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Wochenspiegel > Weißenfels > Rund um den Burgenlandkreis: Folge 45 - Nebra >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 14.11.2019 um 12:52:12

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 45 - Nebra

Zum Markttag, immer dienstags, ist die Stadt Nebra an der Unstrut sehr belebt. Zum Markttag, immer dienstags, ist die Stadt Nebra an der Unstrut sehr belebt.
Foto: Martin Schumann Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Es ist ruhig geworden um die einst „kleinste Kreisstadt der DDR“

Es geht in kleinen Schritten vorwärts, auch dank des Engagements Einzelner.
Nebra (ms).
Einst trug Nebra stolz den Titel „Kleinste Kreisstadt der DDR“. Heute ist die Stadt eher ein verschlafener Ort. Vieles wurde eingespart und wegrationalisiert. 1994 ging der Kreisstadt-Status flöten. Die Sekundarschule ist geschlossen. Die Verbandsgemeinde sitzt in Freyburg. Zahlreiche Wohnungen in den einst begehrten Neubaublöcken stehen leer, an manchen Stellen prägen verfallende Häuser das Stadtbild.

So verwundert es wenig, dass sich einige Nebraer abgehängt fühlen. Böse Zungen behaupten, will man Leben in Nebra sehen, muss man dienstags hin fahren. Dann ist Markttag und es sind Menschen auf der Straße. In der Tat ist der Nebraer Wochenmarkt wohl der größte und meist frequentierte der Verbandsgemeinde - was allerdings auch der Tatsache geschuldet ist, dass es insbesondere für Textilien und Schuhe leider keine andere Einkaufsmöglichkeit mehr im Ort gibt.

Doch ganz so schlecht ist die Lage gar nicht, weiß Bürgermeisterin Antje Scheschinski zu berichten. Es geht voran in Nebra, wenn auch mit kleinen Schritten.

„Wir stecken in der Haushaltskonsolidierung“, sagt sie. Das lässt keine großen Sprünge zu, was Investitionen und Baumaßnahmen angeht. Dennoch konnte in letzter Zeit einiges realisiert werden.

Baumaßnahmen
Im Zuge der Verlegung von Erdkabeln durch die Mitnetz wurden in der Altenburgstraße und am Bleichplan auch neue Straßenlampen mit energiesparender LED-Technik installiert. Zwischen Johanniterheim und Markt wurde der Fußweg asphaltiert, so dass auch Rollstuhlfahrer ihn nun bequem nutzen können.

Im Erdgeschoss des Rathauses wurde ein großer Raum in drei kleinere geteilt. Von einem Warteraum gelangt man nun zur Außenstelle des Einwohnermeldeamtes, in den dritten Raum hat sich ein Notar eingemietet.

Im Ortsteil Reinsdorf und in der Wetzendorfer Straße hat es Baumpflege-Maßnahmen gegeben. Diese werden 2020 in der Promenade fortgesetzt. Im Innenhof des Heimathauses wurde der Regenwasserablauf erneuert, derzeit wird dort verputzt.

Dank einer Spendenaktion hatte Nebra 15.000 Euro zur Verfügung, die in neue Spielgeräte auf den Spielplätzen Karl-Liebknecht-Straße, Wippacher Straße und in Wangen investiert wurden.

Geplant ist die Instandsetzung der Straße zwischen Bahnübergang und Bahnhof. Dabei soll mit zwei Bushaltestellen, Wendeschleife, Fußweg und Parkplätzen eine „Schnittstelle“ entstehen. Möglich wird dies durch eine 90-prozentige Förderung, weitere fünf Prozent trägt der Kreis.

Problematisch wird dabei jedoch, den genauen Startpunkt der Straße festzulegen. Denn nach dem Bau der neuen Unstrutbrücke muss nun auch der Bahnübergang verlegt werden und bauliche Abstimmungen mit der Deutschen Bahn sind erfahrungsgemäß nicht einfach. „Ich hoffe, dass das 2020 passiert“, sagt Antje Scheschinski.

Immer wieder ein Thema ist die Baumaßnahme Breite Straße 34/36, wo sich der Bauhof befindet und die Johanniter eingemietet sind. Aktuell läuft der 5. Bauabschnitt. Der Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz, was die Sanierung teuer und aufwändig macht. „Es gibt zwar Fördermittel, aber die binden immer auch Eigenmittel“, sagt die Bürgermeisterin, die hofft, den Bau bis 2022 abzuschließen. Dann soll unter anderem die Bibliothek dort einziehen. Wünschenswert wäre, so Antje Scheschinski, das Gebäude schon jetzt aktiv zu vermarkten, um es noch während der Bauphase an die Bedürfnisse eines oder mehrerer künftiger Mieter anpassen zu können.

Die Löwen
Lange wurde diskutiert, welches nach dem Abriss der alten Unstrutbrücke der beste Platz für die beiden steinernen Löwen ist. Ein Standort auf dem Marktplatz wurde vom Denkmalschutz verworfen. Die rechts und links der neuen Brücke zu positionieren, ist angesichts des noch ausstehenden Umbaus des Bahnübergangs auch nicht möglich. „Also bleiben sie, wo sie sind“, sagt Antje Scheschinski. Der sogenannte „Stadtbalkon“, also die städtische Seite der abgerissenen Brücke, soll mit drei Schautafeln und einer Sitzgelegenheit noch aufgewertet werden.

„Problemkind“ Unstruthalle
Zu schaffen macht der Bürgermeisterin derzeit der Zustand der Unstruthalle, die sowohl für Sport- als auch für Kulturveranstaltungen genutzt wird.  Anfang des Jahres kam es durch Verschleiß an den Leitungen zu einem Wasserschaden hinter der Wandverkleidung, der erst viel später bemerkt wurde. Dieser wird derzeit nicht nur dank Versicherungsschutz behoben, es werden zusätzlich aus Haushaltsmitteln auch ungeplant Teile der 20 Jahre alten Leitungen erneuert, um weitere Undichtigkeiten zu verhindern. Glück im Unglück: während der Arbeiten wurde ein ähnlicher Schaden in einem anderen Teil des Gebäudes entdeckt, der auch mit behoben wird. Die Umkleiden und Duschen sind daher im Moment nicht nutzbar.

Gesellschaftliches Leben in der Stadt
Froh ist Antje Scheschinski über die Zusammenarbeit mit Vereinen und ehrenamtlichen Akteuren. „Die hat sich gebessert“, lobt sie. Als aktivste Vereine nennt sie den Karneval, den Laienschauspielverein und den Sportverein.

Jährlich wiederkehrende Veranstaltungshöhepunkte sind der Karneval im Herbst und Frühjahr sowie mit einem Sommerfest. Die Feuerwehr organisiert das jährliche Osterfeuer, lädt immer am 1. Mai zum Tag der offenen Tür ein und feiert meist Mitte August sein Feuerwehrfest.

Immer im Juni wird „Unstrut in Flammen“ gefeiert, Höhepunkte sind das Entenrennen und das Musikfeuerwerk.

Neu etabliert wird derzeit der Adventszauber, der dieses Jahr zum zweiten Mal stattfinden wird. Neben Vereinen der Stadt beteiligt sich auch Sebastian Sieber, Inhaber des „Waldschlösschens“ in Wangen. Antje Schschinski lobt das Engagement ausdrücklich: „Wir brauchen Macher und keine Quatscher!“

Termine
Zur „Ü-60-Weihnachtsfeier“ lädt die Stadt Nebra am Donnerstag, dem 28. November alle Senioren aus der Stadt und den Ortsteilen ein. Sie beginnt ab 13.30 Uhr in der Unstruthalle. Um Anmeldung und Bezahlung bis 21. November in der Stadtinformation wird gebeten.

Am Sonnabend, dem 14. Dezember, findet zum zweiten Mal der „Nebraer Adventszauber“ auf dem Markt und in angrenzenden Höfen statt. Der Laienschauspielverein führt ein Märchen in der Kirche auf und erstmals wird es eigens angefertigte Nebraer Glühweintassen geben.

Aus der Geschichte
876 taucht „Neveri“ erstmals im „Ingelheimer Protokoll“ des Reichsklosters Fulda auf. Im 12. Jahrhundert bekommt der Ort das Stadtrecht verliehen. Bis 1815 gehörte Nebra zum wettinischen, später kursächsischen Amt Freyburg, wurde nach dem Wiener Kongress dem Kreis Querfurt in der Provinz Sachsen in Preußen zugeschlagen.

Seit vielen Jahrhunderten wurde um Nebra Buntsandstein abgebaut. Der ist bis heute nicht nur an vielen Häusern im Stadtbild sichtbar, sondern wurde auch überregional, beispielsweise am Brandenburger Tor und am Roten Rathaus in Berlin sowie am Schloss Belvedere in Weimar, verbaut.

Von 1952 bis 1994 war Nebra Kreisstadt des gleichnamigen Kreises. 2009 und 2010 wurden die Gemeinden Wangen und Reinsdorf eingemeindet. Heute ist Nebra Mitglied der Verbandsgemeinde Unstruttal.

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