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Frank Henze Frank Henze
aktualisiert am 30.01.2019 um 14:13:29

Neujahrsempfang der Wirtschaft

Geheimnis gelüftet. Staatssekretär Jürgen Ude, Simone Schneider, Günter Gottwald und Kreishandwerksmeister Hendrik Hiller (von links) nach der Übergabe der Ehrenurkunde an den Kraftfahrzeugmeister aus Jessen. Geheimnis gelüftet. Staatssekretär Jürgen Ude, Simone Schneider, Günter Gottwald und Kreishandwerksmeister Hendrik Hiller (von links) nach der Übergabe der Ehrenurkunde an den Kraftfahrzeugmeister aus Jessen.
Foto: Frank Neßler
Der Neujahrsempfang der Wirtschaft fand zum fünften Mal statt und wird gemeinsam von der Kreishandwerkerschaft Wittenberg, dem Gewerbeverein der Lutherstadt sowie dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga durchgeführt.
„Ich bin total überrascht worden", erklärte Günter Gottwald. Dem Kraftfahrzeugmeister aus Jessen wurde anlässlich des Neujahrsempfangs der Wirtschaft im Luther-Hotel Wittenberg am vergangenen Donnerstag die Ehrenurkunde der Handwerkskammer Halle für besondere Verdienste um die Handwerksorganisation und langjährige ehrenamtliche Tätigkeit verliehen. Es war der emotionale Höhepunkt des Neujahrsempfangs.
Federführend in Sachen Organisation hielt in diesem Jahr die Kreishandwerkerschaft die Fäden in der Hand.
Königlich war der Empfang. Vier amtierende Königinnen – die Wittenberger Tomatenkönigin Melanie mit Prinzessin Pia, Rosenkönigin Alina aus Bernburg, Kartoffelkönigin Nicole aus Genthin sowie Bollenkönigin Kerstin aus Calbe – begrüßten gemeinsam mit Elbenixe Alexandra aus Elster die rund 120 Gäste. Die Hoheiten wünschten Gesundheit, Erfolg und Glück für 2019.
Anschließend gaben Hanna Kristof an der Violine und Michel Kautzsch am Flügel mit Stücken der Komponisten Fritz Kreisler, Carlos Gardel und Camilla Carbello dem offiziellen Teil der Veranstaltung einen musikalischen Rahmen. Kreishandwerksmeister Hendrik Hiller sprach in seiner Rede Themen an, „die uns hier vor Ort beschäftigen und die hier bearbeitet, nachjustiert, verändert oder gar geregelt werden können".
Der 49-Jährige nannte Zahlen, die die Bedeutung des Handwerks für den Landkreis unterstreichen. 1254 Unternehmen mit 8671 Mitarbeitern erwirtschafteten nach seinen Worten im Jahr 2016 einen Umsatz von mehr als 720 Millionen Euro.
Doch es gibt Nachwuchssorgen. „Nur 150 junge Menschen von 940 Schulabgängern im Kreis werden in diesem Jahr eine Lehrausbildung im Handwerk beginnen", erklärte Hiller.
Ein Problem: Im Kreis Wittenberg wird nur noch in zwei Handwerksberufen ausgebildet. Lehrlinge haben weite und damit teure Wege zu den Berufsschulen. Ein Lehrlings- oder Ausbildungsticket würde deren Situation verbessern. Eine Entscheidung dazu gibt es jedoch noch nicht.
„Alle Beteiligten halten solch ein Ticket zwar für richtig, aber es wird seit einem Jahr nur geredet", erklärte Hiller.
Der Kreishandwerksmeister sprach sich außerdem für einen zügigen Ausbau der Versorgung mit schnellem Internet aus, lobte die Initiative zur Änderung der Vergabeordnung durch den Landkreis und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsfördergesellschaft. Hiller prangerte aber auch das Hickhack um die Sonntagsöffnungszeiten in Wittenberg an und sprach sich für eine bessere Kommunikation zwischen Handwerkern und Verwaltungen aus.
Er kündigte ein neues Format unter dem Stichwort „Das Handwerk trifft …" an. „Dort möchten wir in unregelmäßigen Abständen Gesprächsrunden durchführen, bei denen es ganz gezielt und nach Bedarf der Handwerker geht", sagte Hiller.
Während Ehrengast Jürgen Ude, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, mit stolz auf die stabile Entwicklung der Wirtschaft verwies und sich für die Nutzung von Förderprogrammen zur Bewältigung von Herausforderungen wie der Digitalisierung oder des demografischen Wandels aussprach, sorgte André Grams als Kreisvorsitzender der Dehoga für Denkanstöße. So lehnte er eine Bettensteuer ab.
Besser wäre es eine Fremdenverkehrsabgabe einzuführen, weil die dem Tourismus direkt wieder zugute kommen würde. „Der Elberadweg hat an Attraktivität verloren", sagte Grams, „und das in einer Saison, die von Sommerhitze und Eichenprozessionsspinner negativ geprägt war."
An Themen für Gespräche mangelte es beim anschließenden Büfett im Luther-Hotel also nicht.
Und genau darum geht es den veranstalteten Handwerksmeistern, Gewerbetreibenden und Gastronomen beim Neujahrsempfang der Wirtschaft. Sie wollen im Gespräch bleiben.

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