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Wochenspiegel > Weißenfels > Der Ort zum Sonntag: Folge 41 - Was passiert im ehemaligen Zekiwa-Gebäude in Zeitz? >
Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 10.11.2020 um 15:01:57

Der Ort zum Sonntag: Folge 41 - Was passiert im ehemaligen Zekiwa-Gebäude in Zeitz?

Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Zekiwa-Werkgebäude wird nach langem Leerstand und Verfall sowie Beschädigungen durch das Hochwasser 2013 energetisch und barrierefrei modernisiert und instandgesetzt. Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Zekiwa-Werkgebäude wird nach langem Leerstand und Verfall sowie Beschädigungen durch das Hochwasser 2013 energetisch und barrierefrei modernisiert und instandgesetzt.
Foto: M. Herrmann Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Wo einst die Kinderwagen rollten - Die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Hauptgebäude der Zekiwa-Kinder- und Puppenwagenfabrik in Zeitz schreiten voran.
Zeitz (red).
Viele Jahre bemühte sich die Stadt Zeitz um eine Nachnutzung des ehemaligen Produktionsstandortes für Kinderwagen und heutigen Industriedenkmals. Das Haupt-gebäude stand nach der Abwicklung des damaligen Volkseigenen Betriebes (VEB) Zekiwa  lange leer. Mit der Verlagerung des Zeitzer Stadtarchivs aus den Räumlichkeiten im Schloss Moritzburg, wo der Zuwachs des Archivgutes bereits jetzt nicht mehr aufgenommen werden kann, ist eine Lösung  gegeben. Oberbürgermeister Christian Thieme: „Das ehemalige Hauptgebäude st das Symbol der Zeitzer Industriegeschichte. Zekiwa selbst war schon vor dem Zweiten Weltkrieg ein weltbekanntes Unternehmen.  Wir erwarten für die kommenden Jahre eine von diesem Bauvorhaben ausgehende weitere Entwicklung des gesamten Areals. Dafür werden wir natürlich den Braunkohlestrukturwandel intensiv nutzen, denn uns bieten sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten, um Zeitz zur Stadt der Zukunft zu machen.“

Geschichte und Bedeutung
Von 1846 bis 1946 entwickelte und baute der Unternehmer Ernst Albert Naether die ersten Kinderwagen-Modelle. Um die Produktion seines Unternehmens „E. A. Naether“ erweitern zu können, ließ der Begründer der Zeitzer Kinderwagenindustrie das zweiteilige Werkgebäude 1900 und 1908 in der Geschwister-Scholl-Straße in Zeitz errichten.

1946 wurde das Unternehmen enteignet, die Produktionsanlagen gingen an den „VEB Zekiwa“ über (ZEitzer KInderWAgen). Bis zur politischen Wende 1990 war Zekiwa Europas größte Kinderwagenfabrik. Etwa 2.200 Menschen waren hier beschäftigt. Bis zu 450.000 Kinderwagen und 160.000 Puppenwagen für das In- und Ausland liefen hier vom Band.

1990 erfolgten erste Abrissarbeiten. Ende 1991 wurde die Produktion eingestellt. Seitdem steht das Gebäude leer und wurde 1995 unter Denkmalschutz gestellt. 2010 ging das Objekt in den Besitz der Stadt Zeitz über.

Finanzierung der Baumaßnahme
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro. Die Sanierung zur Umnutzung der Obergeschosse im ehemaligen Zekiwa-Hauptgebäude konnte mithilfe einer 93-prozentigen Förderung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 10,6 Millionen Euro gefördert werden. Der Eigenanteil der Stadt Zeitz beträgt rund 770.000 Euro.

Das Sanierungsvorhaben zur Umnutzung der Obergeschosse des Industriedenkmals ist verbunden mit der Beseitigung der Hochwasserschäden 2013 im Untergeschoss des Hauptgebäudes, für die ebenfalls eine Zuwendung gemäß der Richtlinie Hochwasserschäden Sachsen-Anhalt 2013 von rund 3,6 Millionen Euro gewährt wurde (100-prozentige Förderung).

Bauarbeiten am Objekt
Im Mai 2019 wurde die Baustelle gesichert. Im Oktober 2019 begannen dann die direkten Arbeiten am Gebäude mit den Ertüchtigungen der unterspülten Fundamente.

2021 sind folgende Arbeiten geplant: Schlosser, Brandschutzbeschichtungen, Sanitär, Estrich, Heizung, Elektro, Putz/Innendämmung, Maler, Dach- und Zimmerarbeiten (Fläche Dachsanierung ca. 1.400 Quadratmeter und Abdichtung ca. 1.000 Quadratmeter), Einbau von 194 Außenfenstern und -türen sowie Sonnenschutz und die Vorhangfassade (Metallfassade).

Denkmalgerechte Sanierung
Das Gebäudeensemble und die Außenanlagen stehen unter Denkmalschutz, daher wird bei der Gestaltung ein erhöhter Wert auf den Erhalt historischer Bauteile gelegt. Besondere Elemente wie die Guss- und oktogonalen Betonstützen, die Betonkappendecke oder die Stahl- und Betontreppen bleiben für Besucher sichtbar erhalten.

Neues Nutzungskonzept
Im Erdgeschoss des ehemaligen Zekiwa-Werkgebäudes sind zwei Gewerbeeinheiten geplant, welche sich zusammenschalten lassen. Zugelassen sind Gewerbe, die das Wohnen nicht erheblich stören, zum Beispiel Autohändler, Kreativwirtschaft, Restaurant, Kinderwagenmanufaktur. Die Gewerbeflächen umfassen ca. 1.090 Quadratmeter. Die Gewerbeflächen sollen vermietet werden. Die Stadt Zeitz sucht daher nach Interessenten. Bei bezugsfertigen Mieträumen ist eine Kaltmiete von 4,50 bis 6 Euro/Quadratmeter anzusetzen. Im Erdgeschoss befinden sich außerdem der Zugang zum Stadtarchiv sowie ein paar Medienanschlussräume.

Das Archiv wird über zwei getrennte Bereiche verfügen, einen nicht öffentlichen Bereich zur Lagerung des Archivgutes und einen öffentlichen Bereich für den Publikumsverkehr und die Bearbeitung des Archivgutes. Die Gesamtfläche des Archives beträgt ca. 4.000 Quadratmeter. Die Magazine werden in den Obergeschossen eins bis vier angeordnet. Hier entsteht Platz für ca. 10.000 laufende Meter Archivgut, hauptsächlich aus Papier, welches in Regalen gelagert werden soll. Im östlichen Gebäude 52 ist der öffentliche/halböffentliche Bereich vorgesehen.  

Auf Ebene 1 werden sich die Räume für Wechselausstellungen, Vorträge und Seminare befinden, auf Ebene 2 die Lesesäle und Dauerausstellungsräume, auf Ebene 3 Büro- und Bearbeitungsräume der Mitarbeitenden und auf Ebene 4 die sonstigen Lager- und Nebenräume. Ebene 5 unter dem Dach wird zur neuen Technikzentrale ausgebaut, damit diese im Fall eines neuerlichen Hochwassers geschützt ist.

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