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Jens Dammann Jens Dammann
aktualisiert am 27.05.2019 um 11:41:49

Schweren Alltag besser bewältigen

Trotz des immer wieder einsetzenden Regens während der Eröffnungsveranstaltung machten alle kräftig mit und hatten jede Menge Spaß. Trotz des immer wieder einsetzenden Regens während der Eröffnungsveranstaltung machten alle kräftig mit und hatten jede Menge Spaß.
Foto: Jens Dammann Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder) Galerie (3 Bilder)
Es gibt mehr hilfebedürftige Menschen, als oftmals angenommen.

Aschersleben (dam). Aus dem Namen „Internationaler Bund“ lässt sich für den Laien zunächst nicht unbedingt auf den ersten Blick ableiten, welchem Aufgabenspektrum sich diese Einrichtung widmet. Möglicherweise ist das auch ein Grund dafür gewesen, am Dienstag einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, um Neuigierigen und Interessenten mal einen Einblick in diese facettenreiche Arbeit zu geben. 
Vielleicht kann eines der Hauptaufgabengebiete des In­­terna­tionalen Bundes (IB) in Aschersleben als „Hilfe zur Selbsthilfe“ zusammengefasst werden. Wie das zu verstehen ist? 
Die Realität zeigt, dass nicht in jeder Familie derart geordnete Verhältnisse herrschen, dass Kinder rundum wohlbehütet aufwachsen, ihnen Verantwortungsbewusstsein vorgelebt wird und sie somit auf einen ganz normalen Lebensalltag vorbereitet werden. Oftmals sind die Kids sich selbst überlassen. Dementsprechend  sieht ihr Alltag aus. Das äußert sich sich in einem aggressiven Um­­gang miteinander, der nicht selten in Kriminalität münden kann. Schulschwänzerei ist an der Tagesordnung und von einem strukturierten Tagesablauf sind diese Kids ganz weit weg. Da setzt beispielsweise die Sozialpädagogische Tagesgruppe an. In der Einrichtung in der Hans-Grade-Straße treffen sich die neun Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren nach der Schule oder in den Ferien ab dem Frühstück, um sich ge­­meinsam an einen normalen Tagesablauf mit verschiedenen Tätigkeiten zu gewöhnen und eine Wochenstruktur zu verinnerlichen.  
Junge Mädchen, oftmals selbst noch Kinder, werden plötzlich Mama und sind mit der Situation restlos überfordert. Um sie praktisch aufzufangen, gibt es die Wohngruppe Mutter/Vater/Kind in der Schmidtstraße. Hier finden die jungen Mütter, es gab auch mal einen alleinerziehenden Vater, mit ihren Kleinkindern eine Obhut. Auch Babys allein werden hier betreut. Die Muttis lernen, sich und ihr Kind ordentlich zu versorgen und so in die Pflichten einer Mutter hinein zu wachsen. Dazu be­­wirtschaften sie weitestgehend eigenständig ihren dortigen Wohnbereich. 
Im Komplex im Vogelgesang geht es um die stationäre Hilfe zur Erziehung, ebenfalls eine Rundumbetreuung. Hier stehen zweimal zehn Plätze für die Kids zur Verfügung, die aus ganz Sachsen-Anhalt nach Aschersleben kommen. Während eine Vor-Ort-Gesprächs erklärte Team-Leiterin Petra Matthias, dass die dort untergebrachten Kinder in „ganz normale Aschersleber Schulen“ gehen. Und stolz fügte sie hinzu: „Keiner schwänzt die Schule!“ In ihrer Freizeit betätigen sich die Kids in der Feuerwehr, im Karate-Sport, beim Fußball, in der Musikschule oder auch beim Tischtennis. Auffallend war während des Gesprächs auch der respektvolle Umgang der Kinder miteinander und gegenüber Erwachsenen. Wohl ein Beleg dafür, dass das pä­­dagogische Konzept aufgeht, denn sonst würde wohl kein Erzieher die Verantwortung auf sich nehmen, mit einer Gruppe Ausflüge und Kurztrips zu un­­ternehmen. 
Zur Eröffnung des Tages der offenen Tür sprach Team-Leiterin Annett Bürger ein paar Grußworte, bevor es ein kleines Programm gab. Dann hatten die Gäste die Möglichkeit, die einzelnen Bereiche zu besichtigen.

Wenn Kinder alles andere als wohlbehütet aufwachsen, dann ist das natürlich zunächst einmal ein individuell-familiäres, trotzdem aber natürlich auch ein gesellschaftliches Problem. Niemand lebt auf einer Insel, sondern jeder ist Teil der Gesellschaft, ob er nun mal will oder nicht. Deshalb ist es so eminent wichtig, gerade diejenigen Kinder mit auf die Reise zu nehmen, wo es vom Elternhaus her sehr schwierig ist. Und davon gibt es leider eine ganz Menge, wie beim IB zu erfahren war. 

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