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Saskia Hotek Saskia Hotek
aktualisiert am 03.04.2020 um 15:13:40

Landwirte suchen Helfer

Deutschlands Landwirte suchen dringend Saisonarbeiter, um Ernteausfälle zu vermeiden. Auch in Sachsen-Anhalt zählt jede helfende Hand. Deutschlands Landwirte suchen dringend Saisonarbeiter, um Ernteausfälle zu vermeiden. Auch in Sachsen-Anhalt zählt jede helfende Hand.
Foto: Deutscher Bauernverband/Brauer
Magdeburg (Joceline Teichmann).   Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurden im Laufe der letzten Wochen in Kurzarbeit geschickt. Sie gehen nun weniger arbeiten und müssen infolgedessen Lohneinbußen hinnehmen. Andere haben hingegen aufgrund der Krise ihren Job ganz verloren. Hart trifft es auch Selbstständige und Unternehmer. Sie haben teilweise gar keine Einnahmen mehr, da zahllose Aufträge weggebrochen sind. 

Helfen auf dem Feld
Doch nicht nur aus diesen Bereichen hört man, dass existenzbedrohliche Zustände herrschen. Die Landwirte sind ebenso betroffen. Jedes Jahr kommen Tausende Erntehelfer – meist aus anderen EU-Ländern wie Rumänien, Bulgarien und Polen – nach Deutschland, um unsere Landwirtschaft tatkräftig zu unterstützen.

Aufgrund der Einreisebeschränkungen ist dies nun aber nicht mehr möglich. Deshalb werden laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in den kommenden Monaten voraussichtlich rund 300 000 Pflanz- und Erntehelfer auf den Feldern fehlen. Und wenn diese Arbeitskräfte fehlen, dann hat das verheerende Folgen: Werden keine Samen ausgesät, kann auch nichts geerntet werden. „Dabei sind sämtliche Landwirtschaftsbetriebe unter großem Druck, für die anstehenden Arbeiten zahlenmäßig ausreichende Kräfte zu finden“, teilt der Bauernverband Sachsen-Anhalt e. V. mit. 

Gemüse, Obst und Tierhaltung
Demnächst müssen Spargel und Gurken geerntet werden. Für das Anpflanzen von Kulturen wie Salat, Blumenkohl und Brokkoli werden ebenfalls für mehrere Monate viele Arbeitskräfte benötigt. Im Süden von Sachsen-Anhalt befindet sich eine der größten Hopfen-Regionen Deutschlands – hier ist man überwiegend auf Handarbeit angewiesen. Auch Erdbeeren und der regionale Obstbau dürfen nicht vergessen werden.

Darüber hinaus arbeiten spezialisierte Tierhalter zum Teil mit Saisonarbeitern oder dauerhaft mit ausländischen Arbeitskräften, die kaum kurzfristig ersetzt werden können. Im Sommer und Herbst werden sich die Folgen im Supermarkt bemerkbar machen. Die Regale sind weniger gut gefüllt und die Preise steigen. Und das gilt nicht nur für Obst und Gemüse, sondern auch für heimische Fleischprodukte, da ein großer Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen Deutschlands dem Futteranbau für Nutztiere dient.

Aus der Not eine Tugend machen
Was soll man also tun, wenn auf der einen Seite Menschen ihren Job verloren haben oder weniger arbeiten und auf der anderen Seite wichtige Arbeitskräfte fehlen? Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, schlägt vor, fehlende Erntehelfer durch Arbeitskräfte aus anderen Branchen zu ersetzen. So könnten beispielsweise Fachkräfte aus dem Einzelhandel und der Gastronomie, Beschäftigte in Kurzarbeit, Studenten und Selbstständige die regionalen Landwirte tatkräftig unterstützen. Und das sei laut der Ministerin eine Win-win-Situation für alle. Denn der Landwirtschaft wäre geholfen und alle, die gerade in finanzielle Engpässe geraten sind, können sich so noch ein vorübergehendes Einkommen sichern. 

Jede helfende Hand zählt!
Um den Kontakt zwischen Landwirten sowie Bürgerinnen und Bürgern zügig, regionalisiert und unbürokratisch zu ermöglichen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zusammen mit dem Bundesverband der Maschinenringe, der sich aus deutschlandweiten Vereinigungen von Landwirten zusammensetzt, eine Job-Vermittlungsplattform auf den Weg gebracht. Seit dem 23. März können sich Interessierte auf der Online-Plattform www.daslandhilft.de informieren und eintragen. Über eine regionale Suchfunktion finden hier Landwirte und Helfer zusammen. Dafür werden dann auch keine Registrierungs- oder Vermittlungsgebühren erhoben. 

Potenzielle Hilfskräfte können sich darüber hinaus auf den kostenfreien Portalen www.land-arbeit.com und www.bauersuchthilfe.de anmelden. Auch die Bundesagentur für Arbeit unterstützt das Suchen und Finden von Pflanz- und Erntehelfern, denn jede helfende Hand zählt. Landwirtschaftsbetriebe können zudem über die Internetseite www.saisonarbeit-in-deutschland.de des Gesamtverbands der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e. V. ein Profil erstellen, damit Arbeitssuchende mit ihnen in Kontakt treten können.

Arbeiten auf dem Feld
„Pflanz- und Erntehelfer müssen körperlich fit sein und auch arbeiten, wenn nicht gerade die Sonne scheint“, sagt Erik Hecht, Referent für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des Bauernverbands Sachsen-Anhalt e. V.. Die Arbeit auf dem Feld sollte in keinem Fall unterschätzt werden, jedoch gibt es unterschiedliche Aufgabengebiete – einige sind körperlich anspruchsvoller als andere. Über den konkreten Einsatz, die Arbeitszeiten und die Vergütung informieren die einzelnen Betriebe auf den genannten Plattformen und Portalen sowie auf Anfrage.

Vorsichtsmaßnahmen
Genauso wie in den Städten und Dörfern in Sachsen-Anhalt wird auch auf dem Feld darauf geachtet, dass sich keiner der Helfer einem größeren Risiko aussetzt, an Corona zu erkranken. Eine Voraussetzung für alle Interessierten ist deshalb, dass es keine Anzeichen einer Infektion mit dem Virus gibt. Zudem dürfen die Pflanz- und Erntehelfer nicht zu einer der Risikogruppen gehören oder in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet gewesen sein. 

Nach aktuellem Kenntnisstand gehen die offiziellen Stellen nicht von einem erhöhten Ansteckungsrisiko aus. Dennoch werden natürlich alle nötigen Schutzmaßnahmen ergriffen – wie Abstand halten bei der Feldarbeit. „Die Betriebe haben durch den Bauernverband Sachsen-Anhalt e. V. und den Land- & Forstwirtschaftlicher Arbeitgeberverband Sachsen-Anhalt e. V. unter anderem Checklisten bekommen, die zur Sicherung der Mitarbeiter dienen. Viele Betriebe haben die Arbeiten angepasst, damit mehr Distanz zwischen den Mitarbeitern ist“, versichert Erik Hecht.

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