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Wochenspiegel > Zeitz > Trauerfeier für Curt Becker im Naumburger Dom >
Ronny Kratz Ronny Kratz
aktualisiert am 24.05.2018 um 10:31:55

Trauerfeier für Curt Becker im Naumburger Dom


Foto: Wolfgang Kubak
Naumburg (red). Die Trauerfeier findet am Montag, den 28. Mai 2018, um 10.30 Uhr im Naumburger Dom statt. Domprediger Michael Bartsch sowie Probst und Regionalbischof Dr. Johann Schneider übernehmen die liturgische Gestaltung. Bereits ab 9.00 Uhr besteht die Möglichkeit, am offenen Sarg zu kondolieren. Im Anschluss an den Gottesdienst erfolgt die Beisetzung auf dem Domfriedhof.

Im Naumburger Rathaus, in der Rathausdiele, wurde aus Anlass des Ablebens von Curt Becker ein Kondolenzbuch ausgelegt. Während der Sprechzeiten der Stadtverwaltung besteht die Möglichkeit, sich in das Kondolenzbuch einzutragen.
Sprechzeiten Stadtverwaltung
Mo.  9 bis 12 Uhr   
Di.  9 bis 12 Uhr 14 bis 18 Uhr  
Do.  9 bis 12 Uhr 14 bis 16 Uhr  

Curt Becker wurde am 14. November 2006 zum Domherrn des Domkapitels der Vereinigten Domstifter gewählt und vom Kultusminister des Landes Sachsen- Anhalt, Prof. Dr. Olbertz, am 15. Dezember 2006 ernannt. Zwei Jahre später wurde er als Senior Stellvertreter des Dechanten und schließlich nach erfolgter Wahl am 19. November 2013 von Kultusminister Dorgerloh zum Dechanten ernannt. Er sorgte sich stets um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Vereinigten Domstifter, wobei er als Fachmann für landwirtschaftliche Fragen die Interessen der Vereinigten Domstifter insbesondere bei anstehenden Pachtverhandlungen überaus erfolgreich vertreten hat. Durch zahlreiche Gespräche mit Mitgliedern der Landesregierung, Abgeordneten, Institutionen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur trug er wesentlich dazu bei, dass die Anliegen der Vereinigten Domstifter im Land Sachsen-Anhalt Gehör fanden und finden werden. Besonders lagen ihm schlanke Strukturen und Effizienz am Herzen, auch die tiefgreifenden Veränderungen in der Stiftungssatzung von 2015 sind auf seine Anregung hin erfolgt. Höchstes Augenmerk legte Curt Becker auf die weitere Etablierung des Ehrenamtes bei den Vereinigten Domstiftern. Er schuf die Grundlagen einer besonderen Willkommenskultur und Betreuung der freiwilligen Helfer. Die weitere Ausgestaltung des Naumburger Domgartens und des Domfriedhofs lagen dabei in seinem besonderen Blickfeld.

Immer wieder suchte er die gemeinsamen Interessen der Kommunen Merseburg, Naumburg und Zeitz sowie der Landkreise Saalekreis und Burgenlandkreis mit denen der Vereinigten Domstifter zu verknüpfen, um auf diese Weise Gutes für die gesamte Region zu bewirken.

In besonderer Weise war ihm auch die Beförderung des ökumenischen Gedankens ein Anliegen. Die Ausstellung „Dialog der Konfessionen – Bischof Julius Pflug und die Reformation" in Zeitz begleitete er mit Leidenschaft und in der großen Hoffnung, damit einen überregionalen Impuls zu setzten und den Grundstein für ein neues kulturelles Bewusstsein der Zeitzer gelegt zu haben. Als Dechant vertrat er die Interessen der Stiftung und der gesamten Region auch im UNESCO-Welterbeantragsverfahren, wo er als Vorstand des

Förderervereins herausragende Arbeit leistete und voller Hoffnung und Erwartung auf den Ausgang des Verfahrens im Sommer blickte.

Unvergessen bleibt Curt Becker allen Mitgliedern des Domkapitels und allen Mitarbeitern aufgrund seiner zutiefst optimistischen Haltung, seiner Standfestigkeit, seiner Durchsetzungskraft aber auch aufgrund seiner menschlichen Qualitäten. Für Sorgen und Nöte hatte er stets ein offenes Ohr und versuchte stets, den Problemen auf den Grund zu gehen.

Mit Curt Becker verlieren die Vereinigten Domstifter eine herausragende Persönlichkeit, die entscheidende Weichen für die Entwicklung der Stiftung gestellt hat. Er begriff sein unermüdliches und segensreiches Wirken auch stets als Beitrag für das Land Sachsen-Anhalt, die Region Saale-Unstrut und die Stadt Naumburg.

Es war ausdrücklicher Wunsch des Verstorbenen, von Blumen- und Kranzspenden abzusehen und stattdessen die Vereinigten Domstifter und die Kulturakademie Naumburg mit einer Spende zu unterstützen.

Landrat Götz Ulrich würdigte Curt Becker wie folgt: "Curt Becker war ein Mensch, der nicht des Amtes wegen in der Politik war, sondern aus Liebe zu seiner Heimat und ihren Menschen. Das hat jeder gespürt, der mit ihm zu tun hatte. Naumburg verliert seinen Jahrhundert-Bürgermeister. Der Burgenlandkreis und die Saale-Unstrut-Region einen großen Fürsprecher. Ich selbst verliere einen väterlichen Ratgeber, der meine Familie und mich seit 1990 durch alle Höhen und Tiefen begleitet hat. Und der vor allem dann da war, wenn die Sorgen groß und Hilfe nötig war. Diese Hilfe sollten wir jetzt seiner Frau Doris zuteilwerden lassen."

Zum Tod des ehemaligen sachsen-anhaltischen Justizministers und langjährigen Naumburger Oberbürgermeisters Curt Becker erklärt Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff: „Curt Becker war ein Mann der ersten Stunde. Nach der Neugründung Sachsen-Anhalts hat er sich mit großer Tatkraft dem Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen in unserem Land gewidmet. Als Oberbürgermeister von Naumburg, Landtagsabgeordneter und Justizminister hat er sich bleibende Verdienste erworben. Unvergessen bleibt sein Wirken zum Erhalt der Kulturlandschaft im südlichen Sachsen-Anhalt, so als Domherr und Dechant der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz sowie als Vorsitzender der KulturAkademie Naumburg und als stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Schulpforta. Seine Heimatstadt Naumburg und ganz Sachsen-Anhalt trauern um einen erfolgreichen Politiker und engagierten Bürger."

Curt Becker – Leben und Wirken
19.06.1936 – 22.05.2018

Curt Becker wurde am 19. Juni 1936 in Naumburg geboren. Er besuchte zunächst die Landesschule Pforta. 1953 verließ die Familie die DDR. Nach Abitur und Jurastudium in Kiel und Tübingen mit Assessor-Examen im Jahr 1965, arbeitete er als Gerichtsassessor in Baden-Württemberg, als Staatsanwalt bei der Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg, im Sozialministerium Baden-Württemberg und als Verbandsdirektor des kommunalen Landeswohlfahrtsverbandes Württemberg-Hohenzollern.

Mit Rückkehr in seine Heimatstadt nach der Wende war er von 1990 bis 2001 Oberbürgermeister der Stadt Naumburg. In Würdigung seiner Tätigkeit wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Außerdem gehörte er von 1990 bis 2006 als CDU-Abgeordneter dem Landtag Sachsen-Anhalts an. Seine Verbundenheit zur Region zeigte sich auch in Ehrenmitgliedschaften in Naumburger Vereinen. Becker wirkte unter anderem als Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Schulpforta und der Friedrich Nietzsche Stiftung. Höhepunkt der politischen Laufbahn war das Amt des Landesjustizministers von 2002 bis 2006. Für seine vielfältigen Verdienste bekam Becker 2006 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Seit 2007 war Curt Becker Domherr im Domkapitel der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz, welches ihn 2013 zum Dechanten wählte. Sein Wirken für die Stiftung bedeutete Curt Becker die Übernahme von Verantwortung für die Geschichte und Zukunft der Vereinigten Domstifter. Er wollte dazu beitragen, Überkommenes zu bewahren, um es für spätere Generationen zu erhalten. Dabei war es ihm ein besonderes Anliegen, die christlichen Wurzeln der Stiftung stets deutlich werden zu lassen.

Als zeitweiliger Vorsitzender des Welterbe-Fördervereins setzte er sich für die Vergabe des UNESCO-Weltkulturerbetitels an die Region und den Dom ein. Außerdem begründete Becker die Naumburger KulturAkademie.

Curt Becker war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er starb am 22. Mai 2018 in Naumburg.

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