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Antje Weiß Antje Weiß
aktualisiert am 21.02.2020 um 14:36:17

Reihenuntersuchung nach Tötungsverbrechen in Zahna

Dieses Netz fand die Polizei  am Leichnam. Wer kann Angaben zum Transportnetz machen? Dieses Netz fand die Polizei am Leichnam. Wer kann Angaben zum Transportnetz machen?
Foto: polizei
Mit der Teilnahme am DNA-Reihentest können die Bürger helfen, das Tötungsverbrechen in Zahna an Wolfhard L. endlich aufzuklären. Es kommen circa 1900 männliche Personen für die Untersuchung in Betracht.  

Zahna-Elster (red). Am 27. Januar 2019 gegen 5.50/6 Uhr verließ Wolfhard Peter L. das gemeinsam mit seiner Ehefrau bewohnte Einfamilienhaus in der Rahnsdorfer Straße in Zahna-Elster mit seinem Hund „Findus“.  Er nahm regelmäßig morgens den Weg über die Rahnsdorfer Straße in Richtung Köpnicker Straße, er umrundete eine freistehende Halle und ging dann zurück zum Wohnhaus. Sein Morgenspaziergang dauerte zwischen 20 und 30 Minuten. 

Zwischen 6 und 6.15 Uhr wird Wolfhard L. mit seinem Hund  von einer Zeugin letztmalig lebend gesehen. Gegen 6.20 Uhr wird auf der Rahnsdorfer Straße nur der Hund „Findus“ allein von einer weiteren Zeugin wahrgenommen. Kurze Zeit später, gegen 6.30 Uhr, ist „Findus“ am Tor des Wohngrundstückes. Erste Suchmaßnahmen nach Wolfhard L. durch die Ehefrau blieben ohne Erfolg. Weitere Suchmaßnahmen beginnen  gegen 7.30 Uhr und dauern den ganzen Tag. Mit dabei sind Familienangehörige, Freunde und Bekannte, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und die Polizei. Gesucht wurde rund um Zahna mit Hubschraubern und Rettungshunden ohne Ergebnis.
 
Am 28. Januar 2019 nach 11 Uhr wird der Leichnam von Wolfhard L.in einem Flutgraben „An den Wassertoren“ außerhalb von Zahna gefunden. Beim Leichnam fand die Polizei ein grünes Transportnetz. Nach der Untersuchung steht fest, dass Wolfhard L. ertrunken ist und ihm zuvor durch stumpfe Gewalteinwirkungen Verletzungen beigebracht wurden. 
Es wird wegen eines Tötungsverbrechens ermittelt. 
 
Neben umfangreichen Ermittlungen, Befragungen und Zeugenvernehmungen wurden kriminaltechnische Untersuchungen an der Bekleidung des Opfers und aufgefundenen Gegenständen vorgenommen.  Dabei konnten an der Bekleidung von Wolfhard L. biologische Spuren gesichert werden, die von einer unbekannten männlichen Person stammen. Um auszuschließen, dass diese Spuren von Helfern der Suchmaßnahme, Familienangehörigen oder Personen stammen, die mit dem Leichnam in Verbindung gekommen sein könnten, wurden von diesen Personen Speichelproben eingeholt und untersucht. Das Ergebnis der Untersuchungen war negativ.

Derzeit bietet die Spur von dieser unbekannten männlichen Person an der Bekleidung des Opfers den einzigen noch offenen Ermittlungsansatz.
Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau beantragte beim zuständigen Amtsgericht in Dessau die Anordnung einer DNA-Reihenuntersuchung. Das Amtsgericht hat dem Antrag stattgegeben und angeordnet, dass den männlichen Einwohnern von  Zahna-Elster ab einem Alter von 15 Jahren, die sich regelmäßig in der Gemeinde aufhalten, mit deren schriftlicher Einwilligung Körperzellen entnommen und zur Feststellung des DNA-Identifizierungsmuster zum Abgleich mit den offenen Spuren untersucht werden dürfen. Es kommen circa 1900 männliche Personen für die Untersuchung in Betracht.  
 
Bei einem DNA-Profil spricht man von einem genetischen Fingerabdruck. Das DNA-Profil wird durch die Untersuchung von biologischem Material (vorzugsweise einer entnommenen Speichelprobe) gewonnen. 
Nach der  Untersuchung kann man zu einer statistischen Aussage gelangen, dass z. B. die untersuchte DNA in einer Häufigkeit von 1  zu mehreren Milliarden auftritt. Das Zwischenergebnis wäre, dass die offene  Spur mit 99,999999 prozentiger Sicherheit von der identifizierten Person stammt. Dies bedeutet aber nicht, dass diese männliche Person auch der Täter sein muss.
 
Was bringt diese Erkenntnis dann den Ermittlungsbehörden?  
Durch eine Identifizierung gewinnen die Ermittlungsbehörden neue Ermittlungsansätze. So kann z. B. geklärt werden, wie diese Spur auf die Bekleidung des Getöteten gekommen ist. Es könnten sich hieraus eine Vielzahl von Fragen ergeben, die dann abzuklären sind.  

Durch den Beschluss zur DNA-Reihenuntersuchung hat das Gericht angeordnet, dass die männlichen Bewohner von Zahna-Elster durch die Polizei zur Abgabe eine Speichelprobe geladen werden dürfen, ohne dass ein Anfangsverdacht gegen diese Personen besteht.  Durch die Untersuchung werden alle „negativ-Untersuchten“  ausgeschlossen!
 
Wie wird der Beschluss zur DNA-Reihenuntersuchung umgesetzt?
In der Phase 1 werden alle männlichen Einwohner aus der Rahnsdorfer  Straße und den anliegenden Straßen schriftlich gebeten, an der Reihenuntersuchung teilzunehmen. In der 11. Kalenderwoche werden Polizeibeamte diese Bürger aufsuchen und dann um die Abgabe der Speichelprobe bitten. Jeder Einzelne erhält zuvor mit dem Anschreiben auch konkrete Informationen zu der DNA - Reihenuntersuchung. Vor der Abgabe/Abnahme der Speichelprobe wird der Betroffene nochmals über die Freiwilligkeit belehrt. Er muss seine Bereitschaft zur Abgabe und Untersuchung der Speichelprobe schriftlich erklären. Die Speichelprobe wird dann durch einen Mundhöh- lenabstrich entnommen. Dieser wird dann dem Landeskriminalamt  anonymisiert zur Untersuchung zugeleitet.

Die Teilnahme an der DNA-Reihenuntersuchung erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Ergebnisse der Untersuchung werden ca. 2  Wochen später vorliegen. Wenn kein Treffer erzielt wurde, wird der Radius in der Phase 2 erweitert. Es ist geplant, an zwei Wochenenden die noch nicht untersuchten männlichen Einwohner von Zahna an einem zentralen Ort zur Speichelprobenentnahme schriftlich einzuladen.

Wenn auch diese Untersuchungen ohne Ergebnis bleiben, werden die Einwohner der umliegenden Ortsteile zum DNA-Reihentest gebeten.  
Das Verfahren findet in anonymisierter Form statt. Es erfolgt lediglich der Abgleich mit der vorhandenen Spur in diesem Verfahren. Alle Proben und Untersuchungsergebnisse werden vernichtet, sobald sie nicht mehr für dieses Verfahren benötigt werden. 

Die Polizei nimmt Hinweise, die in Verbindung zum Verbrechen stehen könnten, unter der Tel.:  0340/6000-291 oder Mail an lfz.pi-de@polizei.sachsen-anhalt.de weiterhin entgegen.    

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