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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 29.10.2018 um 13:35:51

Kommissar Fellnase im Einsatz - Autobahnpolizei fahndet in Fernbussen auf der Autobahn A9 nach Rauschgift

Der Belgische Schäferhund Pepper durchsucht das Gepäck nach Drogen. Der Belgische Schäferhund Pepper durchsucht das Gepäck nach Drogen.
Foto: M. Schumann Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Regelmäßige Kontrollen sollen Drogenkuriere finden und Handelswege zunichte machen.

Osterfeld (ms).
Mit regelmäßigen Kontrollen will die Autobahnpolizei Weißenfels nicht nur die Verkehrssicherheit erhöhen, sondern auch Kriminellen auf die Spur kommen. Im Fokus der Beamten stand vor einer Woche die Rauschgiftkriminalität. Auf einem eigens errichteten Kontrollpunkt am Rasthof Osterfeld, A9 Richtung München, zogen sie Busse aus dem Verkehr. Es gebe Erkenntnisse, erklärte Pressesprecher Veit Richter, dass derzeit vermehrt Fernbusse in Nord-Süd-Richtung von Drogenkurieren genutzt würden.

Insgesamt 60 Beamte, darunter eine Einheit der Bereitschaftspolizei Halle und Kollegen der Kriminalpolizei, standen dafür bereit. Unter ihnen auch zwei ganz besondere „Beamte“: sie kamen auf vier Pfoten und halfen vor allem mit ihrer feinen Nase. Pepper, ein drei Jahre alter Belgischer Schäferhund, und Bella, eine fünfjährige Holländische Schäferhündin, sind ausgebildete Schutz- und Drogenspürhunde und leisteten an diesem Tag Schwerstarbeit.

Etwa vier Kilometer vor dem Rasthof haben sich in einem Wirtschaftsweg zwei Streifenwagen positioniert. Sie halten gezielt Ausschau nach Reise- und vor allem Fernbussen, setzen sich vor diese und lotsen sie mit „bitte folgen“ zum Kontrollpunkt.
Dort angekommen, spielt sich ein routiniertes Procedere ab. Ein Beamter steigt in den Bus und erklärt den Fahrgästen den Grund der Kontrolle. Danach geben die Fahrgäste ihre Personalausweise ab. Diese prüfen zwei Beamte auf eventuell vorliegende Haftbefehle oder Fahndungen.

Parallel dazu werden die Gepäckräume des Busses geleert, Koffer und Taschen neben dem Bus aufgereiht. Die Fahrgäste stellen sich dahinter. Nun kommt der Einsatz für Pepper und Bella. Mit ihren feinen Nasen schnuppern und schnüffeln sie, suchen nach Drogen. Um dies zu können, haben sie eine Ausbildung bei der Diensthundeführerschule Sachsen-Anhalt in der Nähe von Bad Schmiedeberg durchlaufen, gemeinsam mit ihren Hundeführern.

Fordernde Ausbildung
Mit etwa einem Jahr kann ein Hund, so er denn geeignet ist, die Ausbildung beginnen. Meist sind es die Hundeführer selbst, die sich einen geeigneten Hund aussuchen und ihn unter Anleitung der Experten der Schule ausbilden. Die Bindung zwischen Hund und Herrchen ist sehr eng. In Sachsen-Anhalt ist es grundsätzlich so, dass Diensthunde zuhause bei ihren Führern leben. „Pepper ist sogar bei mir im Wohnzimmer geboren“, erzählt Hundeführer Thomas Knull. Schon früh erkannte er, dass Pepper gut für die Ausbildung zum Diensthund geeignet ist. Mit einem Jahr bildete Knull seinen Vierbeiner erst zum Schutzhund, danach zum Drogenspürhund aus. Zwei fordernde Lehrgänge für Hund und Herrchen, zwei fordernde Prüfungen. „Aber die Ausbildung hört auch danach nie auf“, erklärt Knull. Täglich arbeiten Hund und Hundeführer zusammen, lernen von- und miteinander.
Durchschnittlich mit acht Jahren geht ein Polizeihund dann in den Ruhestand. Hochverdient - schließlich ist seine Arbeit fordernd und anstrengend. „Ein normaler Hund ist pro Tag vier Stunden in Action und hat 20 Stunden Ruhe“, so Knull. „Bei unseren Hunden sind es aber zwölf bis 14 Stunden Action. Da lässt im Alter die Leistungsfähigkeit eben nach.“

Auch Hunde brauchen eine Pause
Auch innerhalb eines Tages kann ein Hund nicht permanent Höchstleistungen vollbringen. Nachdem er das Gepäck und den Innenraum abgesucht hat, braucht er eine Pause. Deswegen sind diesmal auch zwei Hunde dabei. Im September, bei der ersten Kontrolle dieser Art, war es nur einer. Und der war - bei praller Sonne und fast 30 Grad - schnell am Ende seiner Kräfte.
Vorigen Mittwoch kam zumindest das nasskalte Wetter den Hunden entgegen. Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad lassen sie nicht so schnell ermüden, Feuchtigkeit bindet zudem Gerüche besser als trockene Luft.

Beamte landen „Treffer“
Doch wie es der Zufall will - an diesem Tag ist es nicht Pepper und auch nicht Bella, die einen „Treffer“ landet. Es sind Beamte selbst, die bei einem Fahrgast deutlichen Cannabisgeruch wahrnehmen. Tatsächlich hat der 28-jährige Syrer geringe Mengen Drogen dabei. Er und sein Gepäck werden gründlich durchsucht, eine Strafanzeige wird geschrieben. Das dauert seine Zeit.
Die Fahrgäste reagieren unterschiedlich auf die Kontrolle und die damit verbundene Verzögerung ihrer Reise. „Die meisten Reisenden haben damit keine Probleme“, sagt Polizeisprecher Veit Richter. „Sie sind kooperativ, teilweise auch erfreut, dass die Polizei sichtbar ist und ihre Arbeit macht.“ Einige reagieren jedoch auch irritiert. „Ich bin überrascht und fühle mich überrumpelt“, meint ein junger Mann. „Ich find‘s schon ein bisschen übertrieben, was hier für ein Aufwand gemacht wird.“

Ganz locker sieht es hingegen Frank, der Busfahrer: „Ich fahre jetzt seit Februar für dieses Busunternehmen und es ist für mich das zweite Mal, dass mein Bus so intensiv kontrolliert wird. Das stört mich aber überhaupt nicht. Ich finde das gut.“ Auch der Arbeitgeber mache keine Probleme, wenn er ihn über die Verspätung informiert, sagt er.

Nach rund einer Stunde geht die Fahrt für Frank und seine Passagiere weiter. Einen wirklich großen Fund konnten die Beamten in seinem Bus, wie auch in den weiteren fünf, die an diesem Tag kontrolliert wurden, nicht machen.

Weitere Kontrollen geplant
„Aber es geht ja auch um Abschreckung und Prävention“, sagt Veit Richter. „Wenn die Drogenkuriere wissen, dass wir Fernbusse verstärkt kontrollieren, fällt diese Art des Transports für sie aus.“

Daher soll in Zukunft einmal monatlich eine derartige Kontrolle an der A9 stattfinden. Dann können auch Pepper, Bella und ihre anderen vierbeinigen Kollegen wieder zeigen, was sie gelernt haben.
 

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