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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 14.12.2018 um 16:14:21

Fest vereint: Forderungen aus der Kernregion

Das Feuer der Schutzhütte Kuhndorf strahlte Gemütlichkeit und Wärme aus. Doch die Gemüter sind erhitzt: Uwe Kraneis, Christian Thieme und Andreas Buchheim (v.l.) stehen entschlossen zusammen, für die Region Zeitz und Umgebung. Das Feuer der Schutzhütte Kuhndorf strahlte Gemütlichkeit und Wärme aus. Doch die Gemüter sind erhitzt: Uwe Kraneis, Christian Thieme und Andreas Buchheim (v.l.) stehen entschlossen zusammen, für die Region Zeitz und Umgebung.
Foto: C. Gebert
„Strukturbruch 2.0 - nicht mit uns. Wir lassen uns nicht abhängen.“
Zeitz (cg).
Deutschland bereitet sich auf den Kohleausstieg vor. Die Kohlekommission schlägt einen Ausstieg bis 2038 vor, der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) fordert noch vor 2030 aus der Kohle auszusteigen. Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir sind überhaupt nicht bereit, über Ausstiegsdaten zu reden, solange nicht klar ist, wie das Gesamtkonzept aussieht.“

Wann der Ausstieg konkret stattfindet ist also nicht klar, wie er stattfindet auch nicht. Wo der Ausstieg die tiefsten Furchen ziehen wird hingegen schon. Das wissen auch Christian Thieme (Oberbürgermeister der Stadt Zeitz), Andreas Buchheim (Bürgermeister der Gemeinde Elsteraue) und Uwe Kraneis (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst). Bei einem Treffen stellten diese nun klar: Die Region um Zeitz ist eine der Kernregionen des Strukturwandels durch den Kohleausstieg.

„Auch wenn der Ausstieg im schlechtesten Falle (2030) noch elf Jahre dauert, so muss jetzt mit der Förderung der Region begonnen werden“ erklärt Uwe Kraneis.

„Noch heute sind die Wunden des Strukturbruchs zur Wende in Zeitz sichtbar. 23 Prozent Leerstand und Verfall prägen das Stadtbild, die Verkehrsinfrastruktur ist abgeschlagen“ resümiert Thieme und meint: „Damals wurde unsere Region vergessen. Einen Strukturbruch 2.0 wird es dieses Mal nicht geben. Wir lassen uns nicht abhängen.“

Es gibt bereits schlimme Befürchtungen im Zeitzer Raum, denn mit Wegfall der Mibrag verschwinden auch tausende Arbeitsplätze. „Die Zukunftsaussichten belasten natürlich auch die politische Arbeit“ stellt Andreas Buchheim klar und will gemeinsam mit Thieme und Kraneis ein vereintes, politisches Zeichen setzen: „Wir werden uns im politischen Rahmen dafür einsetzen, dass Weichen gestellt werden um hier Arbeitsplätze und Infrastruktur zu schaffen, die die Ausmaße des Kohleausstiegs auffangen können“ sind sich die Beteiligten sicher.

„Hier findet der Strukturwandel statt und hier muss ein Großteil der Fördermittel investiert werden. Wir sehen dabei sehr positiv, dass und wie Landrat Götz Ulrich sich für die Mitteldeutsche Braunkohleregion einsetzt“ erklärt Buchheim. Alle hoffen auf die weitere Mitarbeit des Landrats.

Forderungen an die „große Politik“
„Die Entscheidung des Ausstiegs ist von der Bundesregierung gefallen und die Bundesregierung ist jetzt auch gefordert“ resümieren die drei und meinen:
• Wir brauchen gut bezahlte Industriearbeitsplätze, die hier noch vor dem Ausstieg gestaltet werden müssen.
• Ein Auf- und Ausbau der Infrastruktur ist längst überfällig und nötig. Breitband und Schienen zählen dazu ebenso wie das Erdgas- und Verkehrsnetz.
• Es braucht ein Sofortprogramm im Kernrevier um einen erneuten Strukturbruch zu vermeiden.

„Wir werden uns dieses Mal nicht zurückhalten. Diese Methode hat die Zeitzer Region in der Vergangenheit zum Stillstand gebracht. Wir stehen aber für eine positive Bewegung in die Zukunft und sind bereit diesen Weg zu gehen.“

Info: Was denken Sie über den Kohleausstieg und die damit verbundenen Risiken und Chancen? Was muss bedacht werden und droht evtl. unter zu gehen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an redaktion@supersonntag-zeitz.de

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