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Wolfgang Gorsboth Wolfgang Gorsboth
aktualisiert am 08.01.2013 um 18:54:54

Aktion: Keine Bedienung für Nazis

Bürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) findet die Regensburger Initiative nachahmenswert. Bürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) findet die Regensburger Initiative nachahmenswert.
Foto: Wolfgang Gorsboth Galerie (1 Bild)
Bürgermeister: Zeichen setzen gegen Rassismus und Diskriminierung

Stadt Wittenberg und Dehoga sehen in Regensburger Initiative ein Vorbild.

Wittenberg (wg). Die Regensburger Gastwirte-Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ ist von den Lutherstädten mit dem Zivilcourage-Preis „Das unerschrockene Wort“ ausgezeichnet worden. „Wenn sich Gastronomen in Wittenberg bereit finden, hier eine Initiative nach diesem Vorbild zu gründen, werden wir dies als Stadt unterstützen“, erklärt Bürgermeister Torsten Zugehör (parteilos).

Die Initiative hatte sich 2010 aus Anlass eines rassistisch motivierten Überfalls in Regensburg auf das Café Picasso und dessen Barkeeper gegründet. In der Erklärung, die inzwischen mehr als 150 Regensburger Gastronomen unterschrieben haben, heißt es unter anderem: „Wir sagen Nein zu Intoleranz und Rassismus ... Um die Stadt und ihre Einwohner, die Touristen, unsere Gäste und unser Personal vor diesen Übergriffen zu schützen, erklären wir: Nazis und andere Rassisten haben in unseren Räumlichkeiten nichts zu suchen ... Wir werden diese Leute nicht bedienen.“ Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hatte die Initiative für den Preis vorgeschlagen.

Regensburg gehört wie Wittenberg zum Unesco-Weltkulturerbe, jährlich kommen viele Touristen aus aller Welt, die von der Atmosphäre der Altstadt begeistert sind. „Auch Wittenberg ist eine weltoffene Kulturerbestadt, in der sich Menschen verschiedener Herkunft friedlich und freundschaftlich begegnen wollen“, sagt Zugehör, der dabei auch die Lutherdekade und das Reformationsjubiläum 2017 im Blick hat.
Gerade an manchen Stammtischen würden Parolen gepflegt, die das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Kulturen störten, wie auch das Beispiel Regensburg zeige: Vor dem brutalen Angriff konnten sich die Täter ungehindert in einer Innenstadtkneipe alkoholisieren.

Neonazis versuchten, Rassismus als normal zu etablieren, je besser ihnen dies gelinge, umso niedriger werde die Hemmschwelle für Diskriminierung und Gewalt. „Es ist für Wittenberg ein erstrebenswertes Ziel, Rassisten den öffentlichen Raum zu nehmen“, betont Zugehör, Stammtische dürften nicht ein Hort vernebelter Hetzparolen sein, sondern Orte, wo der Geist der Toleranz den Ton angebe.
Horst Dübner, Vorsitzender der Ratsfraktion der Linken, unterstützt: „Es geht um das politische Signal, dass rechtsextremistischer Geist bei uns keinen Platz hat.“

„Absolut dafür“, ist auch Wolfgang Schildhauer, Geschäftsführer des Landesverbandes des Deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes (Dehoga). Bündnisse wie in Regensburg seien auch in vielen Städten Sachsen-Anhalts wünschenswert. „Diese Initiative der Wirte kommt aus der Mitte der Gesellschaft“, so Schildhauer, „wir brauchen noch mehr Menschen, die zeigen, dass wir keinen Rassismus und keinen Rechtsextremismus wollen, denn Sachsen-Anhalt ist ein tolerantes und weltoffenes Bundesland.“

Bereits 2007 habe sich der Dehoga-Landesverband dieses Themas angenommen, nachdem es Vorfälle in Naumburg und Weißenfels gegeben habe. Für viele Hoteliers und Gastronomen sei es ein großes Problem, wenn Rechtextremisten unter verschiedenen Decknamen Räumlichkeiten anmieteten. „So wie die Kollegen in Regensburg sollten auch wir Flagge zeigen“, erklärt Schildhauer. Vor allem ausländische Touristen reagierten sehr sensibel. Die Preisverleihung an die Regensburger Initiative sei deshalb richtungsweisend für ganz Deutschland.

Der Preis „Das unerschrockene Wort“ wird am 13. April 2013 in Eisleben an die Regensburger Gastwirte-Initiative verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis wird im Namen von 16 deutschen Lutherstädten alle zwei Jahre vergeben, das Votum für Regensburg fiel nach zwei Abstimmungsrunden einstimmig aus. Gastronomen können durch die Ausübung ihres Hausrechts Unerwünschten den Zutritt verweigern und so der Verbreitung von rechtextremistischem und rassistischem Gedankengut den öffentlichen Raum entziehen.

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