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Wochenspiegel > Weißenfels > Der Ort zum Sonntag: Folge 15 - Gartenanlage „Am F.-L.-Jahn-Sportpark“ in Freyburg >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 28.04.2020 um 10:37:00

Der Ort zum Sonntag: Folge 15 - Gartenanlage „Am F.-L.-Jahn-Sportpark“ in Freyburg

Ein Blick in die Gartenanlage „Am Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark“ in Freyburg. Ein Blick in die Gartenanlage „Am Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark“ in Freyburg.
Foto: Martin Schumann Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Wohl dem, der einen Garten hat. Ein eigener Garten ist Lebensqualität, er bietet Entspannung, Abwechslung und Geselligkeit.

Freyburg (ms).
„Die pralle Sonne auf dem Rücken, während man sich über Schaufel oder Hacke beugt oder beschaulich den warmen, duftenden Lehmboden riecht, ist heilender als manch eine Medizin“, wusste der amerikanische Jurist und Schriftsteller Charles Dudley Warner bereits vor mehr als 120 Jahren. Heute mag diese Aussage beinahe prophetisch anmuten, denn in Zeiten von Corona kann ein eigener Garten tatsächlich „heilend“ wirken - zumindest im übertragenen Sinne. Denn ein Garten lädt zum Aufenthalt und zur körperlichen Betätigung an der frischen Luft ein, gerade bei dem derzeitigen Wetter. Er ist Ausgleich für den Alltag, Ruhepol, grüne Oase, Familienidyll. Nicht zu vergessen sind die Vorteile von selbst gezüchtetem Obst und Gemüse.

Diese Vorteile weiß auch unser Redakteur Martin Schumann zu schätzen. Er ist einer von mehr als einer Million Hobbygärtnern in Deutschland. Sein Garten ist Teil des Vereins „Am Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark“ in Freyburg. Als „Kleingärtnersparte Am Jahnsportpark“ wurde der Verein 1982 gegründet. Ein ehemaliges Feld wurde in 64 Parzellen aufgeteilt und an Pächter vergeben. Als nach der Wende die B 180 umgebaut wurde und die Freyburger Ortsumgehung entstand, mussten sieben Parzellen weichen, so dass heute 57 Kleingärten auf einer Gesamtfläche von rund 23.500 Quadratmetern existieren. Leer stehen davon aktuell nur drei Gärten, diese werden von den Vereinsmitgliedern im Rahmen von Arbeitseinsätzen gepflegt und warten auf neue Pächter.

Mitglied werden und sich auf einen freien bzw. frei werdenden Garten bewerben kann grundsätzlich jeder, der sich für dieses Hobby interessiert. Fürs Erste reicht ein formloser Antrag an den jeweiligen Verein. Dort wird man dann Mitglied.

Was kostet ein Garten?
Für das Gartenland zahlt man Pacht, dazu kommen Mitgliedsbeitrag im Verein, Abgabe an den Regionalverband und ähnliches. Wasser und Strom werden nach Verbrauch abgerechnet. Die Kosten unterscheiden sich in verschiedenen Regionen Deutschlands zum Teil stark, sind insgesamt aber überschaubar. Je nach eigenem Verbrauch und Region werden jährlich zwischen 100 und 400 Euro fällig.

Das Inventar des Gartens, also Laube, eventuell vorhandene Pflanzen, Stauden und Bäume sowie gegebenenfalls Geräte, Werkzeuge und Einrichtungsgegenstände, kauft man in der Regel dem Vorbesitzer ab. Einen Anhaltspunkt zum Wert des Gartens bietet die Schätzung, die meist ein Sachverständiger des Kreis- oder Regionalverbandes vornimmt. Statistisch beträgt die durchschnittliche Ablösesumme für einen Garten 1.900 Euro. In Großstädten ist sie mit 3.300 Euro viel höher, im ländlichen Bereich oft niedriger.

In vielen Vereinen ist es zudem Pflicht, eine bestimmte Anzahl Arbeitsstunden zum Wohle des Vereins zu leisten. Bei diesen Arbeitseinsätzen werden beispielsweise gemeinsam genutzte Wege und Einrichtungen gepflegt oder leerstehende Gärten in Schuss gehalten.

Zahlen und Fakten
Ob Leerstand herrscht oder es eine Warteliste gibt, ist in deutschen Kleingartenvereinen vor allem eine Frage der Region. Erkennbar ist ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land sowie Ost und West. In Großstädten übersteigt die Nachfrage oft das Angebot. 40 Prozent der Vereine in Städten müssen Interessenten auf die Warteliste setzen, in westdeutschen Städten sind es sogar 60 Prozent. In Regionen, die durch Bevölkerungsrückgang geprägt sind, klagt hingegen ein Drittel der Vereine über Leerstand. Im Durchschnitt stehen 2,5 Prozent der Parzellen länger als ein Jahr leer.

Vielen Gartenvereinen mangelt es zudem an Nachwuchs: Der deutsche Schrebergärtner ist im Durchschnitt 60 Jahre alt, weshalb manche Vereine es mit den einst strengen Regeln nicht mehr ganz so genau nehmen, um junge Familien nicht mit trockener Vereinsmeierei abzuschrecken.

Regeln und Gesetze
Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn nicht auch das Kleingärtnerwesen festen Regeln und Gesetzen unterworfen wäre. Die Rahmenbedingungen gibt das Bundeskleingartengesetz vor. Es legt beispielsweise fest, was ein Kleingarten ist, dass er nicht größer als 400 Quadratmeter sein soll, und wie groß eine Gartenlaube sein darf.

Weitere Regeln, beispielsweise zur Größe der bewirtschafteten Anbaufläche, zu erwünschten und unerwünschten Pflanzen, zu Pools, Spielgeräten und anderen Details geben die unterschiedlichen Landes- und Regionalverbände sowie die Satzungen der jeweiligen Vereine vor. Dachverband der Kleingärtner ist der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. Er vertritt 20 Landesverbände mit insgesamt 15.000 Vereinen, in denen wiederum knapp 970.000 Kleingärtner organisiert sind. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als eine Million Kleingärten mit einer Gesamtfläche von rund 46.000 Hektar.

Historisches
Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung in Deutschland und mit ihr die Armut. Sogenannte „Armengärten“, oft von wohltätigen Organisationen, Landesherren oder Fabrikbesitzern initiiert, sollten helfen, Hunger und Armut entgegen zu wirken.

Eine weitere Entwicklungslinie geht auf den Leipziger Arzt Moritz Schreber zurück. Er gab gemeinsam mit dem Anatomen Carl Ernst Bock und dem 1847 von ihnen entwickelten diätetisch-orthopädischen Konzept, das zunächst nur der „körperlichen Ertüchtigung“ dienen sollte, den Anstoß zu Kleingärten und Gartenkolonien. Der im Jahr 1865 eröffnete Schreberplatz am Johannapark in Leipzig hatte zuerst noch nichts mit einem Garten gemein. Erst der Lehrer Heinrich Karl Gesell legte dort die ersten Beete als Beschäftigungsmöglichkeit für Kinder an. Aus diesem ersten „Schulgarten“ entwickelten sich dann die Schrebergärten, die diesen Namen bis heute tragen.

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