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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 26.01.2016 um 09:06:05

Von Zeitz bis nach Hollywood? Teil 10: Peter Schneider machte 1994 sein Abitur am GSG

Peter Schneider, 1975 in Leipzig geboren, absolvierte nach dem Abitur 1995 ein Musikstudium und von 1998-2002 ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig, das er mit Diplom abschloss. Seitdem ist er vor allem als Schauspieler, aber auch als Musiker, Komponist und musikalischer Leiter an verschiedenen Theatern in Deutschland tätig. Peter Schneider arbeitet ebenso in Film- und Fernsehproduktionen mit. So spielte er zum Beispiel die Hauptrollen in Philipp Kadelbachs Neuverfilmung von „Nackt unter Wölfen“ (2015). Peter Schneider, 1975 in Leipzig geboren, absolvierte nach dem Abitur 1995 ein Musikstudium und von 1998-2002 ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig, das er mit Diplom abschloss. Seitdem ist er vor allem als Schauspieler, aber auch als Musiker, Komponist und musikalischer Leiter an verschiedenen Theatern in Deutschland tätig. Peter Schneider arbeitet ebenso in Film- und Fernsehproduktionen mit. So spielte er zum Beispiel die Hauptrollen in Philipp Kadelbachs Neuverfilmung von „Nackt unter Wölfen“ (2015).
Foto: J. Walther Galerie (1 Bild)
Peter Schneider war nach der Wende Schüler am Ge-schwister-Scholl-Gymnasium Zeitz.

Zeitz (red/mh).
Nach dem Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium Zeitz im Jahr 1994 und dem Zivildienst studierte Peter Schneider in Leipzig Musik in den Hauptfächern Klarinette und Saxophon, parallel dazu Germanistik und Pädagogik. Wir haben mit dem heutigen Schauspieler über seine Jugendjahre gesprochen.

Wochenspiegel: Welche Erinnerungen haben Sie an Ihren Jahrgang?
Peter Schneider: Wir waren ein sehr lebendiger, bunter und aktiver Jahrgang, der viel wollte und auch viel geschafft hat. Insgesamt war es eine unheimlich aufregende und auch sehr prägende Zeit miteinander, letztendlich auch eine Zeit des Suchens und Zweifelns.

Wochenspiegel: Charakterisieren Sie sich als Schüler.
Peter Schneider: Das weiß ich gar nicht so genau. Ich bin an sich ein sehr ruhiger, eher schüchterner Typ, konnte aber bei Ungerechtigkeiten ziemlich wild und widerspenstig werden. Einen gewissen Ehrgeiz, in welche Richtung auch immer, hatte ich sicher auch schon zu Pennezeiten.

Wochenspiegel: Was waren damals für Zeiten an der Schule?
Peter Schneider: Unsere Lebenswelten und die unserer Eltern hatten sich durch die Wende von einem Tag auf den anderen vollkommen verändert und letztendlich ging ein großer Teil unser aller Energie dafür drauf, wieder eine in sich stimmige, innere Weltordnung herzustellen. Autoritäten hatten sich  zusammen mit den jeweiligen Wahrheiten aufgelöst und waren nicht mehr vorhanden oder falschgewesene. Es war eine große Zeit des Suchens, der Angst und auch des Zweifelns. Das kann und konnte sehr interessant aber auch ganz schön aufreibend sein. Dieser Zustand hat uns aber auch unheimliche Freiheiten zur Entfaltung eröffnet. Und eigentlich ist dies in meinen Augen bis heute so geblieben. Es gibt keine einzige Wahrheit oder Lösung. Vielleicht ist diese Sehnsucht danach, die auch ich habe, die Sehnsucht nach einer Sicherheit, die dieses geschlossene System DDR hatte, welche aber letztendlich auch nur eine unwahre war.

Wochenspiegel: Welches Verhältnis hatten die Schüler damals zu ihren Lehrern?
Peter Schneider: Das war natürlich unterschiedlich. Ich glaube, dass durch eine gewisse beidseitige Unsicherheit, bedingt durch die Umstände nach der Wende, der Übernahme eines fremden Schulsystems usw. auf beiden Seiten eine gewisse Offenheit im Verhältnis entstehen konnte oder aber auch ein sich total Verschließen. Beides gab es. Aber es gab wenig Hass, wenig wirkliche Bösartigkeit, viel Höflichkeit und auch Respekt. Vielleicht verkläre ich da aber auch.

Wochenspiegel: Was haben Sie aus Ihrer Schulzeit mit ins Leben genommen?
Peter Schneider:
• Im Zweifelsfall halt dich am Zweifel fest
• Es gibt kein richtiges Leben im falschen (frei nach Adorno)
• Der Traum ist aus, aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird (frei nach   Rio Reiser)
• Bildung und Wissen hilft
• Keep on rocking in a free world (frei nach Neil Young)
und natürlich mein Abitur.


Wochenspiegel: Sie sind Schauspieler. Wie haben Sie zu diesem Weg gefunden?
Peter Schneider: Ich habe mich mit dieser Berufsfrage damals ziemlich gequält. Ich wollte so viel und konnte mich nicht entscheiden. Pragmatisch dachte ich, was interessiert mich: Musik, Theater, Sprache, Menschen, Wissen. Also vielleicht ein Schauspielstudium? Manche sagten zu mir: „Du bist so ein kluges Köpfchen, mach doch was Vernünftiges...“ Ich kannte Geschichten und Wege des privaten Schauspielerunglücks, bis hin zur Selbstzerstörung, und ich fühlte mich dem absolut nicht gewachsen. Also habe ich erstmal ein Kompromissstudium ge-macht: Lehramt an Gymnasien für Musik und Deutsch in Leipzig. Parallel zu diesem „Erststudium“ spielte ich weiter am Theater Zeitz. Irgendwann kam ich schauspielerisch unausgebildet an meine Grenzen und ich beschloss, mich doch für ein Schauspielstudium zu bewerben.

Wochenspiegel: Sind Sie gern auf das Zeitzer Gymnasium gegangen?
Peter Schneider: Ich habe Schule insgesamt nicht besonders gemocht, bin aber schon ganz gerne auf das GSG gegangen. Da waren einfach so viele nette und interessante Leute.

Wochenspiegel: Was wünschen Sie der Schule, den Lehrern und den Schülern für die Zukunft?
Peter Schneider: Viele erkenntnisreiche und humorvolle Stunden miteinander.

 

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