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Wochenspiegel > Weißenfels > Mähtod auf Grünlandflächen vermeiden - Was Landwirte zum Schutz der Jungtiere tun können >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 15.05.2019 um 08:54:28

Mähtod auf Grünlandflächen vermeiden - Was Landwirte zum Schutz der Jungtiere tun können


Foto: pixhere_cc0
Im Frühjahr mutieren Wiesen zur Kinderstube für Junghasen, Rehkitze, Fasane, Kiebitze und andere Feldtiere. Mit Beginn der ersten Wiesenmahd werden die Jungtiere, die sich zum Schutz vor Gefahren abducken und dann bewegungslos im tiefen Gras verharren, einer ernsten Gefahr ausgesetzt. So fallen alleine bei den Rehkitzen jährlich schätzungsweise 20 bis 25 Prozent dem Mähtod zum Opfer. Die Verluste der anderen Wildtiere lassen sich nur schwer einschätzen, sind aber in jedem Fall auch vorhanden.  

Aus diesem Grund hat die untere Jagdbehörde des Burgenlandkreises im vergangenen Jahr Landwirtschaftsbetriebe mit einem hohen Anteil an Grünflächen angeschrieben, um die Unternehmen für dieses Thema zu sensibilisieren.  Im Ergebnis dessen signalisierten die Saaleaue Landwirtschafts GmbH und die Agrargenossenschaft Burgwerben e.G. v ihre Bereitschaft, sich dieser Problematik zu stellen. Im März 2019 fand nunmehr eine gemeinsame Beratung zwischen den verantwortlichen Betriebsleitern der beiden landwirtschaftlichen Unternehmen und Mitarbeitern der unteren Jagdbehörde statt.  In dem sachlich und konstruktiv geführten Gespräch hoben die Agrarwirte die wirtschaftliche Notwendigkeit der zeitlichen Arbeitsabläufe und Arbeitsbreiten hervor, zeigte aber gleichzeitig auch Wege auf, um die Wildtiere bei der Mahd zu schonen. So legten beide Betriebsleiter schriftliche Handlungsweisen für ihre Großgeräteführer fest. Gleichzeitig wurde den jeweiligen Jagdausübungsberechtigten und Jagdgenossenschaften die Möglichkeit eingeräumt, kurz vor der Mahd die anstehende Fläche nach Jungwild zu durchsuchen. Um die Gefahr für den tierischen Nachwuchs zu mindern, wird es den Jägern auch erlaubt, Abschreckungsmittel - wie Flatterbänder - anzubringen. Auf diese Art und Weise sollen die Wildtiere beunruhigt und von der Fläche vertrieben werden. Weiterhin haben die Landwirtschaftsbetriebe in entsprechende Technik investiert und an ihren Schleppern Bauteile verbaut, die mechanischen Geräusche erzeugen. Diese Laute sollen dann die Wildtiere bei der Mahd aufschrecken.
Es wird auch die Möglichkeit in Erwägung gezogen, je nach Vegetationsstand die Mähwerke so einzustellen, dass die Bodenbrüter nicht erfasst werden.

Ziel dieser vielen Maßnahmen ist es, den Mähtod auf den Grünlandflächen in erheblich Maße zu reduzieren. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, inwieweit diese Methoden die gewünschten Erfolge zeigen. 

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