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Wochenspiegel > Weißenfels > 8. Musikfest „Unerhörtes Mitteldeutschland“ >
Wolf-Eike Mardas Wolf-Eike Mardas
aktualisiert am 29.06.2018 um 10:20:10

8. Musikfest „Unerhörtes Mitteldeutschland“

Die Musikerinnen Enikö Ginzery (li.) und Josephine Horn führten Musikstücke auf, die in deutschen Konzertsälen selten oder gar nicht zu hören sind. Die Musikerinnen Enikö Ginzery (li.) und Josephine Horn führten Musikstücke auf, die in deutschen Konzertsälen selten oder gar nicht zu hören sind.
Foto: Schütz-Haus
Weißenfels (red). Das 8. Musikfest Unerhörtes Mitteldeutschland war am 23. Juni zu Gast in Weißenfels und präsentierte ein außerordentlich an­­spruchsvolles und zugleich unterhaltsames Konzertprogramm mit Werken von Heinrich Isaac (1450–1517), Samuel Scheidt (1587–1654), Jean-Baptiste Lully (1632–1687), Johann Sebastian Bach (1685–1750), Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) und Franz Liszt (1811–1886). Die beiden außergewöhnlichen Musikerinnen Enikö Ginzery (Bratislava) und Josephine Horn (Berlin) führten Musikstücke auf, die mit Ausnahme der Werke von Vater und Sohn Bach in deutschen Konzertsälen selten oder gar nicht zu hören sind. Die Künstlerinnen begeisterten durch ihr virtuoses Spiel ebenso wie durch eine abwechslungsreiche Klangpalette und eine Verschmelzung der Instrumentenklänge. Durch ihre erläuternden Worte zu den Werken nahmen sie das Publikum mit auf einen Streifzug durch die regionale Musikgeschichte.

Doch nicht allein die Werkauswahl beeindruckte das Publikum, für das kaum ausreichend Platz im Konzertsaal des Heinrich-Schütz-Hauses war, sondern vor allem auch die Instrumente, auf denen gemeinsam auf höchstem künstlerischen Niveau musiziert wurde: Während Cembalo und Truhenorgel (gespielt von Josefine Horn) zu den gängigen Instrumenten beim Musizieren von Werken aus dem 17./18. Jahrhundert gehören, ist das aus dem Mittelalter stammende Psalterium (ein sogenanntes Hackbrett) in unseren Gegenden so gut wie nie zu hören, noch viel weniger seine technische Weiterentwicklung zum Cimbalom, das vor allem in der slowakischen und ungarischen Musik eine bedeutende Rolle spielte (beide Instrumente gespielt von Enikö Ginzery).

Dass das Hackbrett in Europa vom Volksinstrument zum virtuosen Kunstinstrument aufsteigen konnte, ist das Verdienst eines in Kleinheringen bei Naumburg geborenen armen Studenten: Pantaleon Hebenstreit (1668–1750). Er war es, der das Instrument vergrößerte und mit zusätzlichen Saiten bespannte, wodurch es einen sehr großen Tonumfang erhielt. Seit 1697 trat Hebenstreit mit seinem Instrument, das er Cimbalom nannte, zunächst in Berlin und Leipzig, schließlich aber auch in Weißenfels auf, wo er 1698 zum Tanzmeister an den Herzogshof berufen wurde. Hier hörte Kurfürst-König August der Starke bei einem Besuch 1703 den Virtuosen auf seinem außerordentlichen Instrument. Vielleicht durch ihn vermittelt, durfte Hebenstreit 1705 sogar am Versailler Königshof auftreten, wo König Ludwig XIV. ihm zu Ehren das Instrument Pantaleon nennen ließ.

Nach seiner Rückkehr aus Frankreich wurde er Georg Phillipp Telemanns (1681–1767) Vorgänger als Hofkapellmeister der Herzöge von Sachsen-Eisenach (bis 1708). Er trat am Kaiserhof in Wien auf und erhielt 1714 eine Anstellung am Hofe Augusts des Starken in Dresden als Kammervirtuose mit einem für seine Zeit exorbitanten Jahresgehalt von 1.200 Talern. Nun war er kein armer Instrumentenbauer mehr, sondern ein Star unter den Musikern seiner Zeit.

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