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Antje Weiß Antje Weiß
aktualisiert am 02.08.2019 um 15:05:38

Biber legen einen Aufzuchtteich trocken

18 Dämme sollen Biber im Kemberger Flieth gebaut haben. Seit Wochen fließt kein Wasser mehr durch die Stadt Kemberg. Rudolf Engel (l.) und Torsten Seelig besichtigten den ausgetrockneten Kemberger Flieth vor der Alten Stadtmühle in Kemberg.   18 Dämme sollen Biber im Kemberger Flieth gebaut haben. Seit Wochen fließt kein Wasser mehr durch die Stadt Kemberg. Rudolf Engel (l.) und Torsten Seelig besichtigten den ausgetrockneten Kemberger Flieth vor der Alten Stadtmühle in Kemberg.
Am 8. Juli fand eine Vor-Ort-Begehung am Kemberger Flieth statt.

Kemberg (fh).  Grund sei der fehlende Wasser-Zufluss aus dem Flieth in das Angel- und Fischaufzuchtgewässer und in die Stadt Kemberg. Der Angelverein Heiderand Kemberg und die Stadt Kemberg beklagen schon seit Jahren diesen Zustand. 

Letztendlich führte dieser Wassermangel dazu, dass einer der Aufzuchtteiche des Angelvereins ausgetrocknet ist. „Fische, darunter waren 10 kg große Karpfen, 30 000 Kleinfische und Muscheln kamen um und uns entstand zusätzlich ein Schaden von etwa 5 000 Euro. Mal abgesehen davon, dass viel ehrenamtliche Arbeit mit kaputt gemacht wurde“, so der Vereinsvorsitzende Rudolf Engel. Etwa 50 Prozent Schuld an der gesamten Misere gibt er dem Biber. Denn er hat laut Engel bis zu 18 Dämme im Flieth, im Bereich von der Quelle bis Ortsausgang Kemberg, gebaut. Die anderen 50 Prozent teilen sich die Trockenheit und die schlechte Pflege und Wartung des Kemberger Flieths. 

Der Biber ist ein streng geschütztes Tier. „Wird der Artenschutz hier reduziert auf Biberschutz?“, fragt  der Vereinsvorsitzende. Es kann seiner Meinung nach nicht so sein, dass einerseits Fische und Muscheln sterben, der Angelverein finanziell zur Kasse gebeten wird und die Biber sich in der Region breit machen. „Wir müssen einen Kompromiss finden“, sagt Engel.       
Bei einer Vor-Ort-Begehung waren Rudolf Engel, Torsten Seelig, Bürgermeister von Kemberg, Marcus Groschup, Naturschutzbeauftragter für den Landkreis Wittenberg, Julia Weier von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittenberg und Susann Wichert von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Wittenberg dabei. 
Beschlossen worden ist u.a. die teilweise Öffnung der Biberdämme. „Das reicht jedoch nicht aus. Die Dämme müssen öfter geöffnet werden und vor allem tiefer, so dass richtig Wasser durchfließt und nicht nur ein Rinnsal“, sagt Rudolf Engel. Seiner Meinung nach baut der Biber die zu flach geöffneten Dämme nachts wieder zu.  
„Auch wir als Stadt bieten unsere ehrenamtliche Hilfe an. Wasser ist doch da. Es muss doch machbar sein, dass das Wasser von der Quelle bis nach und durch Kemberg fließt“, so der Bürgermeister weiter.    

Schon im vergangenen Jahr begannen die Probleme mit den Bibern. Im Frühjahr sind zwei Dämme ganz rausgenommen worden. Mittlerweile hat der Biber zwei neue Dämme gebaut.  Daraus resultiert, dass unter anderem auch der Wasserspiegel des Angelgewässers, die alte Badeanstalt in Kemberg, um einen Meter gesunken ist. 

Der Angelverein „Heiderand Kemberg 1961 e.V. zählt derzeit 60 Mitglieder. Darunter sind zehn Jugendliche. „Unsere Jugendlichen im Verein angelten in den vergangenen Jahren immer im Teich der ehemaligen Badeanstalt. Das ist seit zwei Jahren nicht mehr möglich“, sagt der Vereinsvorsitzende. 
Schlecht für den Verein, wenn sich Jugendliche für den Angelsport interessieren und dann keine Möglichkeit zum Angeln vor Ort haben, meint Engel weiter. „Machen wir uns nichts vor, 2018 gab es wenig Wasser, 2019 sieht es nicht viel besser aus. Diese Problematik mit dem ausgetrockneten Teich ist jedoch neu für mich“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin. Sie kann die Sorgen des Vereins verstehen. „Wir werden was tun. Die ganze Situation muss ja nicht so sein“, meint Birgit Tauscher.

Auch der Bürgermeister der Stadt Kemberg schließt sich der Meinung an. Er spricht von einem „Wasserregulierungsmanagement“. Darin sollte eine Mindestwasserhöhe im Flieth stehen. Ziel muss sein, dass das Wasser auch durch Kemberg fließt und nicht der Biber überall seine Dämme baut und so das Wasser staut. 
Bei der Vort-Ort-Begehung in dieser Woche wenige Meter vor der Alten Stadtmühle in Kemberg, hatten Torsten Seelig und Rudolf Engel keine Probleme,  durch das Bachbett zu laufen. Es war ausgetrocknet. Hier ist schon lange kein Wasser geflossen.    
Der 83-jährige Erwin Schulzki wohnt seit 1964 in Kemberg. „Ende August 2018 war zum ersten Mal hier kein Wasser mehr drin. In diesem Jahr ist bereits ab Juni alles trocken“, sagt Schulzki und zeigt auf das ausgetrocknete Bachbett. 
Laut Seelig steht auch der Kemberger Flieth unter Schutz. „Die Behörden sollten sich an Protokolle halten. Der Landkreis ist jetzt am Zuge“, meint Seelig und legt nach. „In Bayern geht es doch auch. Da werden Biber umgesetzt und dies sogar mit Genehmigung der EU“, so der Kemberger Bürgermeister abschließend. 

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