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Wochenspiegel > Weißenfels > Rund um den Burgenlandkreis: Folge 47 - Karsdorf >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 14.01.2020 um 09:42:43

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 47 - Karsdorf

Immer ein offenes Ohr für Sorgen, Nöte und Probleme.

Das Mehrgenerationenhaus Karsdorf ist informelles Zentrum des Ortes.
Karsdorf (ms).
  Wer an Karsdorf denkt, denkt fast automatisch auch an Zement. Seit 1927 existiert im Ort ein Zementwerk. Zu DDR-Zeiten war es die größte Dreckschleuder, nach der Wende wurde es unter der Regie von Lafarge zu einem der modernsten Werke Europas umgebaut. Heute trägt das Werk den Namen Opterra und gehört zur irischen CRH-Gruppe. Einst war das Werk mit mehreren tausend Angestellten einer der größten Arbeitgeber in der Region, heute bietet es noch rund 235 Menschen Lohn und Brot.

Im Kielwasser des Zementwerks haben sich verschiedene kleine und mittelständische Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe etabliert, doch auch vor denen macht der demografische Wandel keinen Halt.

Nicht nur Arbeitsplätze sind dem Ort verloren gegangen nach der Wende. Grund- und Sekundarschule sind geschlossen, lediglich einen Kindergarten gibt es noch. Viele Wohnungen stehen leer. Immerhin, Allgemeinmediziner, Internistin, zwei Zahnärzte, Apotheke, zwei Friseure,  Sparkassenfiliale, Poststelle, Pflegedienst, Discounter, Bäcker, Blumenladen, zwei Turnhallen, ein gepflegter Sportplatz, Bahnanbindung, ein im Sommer 2017 eingeweihtes neues Feuerwehrgerätehaus - Karsdorf mit seinen Ortsteilen Wetzendorf und Wennungen bietet seinen Einwohnern verhältnismäßig viel im Vergleich zu anderen Orten.

Knapp 1.500 Menschen leben in der Gemeinde, der Altersdurchschnitt ist dabei allerdings relativ hoch. Nur 73 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren wohnen hier, aber immerhin 162 Kinder. Um die kümmert sich liebevoll Angela Reininger mit ihrem Team des Mehrgenerationenhauses im Karsdorfer Ortsteil Wetzendorf. Dabei legt sie ihr Augenmerk nicht nur auf den Nachwuchs, sondern - wie der Name Mehrgenerationenhaus sagt - auf alle. „Wir müssen uns generationsübergreifend engagieren“, sagt sie.

Dementsprechend ist das MGH nicht nur Jugend- und Freizeittreff, es bietet auch Kreativkurse, Yoga und sportliche Angebote, unterhält ein Sozialkaufhaus mit Möbelbörse, Kleiderkammer und Kinderladen und organisiert zahlreiche Veranstaltungen, die das Leben in der Gemeinde bereichern.

Verlassen kann sich Angela Reininger dabei auf eine Schar Ehrenamtlicher. Darunter sind beispielsweise Rentner, aber auch Menschen, die nach schwerer Krankheit den Weg zurück ins Leben suchen und dankbar sind, eine Aufgabe zu haben. „Wir sind die Informations- und Dienstleistungsdrehscheibe im Ort“, sagt Angela Reininger. Und das merkt man auch. Es gibt kein Gespräch mit ihr, das nicht vom Klingeln des Telefons unterbrochen wird oder von einem Kind, das mit einem Problem zu ihr kommt - sei es ein verpasster Bus oder Mobbing in der Schule.

Aporopos Schule - auch hier engagiert sich das MGH. Zweimal pro Jahr gibt es Bewerbercoachings für die Schüler der Sekundarschulen Bad Bibra und Freyburg. Anhand ihrer Berufswünsche werden sie mit echten Arbeitgebern zusammengebracht, können ein Bewerbungsgespräch durchspielen, erhalten Feedback zu ihren Bewerbungsmappen und bekommen mit etwas Glück schon einen Fuß in die Tür zu ihrem Traumjob - eine Möglichkeit, die angesichts des bestehenden Nachwuchsmangels auch von Arbeitgebern gern genutzt wird.

Feste und Feiern
Zahlreiche Veranstaltungen gehen auf das Konto des MGH, so etwa die beliebte Halloweenfeier, bei der in der Vergangenheit so manche Hexe verbrannt wurde, das Eierbetteln, Oster- und Weihnachtsmarkt, die Kram- und Trödelmärkte, die Sportnächte. Darüber hinaus unterstützt das MGH auch andere Vereine und Organisatoren bei ihren Festen.

Den Auftakt in die Freiluft-Saison der Dorffeste bildet traditionell die Spende in Wennungen, immer am Wochenende nach Ostern. Pfingsten wird gefeiert, ebenso im August der Wetzendorfer Haferkranz. Jedes Jahr Anfang September wird in Karsdorf das Weinfest gefeiert.

Neben dem MGH prägen mehrere Vereine das gesellschaftliche Leben und bieten Freizeitbetätigung für verschiedene Altersklassen. Besonders aktiv sind beispielsweise die Feuerwehrvereine der Ortsteile, die Pfingstburschen, der Tanzsportverein, der Karnevalsverein und der Sportverein SG ZW Karsdorf.

Aus der Geschichte
Funde deuten auf Siedlungen bereits 5.000 v. Chr. hin. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Coriledorpf“ in einem Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld zwischen 881 und 899. 1109 wurd dann ein „Karlestorph“ urkundlich erwähnt. Der Name geht auf einen Karl zurück, der wohl fränkischer Abstammung war. Ähnlich alt ist der Ortsteil Wetzendorf, er wird als „Widesendorp“ im Jahr 1061 erstmals erwähnt. Wennungen, 786 als „Wenninge“ erwähnt, ist etwas älter.

Günstig für die Entwicklung von Karsdorf war seine Lage an der Kupferstraße, die hier mittels einer Furt die Unstrut querte. Diese wurde durch eine Burg auf der „Hohen Gräte“ geschützt, die heute jedoch nicht mehr existiert.

1608 und 1823 verwüsteten Brände weite Teile des Ortes. 1767 wurde Johanna Christiana Schnabel, Mutter des Komponisten Robert Schumann, in Karsdorf geboren und getauft.  1815 wurde Karsdorf preußisch, zu DDR-Zeiten gehörte es dann zum Kreis Nebra. Mit seinen Ortsteilen Wetzendorf und Wennungen ist es seit 2009 Mitglied der Verbandsgemeinde Unstruttal.

Termine:
• 8. März, Frühlingsfest
• 27. März, Eierbetteln
• 5. April, Ostermarkt des MGH

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