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Wochenspiegel > Weißenfels > Ein kleiner Piks für die Gesundheit >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 11.04.2019 um 11:25:41

Ein kleiner Piks für die Gesundheit


Foto: Kinderarztpraxis Bretschneider
In den letzten Wochen ist das Thema Impfungen eines der Top-Themen in den Medien. Doch kann es dabei überhaupt Probleme geben?

von Wolf-Eike Mardas


Das kleine Mädchen sitzt auf dem Behandlungstisch in der Kinderarztpraxis und schaut mit großen Augen was um sie herum geschieht. Ihre Mutti und eine Schwester reden ihr gut zu, lenken sie etwas ab. Plötzlich ein kleiner Piks in den Oberarm, da kullern schon die Tränen. Doch schon in wenigen Minuten ist alles wieder gut, der Wonneproppen lacht wieder. Nun ist sie gegen schlimme Krankheiten geschützt. Sie war für heute die letzte Patientin. Kinderärztin Dr. med. Ingrid Bretschneider aus Weißenfels hat jetzt Zeit für ein Gespräch.

Impfungen sind der beste Schutz
In den Medien ist eine Krankheit aufgetaucht, die doch fast als ausgerottet galt: Masern. „Meine drei Arzthelferinnen sind ausgebildete Impfassistentinnen. Sie kontrollieren schon im Vorfeld die Impfausweise und geben den Eltern Hinweise zu Impfungen. Ja, in Deutschland ist diese Krankheit, die sogar tödlich enden kann, wieder ein Thema geworden. Schützen kann man sich nur durch eine Impfung. Ich finde es gut, dass sich unser Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für eine Impfpflicht einsetzt“, so die Ärztin.

Impfkalender - Grundstein für Gesundheit
Allerdings kann das nur der Anfang sein, denn die Pflicht müsste auch noch für andere Vorsorgeimpfungen ausgeweitet werden. Der Impfkalender gibt darüber Auskunft. Er ist in allen Kinderarztpraxen zu haben. Es gibt sogar eine PraxisApp „Mein Kinder- und Jugendarzt“ mit Praxisanschriften, vielen Hin­weisen und Terminerinnerungen für Eltern.

„In der DDR war das Impfen staatlich organisiert. In den Mütterberatungen, den Kinderkrippen und -gärten bis hin zu den Schulen wurden die Mädchen und Jungen von den Kinderärzten untersucht und geimpft. Doch es gab auch Ausnahmen. In bestimmten Fällen konnten einzelne Kinder aus ge­sundheitlichen Gründen nicht geimpft werden“, erinnert sich Dr. med. Ingrid Bretschneider.

Warum werden heute nicht alle Kinder geimpft?
Da gibt es verschiedene Ursachen. Die Impfpflicht gibt es nicht und die Eltern können nur darauf hingewiesen werden.

Und das tun die Kinderarztpraxen unermüdlich. Ein weiterer Grund sind die zum Teil falschen Informationen, die sich Eltern aus dem Internet holen. Darunter zählen solche Aussagen, dass Impfungen Allergien auslösen, zahlreiche Nebenwirkungen haben, Konservierungsstoffe enthalten und somit ein hohes Risiko darstellen. Zudem gibt es in Deutschland zu wenige Kinderärzte, sodass sich Eltern - trotz Bestellsystem - eventuell auf Wartezeiten in den Praxen einstellen müssen. Und schließlich vergessen Eltern auch die Termine.

Folgen einer Krankheit können gravierend sein
„95 Prozent der Weltbevölkerung muss sich impfen lassen, um die Masern einzudämmen. Das nennt man Herdenimmunität. Gegenwärtig sind es nur 93 Prozent, was nicht ausreicht. Auf 1.000 erkrankte Kinder stirbt eins. Doch es gibt auch Spätfolgen. So kommt auf 3.300 Erkrankte ein Mensch, der im Laufe des Lebens Lähmungen bekommt, die tödlich enden können“, warnt die Kinderärztin (Foto l.). Da ist der berühmte kleine Picks doch die bessere Lösung.

Was ist zu den Erwachsenen zu sagen?
„Jeder Erwachsene, der nach 1970 geboren ist, sollte zwei Impfungen gegen Masern erhalten haben oder an Masern erkrankt gewesen sein. Die Informationen dazu stehen im Impfausweis und auch der Hausarzt kann darüber Auskunft geben. Hat auch er darüber keine Informationen, kann eine Blutuntersuchung Klarheit bringen. Selbstverständlich können Eltern auch ihre persönlichen Impfausweise mit in unsere Praxis bringen und meine Arzthelferinnen Marny, Nancy und Sarah geben über den aktuellen Stand Auskunft. Auch wir Kinderärzte dürfen gleich bei Bedarf die Eltern impfen“, sagt die erfahrene Ärztin.

Flüchtlinge kennen die Gefahren
Sehr dankbar nehmen die integrierten Flüchtlinge das Impfangebot an. Sie kennen die Krankheiten und ihre Folgen aus ihrem Land, haben oft im Bekanntenkreis oder sogar in der eigenen Familie erlebt, wie Kinder an den Krankheiten sterben.
„Das haben in unserem Land die wenigsten jungen Eltern erlebt oder von ihren Eltern erzählt bekommen. In den siebziger Jahren lief oft in den Medien ein Gesundheitsspot: ‚Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam‘. Die Älteren werden sich daran erinnern. Die Gesundheit kommt heute meiner Meinung nach zu kurz. Mit den Schutzimpfungen tun die Eltern ihren Kindern, sich selbst und auch der Gemeinschaft etwas Gutes“, erklärt Dr. Bretschneider abschließend.

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