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Antje Weiß Antje Weiß
aktualisiert am 02.08.2019 um 15:26:39

Fehlendes Wasser sorgt für trockenen Eisenhammerteich

Überlauf der Löschwasserstelle am Eisenhammerteich. Überlauf der Löschwasserstelle am Eisenhammerteich.
Foto: privat
Aufsteigende Nässe an der historischen Ofenanlage der Köhlerei einerseits  und trockener Löschwasserteich andererseits beschäftigen alle Beteiligten. Schuld soll der Biber sein. 

Tornau (aw/fh).„Wir haben uns  inzwischen auf einen langen Kampf eingestellt, die Untere Naturschutzbehörde (UNB) vom  Landkreis Wittenberg versucht nun seit zwei Jahren  einen Präzedenzfall zu vermeiden“,  sagen Jörn und  Norma Austinat.  Es sei die eine Sache, ein Unternehmen zu schädigen, aber  eine ganze Region zu gefährden, ginge der  Stiftung Köhlerei Eisenhammer zu weit.  „Der Eisenhammerteich an der Ortschaft Eisenhammer ist eine eingetragene und wichtige Löschwasserstelle zu Erstbekämpfung und Eindämmung im Falle eines Waldbrandes. Diese in der Umgebung größte Wasserreserve trocknet durch den biberbedingten Wasserrückhalt aus“, erklärt Norma Austinat, die als   Präsidentin der Stiftung den Landkreis ermahnt, die Sicherheit der ansässigen Bevölkerung wieder herzustellen.  Obwohl sich der Landkreis bewusst sei, dass in dem gesamten Revier nur noch ein Einzeltier lebt, würde  an der lokalen Population  festgehalten. „Ein Biber ist wichtiger als die dort lebenden Menschen“, ärgert sich Austinat.  Die UNB wünscht, das Revier um jeden Preis zu erhalten und verweist auf den  trockenen Sommer,  dadurch sei  der  Hammerbach  nicht  in der Lage  den Eisenhammerteich zu füllen. 
„Der Hammerbach speist seit Hunderten von Jahren zuverlässig den Eisenhammerteich. Mit der künstlichen Ansiedlung der Hammerbachbiber verwandelte sich der gesamte Abschnitt vom Forstweg  bis hin zum Eisenhammerteich in eine zusammenhängende Wasserfläche, welche mehr als fünffach so groß ist, wie der Eisenhammerteich“, erwähnt Austinat.  Hier erkläre sich, warum der Hammerbach aktuell nicht in der Lage  sei, den Eisenhammerteich zu bedienen. Deweiteren würde  der stärkende Zustrom durch das Waldquellgebiet Forstgraben/Schwedenwiese von zwei großen Hauptdämmen eines seit Sommer 2018 leer stehenden Biberrevieres empfindlich gemindert. „Für den Eisenhammerteich bleibt nur noch der laterale Zufluss aus dem umliegenden Waldgebiet bei Niederschlagsgeschehen.“

Der  Landkreis Wittenberg äußerte sich gegenüber der Stiftung auch dazu: „Es gibt aktuell  nicht ausreichend Wasser, welches in den Feuerlöschteich nachlaufen kann.  Die vergleichbar geringen Mengen, die bei einer Beseitigung der Biberdämme entstehen und das Problem nicht lösen würden, rechtfertigen keinesfalls die massiven Eingriffe in die bestehenden geschützten Lebensräume. Eine Verbesserung dieser Situation wird erst eintreten, wenn ausreichende Niederschläge auftreten.“
Dies bestätigte so auch Heiko Tschetschorke, Fachdienstleiter Umwelt und Abfallwirtschaft beim Landkreis.

In den vergangenen Jahren sind über 20 Dämme beräumt worden, in Bereichen, in denen nur geringfügige Chancen für einen Zusammenhang bestehen könnten, so der Fachdienstleiter weiter.  „Dafür gab es Ausnahmegenehmigungen.  Seit Januar 2018 erfolgt eine ständige Regulierung  an einem Damm, der 350 m vom Grundstück  der Familie Austinat  entfernt ist und sich ca. 3,50 m unterhalb der Fundamente der Anlage befindet. Ein Bereich von ca. 200 m oberhalb und unterhalb des Grundstückes wird permanent von Biberbauten freigehalten“, so Tschetschorke weiter. 

Auf Anfrage warum die Dämme im leer stehenden Revier nicht beseitigt werden, um den Wasserrückhalt zu beenden, erhielt die Stiftung folgende Antwort. „Nach diesseitiger Einschätzung gibt es auf Grund der noch bestehenden Bauten im Quellgebiet weder eine nachhaltige Störung des Vorflutsystems noch etwaige Einflüsse auf Ihr Grundstück. Aus diesem Grund bestehen keine Notwendigkeiten für etwaige Veranlassungen.“

 Doch Gründe kann  die Stiftung viele nennen:   die Zuleitung der zurückgehaltenen Wasserreserven in den Eisenhammerteich, Entwässerung der Quellgebietes und damit Sicherstellung des Nachflusses in den Eisenhammerteich, die  Erfüllung des Hauptzieles der LSG 35 - Erhalt des Waldes und  die Bekämpfung der seit 2017 existierenden Borkenkäfernester, die wegen der Versumpfung nicht beseitigt werden können.  „Eine  Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und einer ganzen Region darf nicht geduldet werden. Die Dübener Heide ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteldeutschlands und damit das so bleibt, darf der Wald nicht versumpfen. Wir  fordert den Landkreis auf, dieses gefährliche Schachspiel zu beenden“, so Norma Austinat. 

Seit 18 Monaten beschäftigen  sich Heiko Tschetschorke und seine Mitarbeiter mit dieser Angelegenheit. „Es ist nicht auszuschließen, dass der Biber an dieser Situation Schuld ist. Es kann aber auch andere Ursachen haben. Der gesamte Sachverhalt ist bisher nicht geklärt. Wir geben uns größte Mühe“, sagt Tschetschorke. An zwei Vor-Ort-Terminen in der vergangenen Woche, an denen neben Austinat auch der Ortsbürgermeister Udo Reiß sowie Tschetschorke teilgenommen haben, wurde von allen festgestellt, dass Schlitzungen der Dämme zwischen halbem Mond und  Eisenhammerteich wenig bringen. 
Während Austinat und Reiß dabei bleiben, dass nur das weitere Entnehmen von Dämmen eine Lösung bringe, sehen das die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde anders. 
Aus diesem Grund sollen weitere Fachleute hinzugezogen werden. Einig sind sich alle Parteien, dass die Sicherheit des Menschen in jedem Fall vorgeht. 

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