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Torsten Waschinski Torsten Waschinski
aktualisiert am 07.03.2016 um 09:05:36

Turbulentes Travestie-Spektakel in einem Käfig voller Narren

In der Inszenierung „Ein Käfig voller Narren“ im Magdeburger Theater sind zu sehen: von links Sebastian Reck (Georges), Susi Wirth (Jacqueline), Andreas Lichtenberger (Albin/Zaza), Anthony Kirby (Jacob), Thomas Schneider (Monsieur Dindon), Iris Albrecht (Madame Dindon), Jenny Langner (Anne Dindon), Raphael Gehrmann (Jean-Michel). In der Inszenierung „Ein Käfig voller Narren“ im Magdeburger Theater sind zu sehen: von links Sebastian Reck (Georges), Susi Wirth (Jacqueline), Andreas Lichtenberger (Albin/Zaza), Anthony Kirby (Jacob), Thomas Schneider (Monsieur Dindon), Iris Albrecht (Madame Dindon), Jenny Langner (Anne Dindon), Raphael Gehrmann (Jean-Michel).
Foto: Andreas Lander
Magdeburg (fd). Mit „La Cage aux folles - ein Käfig voller Narren“ setzt das Theater Magdeburg  seine Musical-Tradition fort (Premiere 13.2.2016). Geschrieben von Harvey Fierstein und komponiert von Jerry Hermann ist es eines der erfolgreichsten Bühnenmusicals überhaupt. Seine Uraufführung erlebte es 1973 in Paris basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Jean Poiret.
 
Das am Magdeburger Theater enthusiastisch gefeierte Musical hat die Schauspieldirektorin Cornelia Crombholz in Szene gesetzt. Ihr ist ein Stück von größtem Unterhaltungswert gelungen.
 
Es ist die Geschichte von Georges, dem Besitzer eines renommierten Nachtclubs in St. Tropez und seines Lebensgefährten Albin, einem Transvestiten, der als Zaza die Hauptattraktion im Club ist. Andreas Lichtenberger ist einfach bravourös in dieser Rolle. Begleitet wird die Diva in ihrer allabendlichen Show von einer glänzend aufgelegten, sehr selbstbewussten Travestietruppe. Die Cagelles – gut gebaute Männer mit Federboas, hinreißenden Kostümen und rhtythmischen Tanzeinlagen, machen einfach gute Laune.
 
Georges und Albin haben bisher mehr als 20 Jahre eine gemeinsame gute Zeit verbracht in einer Welt voller Glamour und Glitzer. Sie sind miteinander glücklich, so wie es ist. Aber Unheil droht, als Jean-Michel eines Tages mit einer ungewöhnlichen Bitte an seinen Vater herantritt. Dieser junge Mann, der ein Fehltritt im Leben von Georges ist, wurde liebevoll von den beiden großgezogen. Jetzt will er heiraten, denn er hat die Liebe seines Lebens in Anne gefunden. Das Problem ist nur, Anne und ihre Eltern möchten das Zuhause des jungen Mannes gern kennenlernen und Annes Vater ist ein erzkonservativer Politiker und Sittenwächter.
 
Wie vertuscht man die Wahrheit und präsentiert ein „normales“ Elternhaus? Berührend die Szene als Jean-Michel seinem Vater zu erklären versucht, dass seine Ziehmutter „Albin“ versteckt werden muss. Georges zeigt Verständnis für seinen Sohn, nur für Zasa/Albin bricht eine Welt zusammen. „Hey, Welt - ich bin was ich bin …“ mit diesem Lied schreit Albin seine Gefühle heraus.
 
Das Schicksal nimmt seinen Lauf als die Brauteltern kommen. Albin versucht seine weiblichen Angewohnheiten abzulegen und schlüpft vorübergehend in die Rolle von Onkel Albert. Großartig und überaus lustig dabei die Szene des Versuchs, wie einst  John Wayne zu stolzieren.  
 
Natürlich geht alles schief und die Wahrheit kommt ans Licht und doch finden Anne und ihr Jean-Michel zueinander. Alles nimmt ein glückliches Ende. Albin/Zaza und Georges haben die Zuschauer längst ins Herz geschlossen, ebenso wie die vielen liebevollen, zickigen und glamourösen Gestalten in diesem Stück. Ein kleines Bonbon ist Zazas Butler Jacob, der so gern eine Zofe sein möchte (Anthony Kirby ist toll).
 
Diese Inszenierung ist eine Hommage an Toleranz und Fairness. Die Regisseurin Cornelia Crombholz zelebriert genussvoll jedes Klischee. Es gibt viele berührende, wunderschöne Gesangseinlagen, die von einem hervorragenden Orchester unter Leitung von Hermann Dukek begleitet werden. Die Choreografie (David Williams), das Bühnenbild (Marcel Keller) und die wunderschönen Kostüme (Marion Hauer) sind klasse.
 
Dieses Musical ist erfrischend und berührend zu gleich, frivol und doch voller Gefühl.
 
Fazit: Unbedingt ansehen und fröhlich das Theater verlassen!
 
 
Mitwirkende:

Andreas Lichtenberger als Albin/Zaza
Sebastian Reck als Georges
Anthony Kirby als Jakob
Raphael Gehrmann als Jean-Michel
Jenny Langner als Anne Dindon
Thomas Schneider als Monsieur Dindon
Iris Albrecht als Madame Dindon
Susi Wirth als Jacqueline
Raimund Widra als Francis
Jürgen Strohschein als Mercedes
Laurent N`Diaye als Chantal
Sven Niemeyer als Hanna
David Schuler als Phädra
und die übrigen Cagelles Elio Clavel, Pavel Kuzmin, Andreas Loos, Daniel Ojeda, Raúl Pita Caballero, Adam Reist
sowie der Magdeburger Opernchor

 
Die nächsten Vorstellungen:

Donnerstag, den 17.03.2016, 19.30 Uhr
Montag, den 28.03.2016, 18.00 Uhr
Samstag, den 09.04.2016, 19.30 Uhr
Samstag, den 23.04.2016, 19.30 Uhr

 
Kartenbestellungen:

Tel.-Nr. 0391 40490490 oder online: www.theater-magdeburg.de

 
 
 




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