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Susanne Christmann Susanne Christmann
aktualisiert am 12.12.2019 um 18:18:25

Kabinett-Ausstellung zum 65. Geburtstag des Malers und Grafikers Ralph Penz: Der Halle-(Häuser)-Bewahrer

Ralph Penz neben seinem Werk „Für Otto“, das dem 2016 bei  einem Verkehrsunfall in Halle ums Leben gekommenen Maler-Kollegen Otto Möhwald gewidmet ist. Ralph Penz neben seinem Werk „Für Otto“, das dem 2016 bei einem Verkehrsunfall in Halle ums Leben gekommenen Maler-Kollegen Otto Möhwald gewidmet ist.
Foto: S. Christmann Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder) Galerie (6 Bilder)
Halle (S. Christmann). Man hat die Frage noch gar nicht bis zu Ende formuliert, da beginnt Ralph Penz schon zu erzählen.  Und der gerade  65 Jahre alt gewordene Maler  und Grafiker, dem das halllesche Stadtmuseum eine Kabinettausstellung mit 23 ausgewählten Werken gewidmet hat,  hat was zu erzählen. Geschichten über Geschichten, denen man voller Vergnügen unendlich zuhören möchte. Wie die des einen Gemäldes, das er längst „vergessen“, weil er es einst aus seiner Hand gegeben hatte. Bis er es auf ebay wiederentdeckte. Er ersteigerte es, arbeitete es auf und nun bekommt man es neben 22 anderen Gemälden und Grafiken in der Kabinett-Ausstellung zu sehen.

Stichwort sehen: je genauer man hinschaut auf jedes einzelne dieser Werke, um so mehr erschließt sich einem die große Liebe von Ralph Penz zu Halle und seinen historienschwangeren Häusern, die es zum Teil nicht mehr gibt und die Penz zumindest malerisch und grafisch bewahrt hat. Oft so detailreich und exakt, dass man sie erst auf den zweiten Blick als Gemälde (und nicht als Fotografie) erkennt.

Ihn interessierten, so sagte der Künstler am vergangenen Dienstag zur Vernissage,  an den alten Häusern vor allem die Strukturen auf deren Fassaden. Moderne Beton-Glas-Bauten warten mit so etwas nicht auf, weswegen sein künstlerischer Blick sich neuerdings auf den Boden gerichtet hat. Genauer auf den von vielen Leuten  so geschmähten Marktplatz-Boden mit seinen dunklen, chinesischen Basanit-Platten. Hier hat er sie wieder gefunden, die interessanten Strukturen, die ihn oft genug zu neuen Gemälden angeregt hätten. Frei von der Leber weg erzählt Penz, dass er die  Grundstruktur beziehungsweise die vier verschiedenen Grautöne  beider Werke mit der Klobürste auf die Leinwand gebracht hätte (die Autorin dieser Zeilen ist sich aber immer noch nicht ganz sicher, ob  er sich nicht doch einen Scherz erlaubt hat). Für die Feinheiten habe er dann ein Flaschenreinigungsbürstchen genommen.

Für das Stadtmuseum ist Ralph Penz natürlich vor allem ein „malender und zeichnender Stadtchronist“. Penz hat aber auch tatsächlich - gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Ulli Hamers - ein altes Haus in der Mittelstraße vor dem weiteren Verfall und dann dem Abriss gerettet: das gut 300 Jahre alte Gebäude in der Mittelstraße 3, in dem beide gemeinsam arbeiten (Werkstatt-Galerie „Hamers & Penz“) und leben.

Wies die Ralph-Penz-Schau vor fünf Jahren zu dessem 60. Geburtstag im damaligen Kunstforum (heute Literaturhaus) in der Bernburger Straße mit dem Titel „Penz malt auch!“ noch explizit darauf hin, dass er nicht nur Grafiken „kann“, ist das in der aktuellen Kabinett-Ausstellung eher umgedreht: hier hängen fast nur Penz’sche Gemälde  - und kaum einer wundert sich darüber. Eine großformatige Mischtechnik ist dem Maler Otto Möhwald gewidmet, dem Maler-Kollegen, der 2016 bei  einem Verkehrsunfall in Halle ums Leben gekommen ist. Möhwald schreitet da mit fotorealistischem Gesicht durch die Gasse. Wenn man so will, bewahrt Penz mit diesem Gemälde auch den Maler Möhwald für uns und die Nachwelt, so wie er wirklich aussah und war. Die Kabinettausstellung, so Museumsdirektorin Jane Unger, sei  auch eine Zeitreise zurück wider dem Vergessen, nicht „nur“ bei den baulich veränderten oder abgerissenen Häusern. 

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