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Wochenspiegel > Weißenfels > Der Ort zum Sonntag: Folge 19 - Michaeliskirche Zeitz >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 07.05.2020 um 11:27:32

Der Ort zum Sonntag: Folge 19 - Michaeliskirche Zeitz

Bereits um 968 wurde von einer Ansiedlung mit einer steinernen Kirche auf einer Anhöhe berichtet, die auf die heutige Oberstadt in Zeitz  mit der Michaeliskirche hinweisen könnte. Bereits um 968 wurde von einer Ansiedlung mit einer steinernen Kirche auf einer Anhöhe berichtet, die auf die heutige Oberstadt in Zeitz mit der Michaeliskirche hinweisen könnte.
Foto: Vereinigte Domstifter, C. Tennler Galerie (1 Bild)
Bis Juli soll die Sanierung der Michaeliskirche Zeitz  fertig sein. Die Sanierungsarbeiten an der Zeitzer Michaeliskirche stehen kurz vor dem Abschluss.
Zeitz (red).
Sie ist die Hauptpfarrkirche der Stadt Zeitz und wurde das erste Mal 1154 urkundlich erwähnt: die Michaeliskirche. Sie gehört als Gebäude in den Besitz der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz. Die Kirche verbindet in ihrer Baugeschichte romanische, gotische und barocke Elemente miteinander. Seit 2014 wurde sie von Grund auf saniert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro. Besonderes Augenmerk lag dabei von Anfang an auf der hohen Salzbelastung des Mauerwerks.

So stand auch in den vergangenen Wochen die Entsalzung des südwestlichen Strebepfeilers im Vordergrund. Hierbei wird mittels Tröpfchenbewässerung das Salz durch Wasser aus dem Stein gespült. Danach folgt eine Trocknungsphase bei der die Salzkristalle an der Steinoberfläche trocknen und anschließend entfernt werden können.

Der gerade noch laufende vierte Bauabschnitt, der bis Juli abgeschlossen sein soll, widmet sich der Fassadensanierung auf der Westseite. Zudem werden Putz- und restauratorische Arbeiten an den Anschlussflächen zur Südseite realisiert; das Südwest-Fenster wurde ausgebaut, gereinigt und repariert. Die Fassade der Kirche ist geprägt von starken Steinschäden. Der weiche Sandstein ist aufgrund von Umwelteinflüssen zersetzt und muss daher teilweise ausgetauscht bzw. angetragen werden.

Mit Abschluss der Bauarbeiten kann auch die Außenbeleuchtung der Kirche in Funktion genommen werden. Hierfür wurde ein Beleuchtungskonzept erarbeitet, was auf eine dosierte Inszenierung der Westfassade abzielt. Zusätzlich erhalten die Kirchenfenster von innen eine fensternahe Betonung, so dass abends ein leichtes Glimmen den Eindruck einer belebten Kirche erweckt.

Noch nicht im Programm inbegriffen ist die Restaurierung des Risalits, des NW-Strebe-pfeilers sowie einer Restfläche am Westwerk, welche in einem gesonderten Programm oder in einem nächsten Bauabschnitt instandgesetzt werden müssen.

Bauabschnitte
2014
Zunächst erfuhr die Südfassade eine Erneuerung. Neben Putzerneuerung, Steinergänzung und der Reparatur der Fenster stand vor allem die Konservierung der Figurengruppe am Eingangsportal im Mittelpunkt.  Im Innenraum begannen die Sanierungsmaßnahmen mit der Instandsetzung von Sakristei und Bibliothek.

2015
Mit Abschluss der Arbeiten an der Südfassade im Frühjahr 2015 war der Eingangsbereich zur Stadt als erster sichtbarer Abschnitt fertiggestellt. Die Arbeiten am Außenbau wurden im Laufe des Jahres 2015 an der Ostseite weitergeführt. Zur Gestaltung des Innenraums wurde gemeinsam mit der Gemeinde das Gesamtkonzept weiterentwickelt. Ein erster Bauabschnitt beinhaltete die Instandsetzung von Bibliothek und Sakristei bis zum Frühjahr 2015. In diesem Jahr gingen die Arbeiten nach Osten und Norden weiter. Dabei lag der Schwerpunkt wieder auf der Erneuerung von Putzflächen, auf Entsalzungen und den Ergänzungen von fehlenden Werksteinen. Im Zusammenhang mit den Fassadenarbeiten wurde auch die nur bruchstückhaft vorliegende Bauforschung um neue Erkenntnisse ergänzt: ältere Lanzettenfenster nach Osten zeichneten sich unter dem Putz ab und erzählen ein weiteres Kapitel der vielfältigen Umbauphasen, die der Bau miterlebt hat.

2016
Die Nonnenkapelle war ein noch ungehobener Schatz an der Nordwestseite der Zeitzer Michaeliskirche. Der 1517 eingewölbte Raum diente den Nonnen des Zeitzer Benediktinerinnenklosters St. Stephan als Empore und war reich mit bedeutenden Wandmalereien ausgestattet. Ungünstige Zeitläufte ließen die besondere Bedeutung des Raumes in Vergessenheit geraten. Erhebliche Schädigungen kamen im Lauf der Jahre hinzu. Durch eine Spende von Gloria-Maria Holzhey, geb. Naether, und Dr. Georg Holzhey wurde es  möglich, der Nonnenkapelle eine Zukunft als „Schatzkammer“ der Michaeliskirche zu eröffnen. Ziel der bereits angelaufenen Sanierungsarbeiten war es, die Raumwirkung und Würde der Kapelle wiederherzustellen. Die direkte Anbindung an den Kirchenraum wurde über eine neue Treppe ermöglicht. Im Inneren der Kapelle wurden nach Sicherungsarbeiten an Sandsteinrippen, Putzen und Fenstern die erhaltenen spätmittelalterlichen Fassungen konserviert, gereinigt, teilweise freigelegt und retuschiert.

2016 trat außerdem in der Michaeliskirche im Zuge der Gesamtinstandsetzung ein großartiger Fund zu Tage. Bei der näheren Untersuchung von Malereifragmenten kamen unter der sichtbaren Fassung des Gewölbes der gesamten Vorhalle Reste einer weiteren Malerei zum Vorschein. Bei den Motiven handelt es sich um Engel, die wohl alle Felder des Himmelsgewölbes zieren. Die Wände sind mit Ornamenten bemalt. Die Bemalung scheint aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts zu stammen. Ziel der Instandsetzung war zunächst die Festigung, Konservierung, Reinigung und Retusche der sichtbaren Malereireste. Hierfür wurden in einem ersten Schritt die Deckenputze mit der Malerei gefestigt und gesichert. In einem nächsten Schritt wurden die Engel freigelegt und somit wieder sichtbar gemacht.

2017
Mit einem Festakt wurde am 5. Juni 2017 die Hauptpfarrkirche in Zeitz nach umfangreichen und mehrjährigen Restaurierungsmaßnahmen unter Leitung von Dombaumeisterin Regine Hartkopf wieder in den Dienst der evangelischen Gemeinde gestellt. Der neu gestaltete Innenraum mit dem Salvator von Lucas Cranach d. Ä. als Hauptanziehungspunkt im Chor ist von besonderer Schönheit. Auch die Nonnenkapelle, die durch das große Engagement von Familie Dr. Holzhey instandgesetzt werden konnte, ist ein wahres Kleinod der Stadt geworden.

Zur Geschichte
Die Michaeliskirche zählt zu den historisch bedeutendsten Stätten innerhalb der Stadt und ist aufgrund ihrer Ausstattung von überregionaler Bedeutung. Zur Ausstattung zählen u.a. Wandmalereien, eine der ersten evangelisch geprägten Pfarrbibliotheken mit originalem Lutherthesendruck sowie zahlreichen Kunstwerke.

Ursprünglich war sie eine romanische Basilika mit kreuzförmigen Grundriss, wurde jedoch im 13. Jahrhundert frühgotisch und um 1450 spätgotisch umgestaltet. Erhalten sind noch Mauerteile der Turmfront, im Mittelschiff und den Querhausarmen, im Chorraum und in den Vierungspfeilern.

Um 1520 erbaute man an der Südseite eine Vorhalle mit spitzem Giebel und neuem Eingangsportal. Freskenreste sind noch im Netzgewölbe zu sehen.

Im 17. Jahrhundert erfuhren die Türme eine Umgestaltung. Nach einem Brand im Südturm 1650, wurde auf Abordnung von Herzog Moritz der Nordturm ebenfalls abgetragen und 1670 durch einen hohen Mittelturm mit zwei seitlichen kleineren Türmen ersetzt.

Im 19. Jahrhundert wurde die Ausstattung des Innenraums zum großen Teil beseitigt und die alten Holzziegel des Daches durch Schieferplatten ausgetauscht. Außerdem fügte man der Süd- und Nordseite des Daches jeweils zwei Zwerchgiebel in gotischen Stil hinzu. Die Turmfront erhielt zur Stabilisierung an der Süd- und Westecke starke Stützpfeiler, in der Mitte einen spitzgiebligen Vorbau sowie rechts und links daneben eine vorgebaute Mauer.

Bedeutung erhält die Michaeliskirche u.a. in Zusammenhang mit der Reformation. In der wertvollen Bibliothek von St. Michael wurde 1882 ein außerordentlich seltener Plakatdruck der Lutherischen Thesen aus dem Jahr 1517 entdeckt.

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