Aktuelle Ausgabe als E-Paper


Aktuelle Ausgabe als E-Paper Aktuelle Ausgabe als E-Paper


E-Paper Archiv

die vorhergehende Ausgabe

E-Paper Archiv E-Paper Archiv

Sehr geehrte Damen und Herren,


zur Zeit bereiten wir eine neue Anzeigenannahme vor.

Schicken Sie Ihre Anzeige bitte vorübergehend an folgende E-Mail-Adresse:
info@wochenspiegel-halle.de

Telefon: (0345) 130 10 0
Fax: (0345) 130 10 61
Wochenspiegel > Wittenberg > Politik > Perspektiven für das Melanchthon-Gymnasium >
Wolfgang Gorsboth Wolfgang Gorsboth
aktualisiert am 19.03.2014 um 11:08:11

Perspektiven für das Melanchthon-Gymnasium

Christian Tylsch hat für die künftige Nutzung und Sanierung des Melanchthon-Gymnasiums ein Papier mit neuen Ideen erarbeitet, die Land, Bund und EKD mit ins Boot holen wollen. Christian Tylsch hat für die künftige Nutzung und Sanierung des Melanchthon-Gymnasiums ein Papier mit neuen Ideen erarbeitet, die Land, Bund und EKD mit ins Boot holen wollen.
Foto: Wolfgang Gorsboth Galerie (1 Bild)
Anstoß für praktischen Mehrwert

Erst Büros für 2017-Organisationsteam, dann Nachnutzung als Schulgebäude.

Wittenberg (wg)
. „Wer kein Geld hat, muss Ideen haben“, erklärt Christian Tylsch, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. Am Dienstag hat er dem in Wittenberg unter Führung von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) tagenden Landeskabinett ein Arbeitspapier zur Zukunft des ehemaligen Melanchthon-Gymnasiums überreicht. Mit diesem Papier wolle er einen Denkanstoß liefern für alle, die sich dem altehrwürdigen Haus verbunden fühlten und an einem Erhalt interessiert seien.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist gesperrt, eine Sanierung würde rund 5,5 Millionen Euro kosten, Geld, welches der Kreis in absehbarer Zeit nicht aufbringen kann. „Als eindrucksvoller Repräsentationsbau ist das Gymnasium, in dem schon Generationen ihr Abitur absolviert haben, historisch und kunstgeschichtlich von großer Bedeutung“, erläutert Tylsch. Kaum jemand bezweifle die Notwendigkeit einer denkmalgerechten Sanierung, anderseits habe der Kreistag mit Blick auf die hohe Verschuldung beschlossen, dass keine neuen Kredite aufgenommen werden dürfen.
„Welche Lösungen sind angesichts dieser schwierigen Rahmenbedingungen möglich?“, fragt Tylsch. 

Laut Auskunft des Kultusministeriums werden für das Organisationsteam des Reformationsjubiläums Büroflächen für circa 100 Arbeitsplätze benötigt, und das schon vor 2017. Außerdem werden für die vielen 2017 akkreditierten Journalisten aus aller Welt zentral gelegene Büros gesucht. „Für diese Zeit bekommt das Land das Gebäude kostenlos zur Verfügung gestellt, im Gegenzug investiert es in die denkmalgerechte Sicherung des Objekts, in Gebäudeinfrastruktur (Elektrik) und den bislang fehlenden Brandschutz“, so Tylsch.

Dabei sei auch zu klären, ob die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Bund als Partner gewonnen werden könnten.  Der Bund verfüge über einen Fonds zur Restaurierung von Kulturdenkmälern, dafür seien 2013 rund 40,5 Millionen Euro eingestellt gewesen. „Eine Mitfinanzierung des Bundes wäre schon allein durch die nationale Bedeutung des Bauwerks gerechtfertigt“, betont Tylsch. Aufgabe des Landkreises sei es, die notwendigen Planungen durchzuführen.
Für die zeitweilige Nutzung als 2017-Organisationsbüro reiche eine einfache Herstellung entsprechend Räumlichkeiten, Infrastruktur und Brandschutz aus, sie diene zudem der künftigen Nachnutzung als Schule, die in Phase II nach 2017 anzustreben sei. 

„Es ist allemal besser, dass Gebäude vorübergehend anderweitig zu nutzen, dabei mittelfristig den Schulbetrieb im Auge zu haben, als das Haus weiter leer stehen zu lassen“, resümiert Tylsch. Nach 2017 sei es dann Aufgabe des Kreises, die verbleibenden Baumaßnahmen für einen regulären Schulbetrieb umzusetzen. Zur Finanzierung könnten Investitionsfördermittel, aber auch Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eingesetzt werden. „Die Aula als besonderes Kleinod des ehemaligen Gymnasiums kann sowohl für Veranstaltungen im Rahmen des Reformationsjubiläums als auch danach für andere repräsentative Zwecke genutzt werden“, sagt Tylsch. 

Wegen der Tradition des Hauses und des angemeldeten Raumbedarfs läge eine (Wieder-)Nutzung durch das Luther-Melanchthon-Gymnasium (LMG) nahe. „Mein Vorschlag will einen Beitrag leisten, dass die Bemühungen um das Reformationsjubiläum auch einen praktischen Mehrwert für Stadt und Kreis Wittenberg erzielen“, berichtet Tylsch. Zum einen werde ein wertvolles Gebäude mitten in der Stadt saniert und mithin das Stadtbild aufgewertet, zum anderen in die Schullandschaft und eine Verbesserung der Lernbedingungen investiert.

Info:

Das ehemalige Melanchthon-Gymnasium wurde 1886 bis 1888 erbaut und gilt als Beispiel des Reformationsgedenkens im wilhelminischen Kaiserreich. Von besonderer Bedeutung ist die künstlerische Ausstattung der Aula mit dem monumentalen Wandbild „Luther vor dem Reichstag zu Worms“ von Woldemar Friedrich (1846-1910), Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Das Wandgemälde wurde am 10. November 1893 zu Luthers 410. Geburtstag eingeweiht. Am 16. Februar 1897 erhielt die Schule anlässlich des 400. Geburtstages von Melanchthon den Titel „Königliches Melanchthon-Gymnasium“. Zuletzt wurde das Haus, das sich im Besitz des Landkreises befindet, vom LMG genutzt, ist aber seit Jahren baupolizeilich gesperrt. Derzeit werden im Objekt wegen Pilzbefalls notdürftige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt.
 

Kommentar schreiben
Name:
Ort:
Kommentar:
  Ja, ich habe die Hinweise zu Kommentaren auf unserer Website gelesen und akzeptiert.
Eingabeverifizierung: Schreiben Sie die untenstehende Ziffern- / Buchstabenkombination in das folgende Feld. Dadurch wollen wir dazu beitragen, unerwünschten E-Mails und automatischen Versendern keine Verbreitungsmöglichkeit zu bieten.
 
 
Bitte bleiben Sie zuhause! Bitte bleiben Sie zuhause! Ein Appell der Stadtverwaltung an die Vernunft und die Moral.  ...
Anzeige
Unser Land
Sachsen Anhalt erlässt Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus Sachsen Anhalt erlässt Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus Der Einzelhandel schließt bis auf Ausnahmen. Für Veranstaltungen gelten strenge Auflagen. ...
Anzeige
Kreisverwaltung schließt für den Publikumsverkehr, Veranstaltung werden untersagt Kreisverwaltung schließt für den Publikumsverkehr, Veranstaltung werden untersagt Ab Montag, dem 16. März, bleiben in ganz Sachsen-Anhalt alle Schulen und Kitas geschlossen.  ...
Anzeige
Trauerportal