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Wolfgang Gorsboth Wolfgang Gorsboth
aktualisiert am 22.05.2014 um 11:36:59

Konferenz zum Naturschutz

Feldvögel - wie der Kiebitz - machen sich rar in der Agrarlandschaft. Feldvögel - wie der Kiebitz - machen sich rar in der Agrarlandschaft.
Foto: NABU/Thorsten Krüger Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
NABU: Falsche Energiepolitik, Monokulturen, Ausräumen der Landschaft

Immer mehr Tier- und Pflanzenarten verschwinden in der Agrarlandschaft.


Wittenberg (wg). „Durch die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft wandelt sich das Agrarland immer mehr von einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft in eine eintönige Produktionsfläche“, erklärt Jürgen Berg, Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes. Eine starke Ausräumung sowie Homogenisierung prägten heute die Agrarflächen, es sei zu bedenken, dass Gesetze und Verordnungen sowie die Preispolitik den Landwirtschaftsbetrieben nur wenig Handlungsspielraum ließen.

Als Folge verschwinden immer mehr Pflanzen- und Tierarten, die für die natürliche Agrarlandschaft typisch sind. „Besonders dramatisch ist der Rückgang bei den Vögeln, deutschlandweit sind mehr als 40 Arten betroffen wie Rebhuhn, Fasan, Wachtel, Wiesenweihe, Rotmilan, Schleiereule, Kiebitz, Grauammer, Ortolan, Feldlerche, Stieglitz, Braunkehlchen, Brachpieper und Feldsperling“, berichtet Berg. Sie gehören zu den vielen Arten, deren Bestand von landwirtschaftlich genutzten Flächen wie Äckern, Grünland, zeitweiligen Brachen sowie Hecken, Baumgruppen und Feldrainen abhängt – zur Brut und zum Erwerb der Nahrung.

„Eine Ursache ist der massenhafte Anbau von Energiepflanzen wie Mais und Raps“, sagt Berg. Immer mehr Grünland werde dafür umgewandelt, das sei ein Ergebnis einer fehlgeleiteten Energiepolitik mit großen Nachteilen für die biologische Artenvielfalt. „Es gibt seit 1991 doppelt so viele abnehmende wie zunehmende Arten, nur noch ein Drittel aller Arten ist halbwegs stabil“, zitiert Berg eine Bestandserfassung des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten, „wir wissen zwar nicht, welche Auswirkungen der Klimawandel langfristig auf die Bestandsentwicklung der Brutvögel haben wird, aber die Konsequenzen der Energiepolitik sind heute schon dramatisch.“

Land fördert Bauern zerstören

In den vergangenen Jahren häufen sich Mitteilungen über das Unterpflügen von Feldwegen und Feldrainen, die zuvor als wichtige Korridore für Tiere und seltene Pflanzen gedient hatten. „An den Feldwegen wird immer dichter herangepflügt“, kritisiert Berg. Dabei würden an Hecken- und Baumreihen die Wurzeln abgeschnitten und über kurz oder lang seien die Gehölze dem Tod geweiht. Selbst Abstandhalter wie starke, gut sichtbare Holzpflöcke neben neu gepflanzten Bäumen würden umgefahren.

Das Land Sachsen-Anhalt fördert die Wiederherstellung von Blühstreifen zur Erhöhung der Biodiversität. „Solche Blühstreifen tun nicht nur der Natur gut, sondern sie verbessern auch das Landschaftsbild, indem sie die Monotonie durchbrechen“, so Berg, es ist aber widersinnig, wenn zum einen Förderprogramme aufgelegt und zum anderen eben diese biologische Vielfalt zerstört werde. „Sowohl die Umsetzung der Programme als auch die Zerstörung werden zu wenig oder gar nicht kontrolliert“, kritisiert der NABU-Kreisvorsitzende, „besteht hier Desinteresse oder gibt es einfach zu wenig Personal für eine ordentliche Kontrolle?“

Vor allem die riesigen Rapsfelder seien problematisch, meist seien keine Korridore wie Blühstreifen oder Feldraine als Rückzugsgebiete erkennbar. „Für wiederkäuende Tiere wie Hasen oder Rehe stellen die Rapspflanzen eine Gefahr dar“, berichtet Berg. Im Pansen kann die Ölfrucht eine schädliche Wirkung entfalten und zur „Kohl-Anämie“ führen, einer lebensbedrohlichen Blutarmut. Den gewöhnlichen Raps, der abschreckende Senföle enthält, rühren die Wiederkäuer deshalb auch nicht an. Seit Mitte der 80er Jahre wird aber vorwiegend der Doppel-Null-Raps (00-Raps) angebaut, eine Variante, bei der durch Züchtung der Anteile der Senföle reduziert und Bitterstoffe entzogen wurden. „Seitdem gibt es immer wieder Berichte von ‚verrückten’ Rehen, die sich den Magen mit Raps vollgeschlagen haben und daraufhin die Anämie entwickelten“, weiß Berg.

Info:

Der Kreis Wittenberg veranstaltet am Freitag, dem 23. Mai, von 15 bis 18 Uhr im Verwaltungsneubau, Raum A1-01, eine Konferenz zum Thema „Naturschutz in der Agrarlandschaft.“ Referenten berichten über „Agrarpolitik und Naturschutzbelange“, „Feldsölle – spezieller Artenschutz in der Agrarlandschaft“, „Einsatz von Drohnen für avifaunistische Untersuchungen“ und „Biodiversität und Landnutzung“. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, an der Naturschutzkonferenz teilzunehmen, der Eintritt ist frei.



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