Heimatgeschichte: Sie bauen ein Archiv auf für alte Gemeinde- und Schulakten.
                                                                                                                    Wilma Rückschloß,                                                                          Interessengemeinschaft Chronik Siersleben
 

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