Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die vorhergehende Ausgabe

E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Damen und Herren,


zur Zeit bereiten wir eine neue Anzeigenannahme vor.

Schicken Sie Ihre Anzeige bitte vorübergehend an folgende E-Mail-Adresse:
info@wochenspiegel-halle.de

Telefon: (0345) 130 10 0
Fax: (0345) 130 10 61
Wochenspiegel > Weißenfels > Der Ort zum Sonntag: Folge 11 - Bergbaumuseum Deuben >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 26.03.2020 um 08:21:58

Der Ort zum Sonntag: Folge 11 - Bergbaumuseum Deuben

Gudrun Jochmann an der Förderstrecke „tief“ unter der Erde im Stollen. Gudrun Jochmann an der Förderstrecke „tief“ unter der Erde im Stollen.
Foto: W.-E. Mardas Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Kohle - das schwarze Gold ist mehr als nur ein Brennstoff. So spannend ist sonst kein Museum - für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Deuben (wm).
So etwas gibt es in keiner ehemaligen Schule: Nach einem lauten Läuten ist der Weg frei und die Besucher können tief unter die Erde einfahren, so wie es die Bergleute sagen. Schnell noch ein Blick auf die Wettertafel - alles in Ordnung - und der von Holzstempeln gesicherte Stollen fasziniert die Besucher. Schnell vergessen sie beim Anblick der schwarzen Wände, der Förderwagen und der Schaufeln, dass sie nur 15 Stufen in den Keller gegangen sind. In dem Aufenthaltsraum der Bergleute befindet sich ein über 100 Jahre altes Wiederbelebungsgerät. Aber auch das Blechgeschirr und die Gesichtsmasken faszinieren die Besucher. Weiter geht es durch den Stollen. Eine Endloskette zieht die Wagen vom Abbaufeld zum Förderkorb und auf dem Nachbargleis kommen die leeren Förderwagen wieder zurück. Man glaubt den Schweiß der Bergleute zu riechen, spürt die Wärme - was für eine harte Arbeit ...

Schon seit 2002 ist das Bergbaumuseum, das vorher in einer Baracke an der B91 in Tackau untergebracht war, in der ehemaligen Schule in Deuben untergebracht (Schulstraße 65, 06682 Teuchern/OT Deuben). Jetzt wurde es saniert und präsentiert sich in neuem Glanz. Gudrun Jochmann ist die stellvertretende Vorsitzende des Vereins. „Insgesamt sind wir 16 Vereinsmitglieder, von denen sechs aktiv hier präsent sind und Führungen durchführen“, erklärt sie.  „Auf rund 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche gibt es unglaublich viel zu sehen und zu entdecken. Neben dem Stollen haben wir aber noch mehrere Attraktionen. Da ist zum Beispiel das Funktionsmodell eines Eimerkettenbaggers ERs 700. Das Modell der größten Förderbrücke zählt ebenfalls dazu. Auch die Doppelhaspel aus dem 19. Jahrhundert, die zur Förderung der Kohle aus einer Tiefe von zehn bis 15 Metern genutzt wurde, lässt nur erahnen, wie schwer damals gearbeitet wurde“, sagt Gudrun Jochmann.

Ein Modell zeigt, was es im 19. Jahrhundert für eine Kohleindustrie gab und im Gegensatz dazu das 20. Jahrhundert.  Nur ein Bruchteil  ist   noch vorhanden. Im Gespräch ist gegenwärtig auch die Grube Paul II bei Theißen, die vom Verfall bedroht ist. Wie hier gearbeitet wurde, ist auch an einem Modell zu sehen. Wie funktioniert eigentlich eine Brikettfabrik? Was wurde und wird aus Kohle hergestellt? Auch der typische Geruch einer Schwelerei - die älteren Naundorfer kennen ihn garantiert - wurde in einem Glas eingefangen.

In einem Raum werden die Leute eines Besseren belehrt, die sagen, dass der Tagebau eine ’Mondlandschaft’ hinterlässt. Zahlreiche Fotos an den Wänden treten den Gegenbeweis an. Unmittelbar daneben werden die Erinnerungen an die verschwundenen Dörfer wach gehalten. Mit vielen Fotos ist dokumentiert, wie es aussah, ehe die Bagger ihr Werk begannen.
„Wir sind aber auch ein Heimatmuseum und darum findet man hier auch Dinge, wie sie unsere Großeltern benutzt haben. Auch ein Klassenzimmer ist vollständig eingerichtet, natürlich mit der entsprechenden Technik von damals“, lacht sie und zeigt auf die Riesenprojektoren und einen Uralt-Schultisch, in dem  sich eine Schultasche befindet.

Blickfang ist ein großer Bergmann im Flur. Er stand im damaligen Krankenhaus Hohenmölsen und ist eine Dauerleihgabe von der Asklepios Klinik. Ganz nebenbei wird erwähnt, dass auf Wunsch auch die Bergarbeiterkirche nebenan mit in die Führung integriert werden kann.

Der Bergmannstag wird am 1. Juli gefeiert. Aus diesem Grund führt das Museumsteam in Zusammenarbeit mit der Mibrag am Samstag, dem 4. Juli, zwei Befahrungen des Tagebaus durch.

Geöffnet ist das Bergbaumuseum in Deuben jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr, am 19. April (Tag der Industriekultur) von 10 bis 17 Uhr, am 17. Mai (Museumstag) von 13 bis 17 Uhr und an folgenden Tagen jeweils von 14 bis 16 Uhr: 21. Juni, 19. Juli, 23. August, 20. September und 18. Oktober. Nach Voranmeldung unter 034441/33237 oder www.bergbaumuseum-deuben.de könnerrn auch andere Termine vereinbart werden. Zudem stehen zwei Räume zur Verfügung, die zu verschiedenen Anlässen gemietet werden können.

Nach dem Rundgang wird jeder sagen: „Das war einmalig schön und lehrreich. Da werde ich noch einmal wiederkommen.“ Und damit haben die Vereinsmitglieder ihr Ziel erreicht: Das Thema Braunkohle von früher, von heute und von morgen wach zu halten. Glück auf!

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Unterstützung für Unternehmen und Beschäftigte: Neue Regeln für Kurzarbeitergeld Unterstützung für Unternehmen und Beschäftigte: Neue Regeln für Kurzarbeitergeld  Die Ausbreitung des Coronavirus stellt Wirtschaft und Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen. Um Beschäftigte und Unternehmen zu unterstützen,...
Anzeige
Sag Ja!
Gesundheitskompass Spezial - Corona in Sachsen-Anhalt - 3. April 2020 Gesundheitskompass Spezial - Corona in Sachsen-Anhalt - 3. April 2020 Ob Handwerker mit dem Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Krise zufrieden, dazu gibt Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle Auskunft....
Anzeige
Landwirte suchen Helfer Landwirte suchen Helfer Magdeburg (Joceline Teichmann).   Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurden im Laufe der letzten Wochen in Kurzarbeit geschickt. Sie gehen nun...
Anzeige
Globus Halle