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Antje Weiß Antje Weiß
aktualisiert am 14.01.2020 um 16:18:59

Große Aufregung vor dem 13. Neujahrsempfang in der Sparkasse


Foto: Frank Henze
Am vergangenen Freitag fand der  gemeinsame Neujahrsempfang des Landkreises Wittenberg und der Sparkasse Wittenberg statt. In der Hauptgeschäftsstelle ist keine Bombe gefunden worden. 

Wittenberg (fh).
„Wir haben in diesem Jahr eine kleine Besonderheit zu verzeichnen, denn unser Neujahrsempfang liegt zeitlich erstmals vor dem der Lutherstadt, woraus sich natürlich die charmante Situation ergibt, dass viele von Ihnen, die immer beide Neujahrsempfänge besuchen,  dieses Jahr konditionell noch deutlich im Vorteil sein dürften“, mit diesen Worten eröffnete Thomas Arndt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, den Neujahrsempfang. Im Anschluss ging er noch mal auf den Bombenalarm in der Hauptgeschäftsstelle Am Alten Bahnhof ein. 

Bei einer routinemäßigen Kontrolle am Freitagmittag hätten Sprengstoffhunde angeschlagen. Die Hauptgeschäftsstelle musste wegen des Verdachts auf eine Bombe geräumt werden. Eine angeforderte Entschärfungseinheit aus Magdeburg gab am Nachmittag Entwarnung. 
„So etwas braucht man natürlich so kurzfristig nicht, allerdings konnten wir damit einmal die Leistungsfähigkeit unseres internen Krisenmanagements, der Verantwortlichen bei der Polizei, den Mitarbeitern des Caterers vom Hotel zum Stein und unserer eigenen Mitarbeiter testen, und ich muss sagen – perfekt. Vielen Dank an alle Beteiligten für Ihr außergewöhnliches Engagement und die Tatsache, dass wir pünktlich und ohne Einschränkungen beginnen konnten! Das haben Sie echt bombastisch gemacht“, sagte Arndt. 

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse  Thomas Arndt sprach danach über massive Veränderung der Bankenlandschaft in Deutschland. Insbesondere in den ländlichen Regionen nimmt die Anzahl der Filialdichte deutlich ab. Die Großbanken versuchen mit Fusionsgedanken verzweifelt, Synergieeffekte zu nutzen. So war zum Beispiel im vergangenen Jahr ein Zusammenschluss der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Postbank im Gespräch, allerdings ohne Ergebnis.  
„In diesem Wettbewerbsumfeld hat sich unsere Sparkasse im vergangenen Jahr wieder erfolgreich behauptet. Aufgrund umfangreicher, interner Kostensenkungsmaßnahmen konnten wir nach wie vor, wenn auch mit etwas modifizierten Öffnungszeiten in den ländlichen Filialen, mit einem flächendeckenden Filialnetz im Landkreis Wittenberg die Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen versorgen und unseren Mitbewerbern weitere Marktanteile abjagen“, erläutert Arndt.  
Laut Vorstandsvorsitzendem war das vergangene Jahr ein erfolgreiches für die Sparkasse. Etwa 70 Prozent der Einwohner des Landkreises, werden von der Sparkasse betreut. Die Kunden haben seinem Institut sagenhafte 2,3 Milliarden Euro an Geldvermögen zur treuhänderischen Verwaltung anvertraut. 
Arndt äußerte aber auch Kritik. „Der ständig zunehmende Bürokratismus mit teilweise völlig sinnfreien Regelungen bereitet uns immer stärkere Kopfschmerzen“. Als ein Beispiel nannte er, dass bei Darlehns- oder Depotverträgen jetzt ungefähr 20 Seiten mehr ausgedruckt werden, inklusive der Datenschutzgrundverordnung, als noch vor wenigen Jahren. Aktenordner, Archive und Schrankwände werden aufgebläht.
Der Papierverbrauch in ganz Deutschland um ein Vielfaches gestiegen ist. „Ja warum wohl“?, fragt Arndt.  

„Ich wünsche Ihnen und uns für den heutigen Abend interessante Gespräche und freue mich nun mit Ihnen gemeinsam den Friday for Landkreis and Sparkasse genießen zu können“, scherzte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse zum Abschluss seiner Rede.
Vor der Eröffnung des Buffets traten noch der Innenminister von Sachsen-Anhalt Holger Stahlknecht und der Landrat Jürgen Dannenberg ans Rednerpult.

Man sollte stolz sein auf das Erreichte seit der Wende, so der Innenminister. Er kritisierte den Umgang der Menschen in den sozialen Netzen. „Der Ton wird härter, Freundlichkeit und Höflichkeit gegenüber anderen sind verloren gegangen. Wir sollten uns das Leben nicht gegenseitig schwer machen“, appellierte Stahlknecht. Seiner Meinung nach, ist im Netz bei manchen der Finger näher am Bauch als am Gehirn. Vom ich mehr hin zum wir, schlägt er vor. „2020 werden wir Sachsen-Anhalt weiter aufbauen, vielleicht so wie Bayern. Wer schaffen will, muss fröhlich bleiben“, sagte Stahlknecht abschließend und gab das Mikrofon weiter an den Landrat Jürgen Dannenberg.

„So dürfen wir aus Sicht des Landkreises auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurückblicken. Der Arbeitsmarkt und die Beschäftigung haben sich weiter positiv entwickelt“, sagte der Landrat.
Zu keinem Zeitpunkt wurde im Kreisgebiet umfangreicher in die Bildung investiert sowohl in Trägerschaft des Landkreises als auch der Kommune. Allein in diesem Jahr ist die Fertigstellung von Haus 4 des Paul-Gerhardt-Gymnasiums in Gräfenhainichen, die Förderschule Holzdorf am neuen Standort in Jessen, die Förderschule Pestalozzi in Wittenberg sowie die Sanierung des Hauses Melanchthon mit Turnhalle und Schulgebäude vorgesehen.

„Zur Jahresbilanz gehört für mich auch immer ein herzliches Dankeschön an alle Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen in unseren örtlichen Wehren sowie den freiwilligen Helferinnen und Helfern der im Kreis ansässigen Hilfsorganisationen. Sie leisten seit Jahren, in manchen Familien seit Generationen, einen unverzichtbaren ehrenamtlichen Dienst für die Sicherheit unserer Menschen und ihres Eigentums. Ihr persönlicher Einsatz für die Allgemeinheit kann nicht hoch genug gewürdigt werden“, so Dannenberg.  

Laut Landrat sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass vieles, was unsere Lebensqualität, was unser Gemeinwesen ausmacht, ohne Ehrenamt nicht denkbar wäre. Das fängt beim Sport, der Kultur und der Heimatpflege an und hört bei Fördervereinen, karitativen und kirchlichen Organisationen nicht auf. Selbst eine Kommunalwahl wäre ohne ehrenamtliche Helfer, für alle Wahlbezirke im Landkreis sind das etwa 1.000 Freiwillige, nicht durchzuführen.

„Deshalb auch am heutigen Abend ein großes Dankeschön von mir an diese vorbildlichen Frauen und Männer“, sagt Jürgen Dannenberg.
Einer deutlichen Mehrheit in der Gesellschaft gehe es persönlich gut. Eine größere Mehrheit macht sich aber Zukunftssorgen und eine noch größere Mehrheit beklagt das schlechter und aggressiver gewordene gesellschaftliche Klima. Optimismus und Gelassenheit fallen gegenwärtig offensichtlich schwer. 

Intensiver müsse man sich damit auseinander setzen und nach Lösungen suchen. „Das ganz und gar nicht produktive Gefühl abgehängt zu sein bei unseren Mitmenschen, ob am Arbeitsplatz, in der Familie, ob im Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder im Verein, überwinden wir nicht durch Schulterklopfen oder Beschimpfungen, sondern durch Zuhören, durch Aufklärung, durch das Gespräch, durch Begegnung, und am allerbesten durch gemeinsames Handeln. Unsere gesamte Zivilgesellschaft ist gefordert“, meinte der Landrat und lud zum Buffet ein. 


 

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