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Wochenspiegel > Weißenfels > Der Ort zum Sonntag: Folge 21 - Diorama der Schlacht bei Roßbach 1757 >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 07.07.2020 um 13:01:03

Der Ort zum Sonntag: Folge 21 - Diorama der Schlacht bei Roßbach 1757

Blick in das 1934 von dem Lehrer Max Brauer gebaute große Diorama. Im Vordergrund Kirche und Häuser von Reichardtswerben. 4.500 Zinnfiguren sind zu sehen. Blick in das 1934 von dem Lehrer Max Brauer gebaute große Diorama. Im Vordergrund Kirche und Häuser von Reichardtswerben. 4.500 Zinnfiguren sind zu sehen.
4500 Zinnfiguren „kämpfen“ vor Reichardtswerben

Eigentlich heißt sie „Die Schlacht bei Roßbach November 1757“ - aber sie fand bei Reichardtswerben statt.
Reichardtswerben (wm).
Der traditionsreiche Ort ganz im Norden des Burgenlandkreises belegte schon im Rahmen der landesweiten Aktion „Unser Dorf hat Zukunft“ 2018 den zweiten Platz. Neben dem Engagement der Bürger spielten dabei auch die Aktivitäten der Vereine eine Rolle. Und einer der Vereine ist die Interessengemeinschaft „Diorama der Schlacht bei Roßbach“ e.V. Und passend zu unserem „Ort zum Sonntag“, weil die Öffnungszeiten auf sonntags beschränkt sind (außer nach  tel.  Vereinbarungen), trafen wir uns mit Matthias Krämer, dem Vorsitzenden des Vereins in Reichardtswerben am Diorama, Schackental 9.

Gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern werden vor Ort ganz besondere Geschichtsstunden angeboten. Doch worum geht es in dem Haus, was sich unmittelbar an die Dorfkirche und das Pfarrhaus anlehnt?

Matthias Krämer erzählt: „Hier geht es um die Schlacht bei Roßbach im November 1757. Hier in einem Nebengebäude des Pfarrhauses wurde die Ausstellung am 7. April 1935 eröffnet und seitdem immer mehr erweitert. Zu sehen sind unter anderem Waffen, Schriftstücke, Handgranaten, Kugeln, Zeitungsberichte, Notgeld, Gürtelschnallen, Uniformknöpfe, Pfeifenköpfe und viele, viele Dinge mehr. Aber unser ganzer Stolz ist das Diorama von den Ereignissen des 5. November 1757.“

Gemeinsam betreten wir den Innenhof der Gedenkstätte. Der gepflegte Garten fällt sofort auf. „Da sind unsere Vereinsmitglieder rege dabei und pflegen die Anlagen“, so Krämer. Gemeinsam betrachten wir das alte fränkisch-thüringische Fachwerkhaus mit einem Laubengang, erbaut 1630. So ein Gebäude in Schuss zu halten ist schon eine Mammutaufgabe. Die Betondachsteine aus DDR-Zeiten haben ausgedient. Eine Dachneueindeckung ist dringend erforderlich. Aber man kennt ja die bürokratischen Hürden, die Auflagen und den ganzen Papierkram, der erforderlich ist. Dennoch glauben die Mitglieder daran, dass es noch etwas wird, ehe diese unwiederbringlichen Werte der Nässe zum Opfer fallen.

Im Haus reicht uns der Vereinsvorsitzende eine Flasche Desinfektionsmittel. „Die haben wir von einer Apotheke kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Auch die Maske ist hier zu tragen, denn wie in allen Museen richten sich auch die Reichardtswerbener nach den gültigen Regeln.

Über eine schmale und steile Treppe gelangt man in das Obergeschoss des Fachwerkbaus aus Holz und Lehm. Liebevoll sind die Zimmer eingerichtet ... aber da liegt doch jemand im Bett!? Matthias Krämer schmunzelt: „Ja, das sage ich auch immer unseren Besuchern. Generalmajor Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1721 -1773) liegt oben im Bett. Und es ist sogar das Originalbett, was wir als Dauerleihgabe erhalten haben. Auch die Zimmerdeko haben wir auf die Zeit ausgerichtet.“

An den Wänden des Nachbarraumes hängen und liegen Hieb- und Stichwaffen aus der damaligen Zeit in Vitrinen und an den Wänden. Der Vereinsvorsitzende öffnet eine Vitrine  und legt uns eine Stahlkugel in die Hand. Diese wurde von einer Reichardtswerbenerin in ihrem Garten gefunden. Hier liegen auch diverse Schnallen und Uniformknöpfe.

Gemeinsam werfen wir ein Blick in die Geschichte: Mit dem Einmarsch preußischer Truppen in das österreichische Schlesien begann der preußisch-österreichische Dualismus.  Drei Kriege wurden um dieses Land geführt. Der Siebenjährige Krieg ist die letzte dieser kriegerischen Auseinandersetzungen, in deren Anfangsphase die Schlacht bei Roßbach lag. Die Nachfolgerin Karls VI. in den österreichischen Erblanden wurde laut pragmatischer Sanktion von 1713 die älteste Tochter des Kaisers, Maria Theresia. Sie vermochte den Truppen Friedrichs auf  Dauer nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Im Frieden von Breslau (1742) trat sie einen Großteil Schlesiens an Preußen ab. Zwei Jahre später eröffnete Friedrich II. den zweiten schlesischen Krieg. Im Bündnis mit Frankreich unterstützte der König den 1742 zum Kaiser gewählten Wittelsbacher Karl VII. Die Zwischenkriegszeit (1745/46 - 1756) nutzte Friedrich zur Intensivierung seiner Kriegsvorbereitungen. Und es brodelte auf der Welt und Österreich und Frankreich schlossen einen Neutralitäts- und Verteidigungsvertrag. Doch hinter den Kulissen hob die französische Seite ihre Garantie für den preußischen Besitz Schlesiens wieder auf und die Geschichte nahm ihren Lauf ...

Was am 5. November passierte, erklärt Matthias Krämer  am großen Diorama. 4500 Zinnfiguren erinnern an die Ereignisse. Hier werden im Diorama gleichzeitig zwei verschiedene Zeiten gezeigt.   Der Lehrer Max  Brauer hat das Diorama 1934 erbaut. Die Kirchengemeinde Reichardtswerben-Posendorf hatte  ihm den Auftrag dazu erteilt.  Spannend erklärt der Vereinsvorsitzende das Geschehen zur damaligen Zeit. Doch das wollen wir an dieser Stelle doch noch nicht verraten. Nehmen Sie sich einfach mal eine oder zwei Stunden Zeit und fahren an einem Sonntag nach Reichardtswerben und sehen sich diese einzigartige Ausstellung an.

Geöffnet ist die Ausstellung von Mai bis September sonntags 14 bis 16 Uhr - oder nach Vereinbarung auch an anderen Tagen. Unter den Tel.-Nr. 03443 / 279852 und 03443 / 200676 sind Matthias Krämer und Jürgen Hoyer (stellvertr. Vorsitzender) zu erreichen.

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